Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 522

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

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1Meisterprüfung ablegte. Er heiratete die Tochter des Zithermachers Krenn, dessen Geschäft in der Sendlingerstraße er 1842 übernahm. Dadurch wurde er veranlaßt, sich mehr und mehr dem Zitherbau zuzuwenden, und es gelang ihm, aus dem damals noch recht armerlichen Volksinstrument ein höheren musikalischen Ansprüchen genügendes Tonwerkzeug zu schaffen, so daß ihn der Komponist Franz d. P. Ott geradezu den Vater der heutigen Zither nennt. Dazwischen machte er jedoch vereinzelt auch Geigen und war seiner sorgfältigen Ausbesserungen wegen recht beliebt. Er brachte sein Geschäft in Blüte und wurde zum Hofinstrumentenmacher ernannt, zog sich aber schon 1875 vom Geschäft zurück, das seine Frau bis 1881 weiterführte und dann ihrem Sohne Adolf übergab.
2Geigenzettel: Reparirt / Georg Tiefenbrunner / in München 1856 (gedruckt). — Georg Tiefenbrunner. / Saiten-Instrumentenmacher in München 1847 (gedruckt).
4Tiefenbrunner, Georg. — Mittenwald. Geb. 1854 in München
5Sohn (1. Ehe) und Schüler von Gg. Tiefenbrunner. Er machte sich 1876 in München selbständig und verlegte sein Geschäft 1880 nach Mittenwald, wo er seitdem ausschließlich die Fabrikation von Zithern und eine Saitenspinnerei betreibt. Er besitzt mehrere Medaillen und ist nassauischer Hoflieferant.
7Tiefenbrunner, Georg Ferdinand. — Mittenwald. Geb. 19. Oktober 1757. 1780
8Sohn und wahrscheinlich auch Schüler von Joh. Casp. T., mit dem und für den er fast ausschließlich gearbeitet haben soll.
10Tiefenbrunner, Johann Caspar. — Mittenwald. 1750. 1769
11Der beste Geigenmacher aus seiner Familie. Seine Arbeit ist recht gut; er hat hauptsächlich Violinen und Violen gemacht, doch soll es auch einzelne Bässe mit seinem Zettel geben. Er schrieb seinen Namen häufig mit ff.
12Geigenzettel: Johann Caspar Tiefenbrunner, Lauten- und Gei-/genmacher von Mittenwald an der Jser 1768 (geschrieben).
14Tiefenbrunner, Korbinian. — Altötting. Geb. 14. Dezember 1836 in Mittenwald. † ?
15Mitte der sechziger Jahre ließ er sich in Altötting nieder und hat dort hauptsächlich Zithern, aber nur wenige Geigen gemacht. Da er keine ausreichende Beschäftigung fand, kehrte er in seinen Geburtsort zurück und arbeitete meist für die dortigen großen Händler.
16Geigenzettel: Korbinian Tiefenbrunner / aus Mittenwald / Saiteninstrumentenmacher / in / Altötting Rep. 1866 (gedruckt).
18Tiefenbrunner, Martin. — Mittenwald. Geb. 1687. 1720
19Angeblich Sohn des Joachim T. (dessen Beruf nicht feststeht). Sein Taufpate war (6. November 1687) Math. Klotz, und er dürfte auch dessen Schüler gewesen sein. Eine ihm zugeschriebene Viola war recht gut, doch fehlte ihr die alte Schnecke, und da sie auch neu lackiert war, kann sie zur Beurteilung nicht gut herangezogen werden. Dagegen besitzt Gymnasialdirektor Dr. Schmitt in Neumünster eine Viola von ihm, gutes Klotzmodell, mit dem Zettel: Martin Dieffenbrunner / Mittenwaldt äo 17.. (gedruckt). Martin T. darf als der erste Geigenmacher der Familie gelten.
21Tiefenbrunner, Matthias. — Mittenwald. 1832
22Ein geschickter Geigenmacher, der einen schönen gelben Lack verwendete. Da er hauptsächlich für die Verleger arbeitete, schrieb er seinen Namen, Wohnort, Tag und Jahr gewöhnlich nur mit Bleistift auf den Boden und die Decke.
24Tiefenbrunner, Sebastian. — Mittenwald. 1808. 1830
25Ein geschickter Geigenmacher, der aber nur wenig hervorgetreten ist.
27Tiefenbrunner, Simon. — Mittenwald. Geb. um 1810, † 26. Dezember 1883
28Ein tüchtiger Geigenmacher, der zwar im Sommer hauptsächlich als Landwirt tätig war, im Winter aber um so fleißiger Geigen machte, wobei er das Stainermodell am liebsten zum Vorbild nahm.
30Tielke (Thielke), Gottfried. — Königsberg. 1653. 1671
31Eine Geige von ihm führt schon der Auktionskatalog der Selhofschen Sammlung auf. In W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln befindet sich ein sehr großer fünfsaitiger Violone, ein Prachtinstrument im Geschmack Magginis mit der etwas unklaren Inschrift auf der Rückseite: Santo Maggini — Brescia : / Gottfried Thielke : / Me fecit. Anno 1662 :. Hat Tielke den Violone bei Santo Maggini gemacht? Das anzunehmen läge am nächsten. Oder soll die Inschrift andeuten, daß der Kontrabaß nach einem Vorbilde von Maggini gebaut ist? Gottfr. T. dürfte ein Bruder oder der Vater Johanns gewesen sein. Für die Verwandtschaft mit Joachim spricht auch der Umstand, daß Joachims ältester Sohn (geb. 1668) gleichfalls Gottfried getauft wurde.
32Geigenzettel: Gotfrid Tielke / In Königsberg 1671 (geschrieben).
34Tielke, Joachim. — Hamburg. Geb. 14. Okt. 1641, † 19. Sept. 1719 in Hamburg
35Einer der berühmtesten deutschen Lauten- und Geigenmacher seiner Zeit, der namentlich in der künstlerischen Ausschmückung das Höchste leistete, was überhaupt je geleistet worden ist. Er war der Sohn von Johann T., mit dem er schon in jungen Jahren nach Hamburg eingewandert war. Er entstammte zweifellos einer alten Lautenmacherfamilie, deren Heimat sich noch nicht feststellen ließ. Der Name ist von ausgesprochen norddeutschem Klang, also dürfte der Stammsitz der Familie Tielke viel eher in Königsberg

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