Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 510

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

48 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 506. See the scan on archive.org.

1Tardieu. — Tarascon. 1705
2Ein Geistlicher, dem man irrtümlich nachrühmte, daß er um 1705 dem Violoncello seine heutige Einrichtung gab; sein Violoncello hatte fünf Saiten; erfunden hat er das Instrument jedoch ganz sicher nicht, da es schon dem Praetorius bekannt war. Das Wort Violoncello ist ein Diminutiv von Violone (Baß), und sonderbar ist es, daß es gebräuchlich wurde, die Diminutivendung allein (—cello) für das ganze Instrument zu brauchen.
4Targhetta
5Beiname der Familie di Virchi, besonders des Giovanni Paolo di Virchi (s. daselbst).
7Tarotanus, Antonius. — Novara (?). 1623
8Eine gute Violine im Besitz des Reg.-Rates Thorade in Osnabrück von italienischem Aussehen, auf dem Boden ornamentiert mit den bourbonischen Lilien, trägt den etwas rätselhaften Zettel: »S. Salvator Novara / F. Antonius Tarotanus / faciebat A. D. 1623 « Ein Geigenmacher dieses Namens ist in Novara bisher völlig unbekannt.
10Tarr, William. — Manchester. Geb. 1809, † 1892
11Er machte recht gute Geigen, doch erwarb er sich hauptsächlich durch seine Kontrabässe einen gewissen Ruf. Ende der fünfziger Jahre gab er eine Zeitlang das Geigenmachen auf und war Photograph geworden, kehrte später aber wieder zu seinem eigentlichen Berufe zurück. Einen sehr schönen Baß von ihm besitzt F. Garret. Ein J. Tarr lebte in Sheffield, und ein James T. ist noch jetzt in Brooklyn ansässig.
13Tartaglia (Tartoglio), Francesco. — Stropiana. Biella (Novara). 1883
14Mittelmäßiger Geigenmacher aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
16Tartrot, Jean. — Mirecourt. 1761. 1773
17Mehr Händler als Geigenmacher.
19Tassini, Bartolommeo. — Venedig. 1740. 1756
20Er scheint aus der Schule von Testore hervorgegangen zu sein, doch erreicht er ihn nicht, wenn er auch besseres Holz nahm. Den Boden machte er gerne aus einem Stück und verwendete hübschen goldgelben Lack. Nach unverbürgten Quellen soll er auch in Rom gearbeitet haben.
21Geigenzettel: Abb. 783.
23Tauber, Andreas. — Preßburg. 1820. 1830
24Er dürfte in Wien, vielleicht bei Geissenhof, gelernt haben und erlangte im Jahre 1829 das Preßburger Bürgerrecht. Seine Geigen ahmen ein großes, breites Stradivari-Modell nach, haben flache Wölbung und dicke, stark abgerundete Ränder. Die Schnecke ist, wie bei allen Preßburger Meistern, groß und beinahe plump. Er verarbeitete gutes Holz, machte den Boden gerne aus einem Stück und trug seinen braunen Lack, der jetzt sehr hart ist, ganz gleichmäßig auf. Seine Arbeiten sind wegen ihres kräftigen Tons sehr beliebt und wer-
25den jetzt oft recht gut bezahlt. Eine Violine von ihm (ohne Ort und Datum) besitzt der Preßburger Domchor. Sein Zettel gleicht bis ins einzelne dem von Karolus Ertl, so daß man fast annehmen kann, daß für beide die gleiche Kupferplatte nach Änderung des Namens gedient habe.
27Tauber, Ludwig. — Graz. 1846
28Angeblich ein Sohn von Andreas T. Er arbeitete bei G. Kürschner, dessen Geschäft er später übernahm. Er ist übrigens nur als Zithermacher bekannt geworden.
30Taus, Andreas. — Siena. 1621
31Vermutlich ein Deutscher, von dem sich eine Chitarrone im South Kensington Museum befindet.
33Tauscher, Eduard. — Erlbach b. Markneukirchen. Geb. 26. Februar 1867
34Schüler von Wilhelm Meisel. Er begründete 1890 unter der Firma Ed. Tauscher & Co. sein eigenes Geschäft und hatte einen netten Erfolg mit seinen Geigen, deren Decken aus Jahrhunderte alten Dachschindeln hergestellt waren.
36Tausend, Fr. — Straßburg-Schiltigheim
37Einer der vielen Erfinder, die glauben, hinter das Geheimnis der alten Meister gekommen zu sein. Im Jahre 1913 kündigte er »Viktoriageigen« an, von denen er behauptet, daß sie ebensogut seien wie die von Stradivari usw. Decke und Boden seien harmonisch auf den Eigenton des Holzes abgestimmt, das aber könne nur der von ihm beschäftigte Meister zustande bringen.
39Taylor, Nathan Sleeper. — Lewiston (Maine, V. St. v. A.). Geb. 11. April 1841 in Lewiston
40Nachdem er die Schule verlassen hatte, kam er in mannigfache Beziehung zu den musikalischen Kreisen seiner Vaterstadt, und bald vertiefte er sich in das Studium des Geigenmachens. Seine erste Geige machte er 1865. Er brachte es im Laufe der Zeit zu anerkennenswerter Geschicklichkeit und ahmt vorzugsweise Joseph Guarneri nach. Er verwendet einen guten Öllack und schnitzt recht hübsche Schnecken.
42Taylor, William. — London. Geb. vor 1750, lebte noch 1820
43Angeblich ein Schüler von V. Panormo. Es kommen gutklingende flachgewölbte Violen und Violinen von ihm vor. Am besten aber sind seine Bässe. Er wohnte Princess Street, Drury Lane und war als sorgfältiger Wiederhersteller alter Geigen sehr geschätzt. Ein James Taylor eröffnete 1867 in Aberdeen ein Geigengeschäft.
44Geigenzettel: Gulielmus Taylor 1798 (gedruckt).
46Tecchler (Thecler), Andreas. — Rom. 1748
47Vielleicht ein Sohn oder jüngerer Bruder von David T., an den seine Arbeit erinnert. Josef Vedral in s'Gravenhage besitzt ein sehr sauber gearbeitetes Violoncello

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