Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 525

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

40 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 521. See the scan on archive.org.

1Tobin, Richard. — London. 1790. † um 1836 in Shoreditch
2Er war in Dublin geboren und war ein Schüler von Perry. Da er viel für John Betts arbeitete, kommen nur wenige Geigen mit seinem Zettel vor. Er besaß eine außerordentliche Handgeschicklichkeit und erkannte auch frühzeitig die Vorzüge der Stradivari- und Guarnerimodelle, die er ausschließlich nachahmte. Besonders schön sind seine Schnecken ausgeführt; auch im Ton sind seine Geigen sehr gut, und seine Violoncelli gehören zu den besten, die in England gemacht wurden. Trotzdem starb er in größter Armut.
4Tobin. — London. 1844
5Sohn und Schüler von Richard T.; er hat fast nur für fremde Geigenmacher und Händler gearbeitet.
7Todini, Michele. — Rom. Geb. in Saluzzo 1625. 1676
8Ein piemontesischer »Tausendkünstler«. Er kam aus Saluzzo nach Rom, wo er nächst dem Arco della Ciambella sein Haus hatte, und war mehr Mechaniker als Geigenmacher, vor allem aber ein tüchtiger Musiker. Er soll der erste gewesen sein, der im römischen Streichorchester den Kontrabass eingeführt hat1). Er versuchte sich in allerlei Erfindungen an Lauten und Geigen, baute Orgeln und kustvolle Uhren und gab eine kleine Schrift heraus unter dem Titel: Dichiaratione della galleria armonica eretta nella sua habitatione posta all’ arco della Ciambella. (In Roma, per Francesco Tirroni 1676. 12°. 12 S.) Vgl. auch A. Bertolotti: »Un musico mecanico« (Artisti subalpini in Roma [1877/79.] S. 56 ff.).
10Todini, Pietro. — Rom. 1675
11Vielleicht ein Sohn Micheles. Er machte Lauten, besonders aber schöne Harfen und Zimbeln.
13Todt, Heinr. Hermann. — Markneukirchen. Geb. 29. Dezember 1862
14Nachdem er 1877 bei seinem Oheim in Erlbach das Bogenmachen erlernt hatte, ging er zum Geigenbau über und trat nochmals in die Lehre bei Wilh. Schaller, der gleichfalls sein Oheim war. Nach vollendetem Lehrzeit arbeitete er dann bei (seinem jetzigen Schwager) Carl Rich. Ficker, ferner in Budapest usw. und machte sich bereits im Jahre 1882 selbständig und arbeitete zunächst für die Markneukirchener Händler, 1890 begründete er sein Geschäft, dem er bald einen sehr guten Ruf verschaffte. Er handelt auch mit alten Geigen.
16Tolbecque, Auguste. — Paris, Niort. Geb. 30. März 1830 in Paris
17Sohn des Hofballmusikdirektors Isidor Tolbecque, ein trefflicher Violoncellist, der als solcher 1849 den ersten Preis des Konservatoriums in Paris erhielt. Von besonderer Neigung getrieben, verlegte er sich auf das Geigenmachen, lernte bei Rambaux, hat eine Anzahl trefflicher Kopien nach alten Meistern gemacht und sich auch als Reparateur große Geschicklichkeit erworben. Im Jahre 1858 ließ er sich in Niort, Deux Sèvres, nieder, wo er sich auch mit Erfolg als Orgelbauer versuchte. Seine wertvolle Sammlung alter Musikinstrumente kaufte 1879 das Brüsseler Konser-vatorium. Seine Zettel zeigen ein merkwürdiges Sprachengemisch: Ate. Tolbeque fils fecit / Parigi, anno 1852 (gedruckt).
19Tolla, Nicola s. Nelli
21Tomaschew, Daniel. — Moskau. 1906. 1911
22Er gilt als der beste Schüler von Paul A. Chilinski, bei dem er auch noch als Gehilfe gearbeitet hat. In gleicher Eigenschaft war er vier Jahre lang bei E. Geißer in St. Petersburg und machte sich dann 1906 in Moskau selbständig. Er baut alle Streichinstrumente und wird als Reparateur geschätzt. Er nimmt die Decke etwas zu stark im Holz, was die Schönheit des Tons beeinträchtigt. Er trägt seinen braunroten Lack gleichmäßig auf.
24Tomasi, Carlo Gasparo. — Modena. 17. oder 18. Jahrhundert
25Valdrighi (3610) kennt nur eine prachtvoll lackierte Viola d’amore von ihm, deren Stil dem des 17.—18. Jahrhunderts entspricht.
27Tomasowski, K. F. s. K. Ferenczy-Tomasowski
29Tomay. — Agram. 1900
30Kroatischer Lautenmacher der Gegenwart, der mit Tkalčič zusammen arbeitet und hauptsächlich die Tamburitza herstellt. Eine Arbeit von beiden befindet sich in der Sammlung Crosby Brown in New York (Nr. 1027). Geigenzettel: Tomay i Tkalčič / Zagreb (gedruckt).
32Tonna. — Lavaletta (Malta). 1851. † n. 1860
33Auf der Insel Malta hat es nach der Auskunft des dortigen Gouverneurs niemals berufsmäßige Geigenmacher gegeben, wohl aber Leute, die Musikinstrumente ausbesserten, oder Dilettanten, die Geigen machten. Ein solcher war auch Tonna, der immerhin eine gewisse Geschicklichkeit besaß und für einen Kontrabass aus Vogelhorn mit abgerundeten Ecken in London 1851 eine ehrenvolle Erwähnung erhielt.
35Tononi, Carlo. — Bologna. 1689. 1717
36Sohn von Felice T. Er bevorzugt ein großes, mäßig gewölbtes Patron. Seine Arbeit ist sehr gut, der Lack gelb und der Ton groß und edel. Eine zierlich eingelegte Taschengeige von 1698 war 1881 in Mailand ausgestellt; eine Geige besitzt das Museum des Liceo filarmonico in Bologna (aus dem Jahre 1717).
37Geigenzettel: Carolo Tononus fecit Bononiae / in Platea Castaelionis, anno Domini / 1698 (gedruckt). — Carolus Tononi fecit / Bononiae anno 1717 (gedruckt) — Carolus Tononi fecit Bononiae in Via / Sancti Mamantis sub Signo Sancte / Caecilie Anno Domini 1716 (gedruckt). — Fornito di me Carlo Tononi in Bologna / in S. Mamolo all’ Insegna di S. Cecilia. / Anno 1717 (gedruckt).
391) Man hat ihm sogar die Erfindung des Kontrabasses zuschreiben wollen, was schon deshalb unrichtig erscheint, weil dieser schon 1619 bei Praetorius abgebildet zu finden ist.

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