Scan 542
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
37 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 538. See the scan on archive.org.
1Vincent, Dionisius. — Paris. 1752
2Wahrscheinlich aus Mirecourt stammend. Es gibt Geigen und Lauten von ihm, die ihn jedoch auch unter seinen Pariser Zeitgenossen nur als Meister dritten Ranges erscheinen lassen.
4Vincenti, M. — Florenz. Erste Hälfte des 19. Jahrhunderts
5Ein Geigenmacher, der als Erfinder einer Geige, die 18 Saiten hatte und mit zwei Bogen gespielt werden mußte, bekannt wurde. Er wollte mit diesem sonderbaren Instrumente, das er »Violon-Général« nannte, die Klangwirkung der Violine, der Viola, des Violoncells und des Basses gleichzeitig erzielen.
7Vincentinus, Don Ascensio. — Madrid. 1775. 1790. S. Ascensio
8Geigenzettel: Vincentinus, Ascensio. Presb. / Matti. anno Domini 1775 (gedruckt).
10Vincenzi, Luigi. — Carpi. Geb. in San Giovanni Concordiese 1775, † nach 1818
11Er hat nur wenige Geigen, dagegen verschiedene Bässe gemacht. Seine Arbeit ist gut, der Lack bernsteinfarbig und der Ton nicht schlecht. Es kommen übrigens Geigen mit seinem Namen — namentlich in England — im Handel vor, mit Jahreszahlen, die weit vor seiner Geburt liegen und sich schon dadurch als Fälschungen erweisen.
12Geigenzettel: Aloysius Vincenzi Carpensis 1811 (gedruckt).
14Vincolini (Fincolini?), Giovanni Battista. — 1777
15Unbekannter italienischer Geigenmacher des 18. Jahrhunderts, von dem mir nur der im Namen nicht einmal sicher lesbare Zettel vorlag: Fece Gio: Batt. / Vincolini nel 1777 (gedruckt).
17Violcete? (Violcetra, Violente), G. Giov. Casp. — Cremona. 1685
18Ein sehr zweifelhafter Name, der mir auf geschriebenen und gedruckten Zetteln vorgekommen ist. Die Geigen erinnern mehr an Brescianer als an Cremoneser Arbeiten. Vielleicht ist in »Casp.« der eigentliche abgekürzte Familienname zu suchen. Jul. Heinr. Zimmermann in St. Petersburg besitzt eine Violine mit dem Zettel: G. Giov. Casp Violcete / Cremonen. Ann. 1655 (gedruckt).
20Violi s. Bertolotti
21Viorillo s. Fiorillo
23Virchi, Battista di. — Brescia. Geb. 1521, † nach 1588
24Bruder von Girolamo di V. Bisher ist nur eine Intarsiaarbeit von ihm mit der Unterschrift »Batista Virchi Brissiano — 1553« in San Francesco in Brescia bekannt; es ist aber wahrscheinlich, daß er, wie seine Brüder, auch Bildschnitzer und Lautenmacher war, und die Vermutung, daß er der Verfertiger der Taschengeige mit der Bezeichnung Baptista Bressano (s. d.) ist, hat die größte Wahrscheinlichkeit für sich. Wie sich Giro lamo lateinisch »Hieronymus Brixiensis« bezeichnete, könnte Battista sich italienisch »Baptista Bressano« genannt haben. Es scheint ihm übrigens nicht besonders gut gegangen zu sein und zuletzt verlegte er sich auf das Schnitzen von Holzschuhen.
26Virchi, Benedetto di. — Brescia. Geb. um 1520, lebte noch 1568
27Sohn des Bernardino und Bruder Gerolamos. Nach seiner Steuererklärung von 1568 war er Lautenmacher (citeraro), wie sein Bruder, außerdem aber auch Bildschnitzer und »Intarsiator«, und eine Dornenkrönung in Intarsiaarbeit in San Francesco zu Brescia trägt noch jetzt (nach G. Livi) die Inschrift: Benedictus de Virchis me fecit 1548. — Sein Sohn Bernardino wurde ein trefflicher Orgelbauer.
29Virchi (Virghi, lat. di Virchis, Virchinus, Virga usw.), Gerolamo di. — Brescia. Geb. um 1523, lebte noch 1573
30Sohn des Maestro Bernardino di V. In seiner Steuererklärung von 1563 nennt er sich selbst »Maestro de instrumenti de Musica«, in der von 1568 »citeraro«. Er war der Freund und vielleicht der Lehrer Gasparo da Salòs, dem er am 23. März 1565 den erstgeborenen Sohn Francesco aus der Taufe hob. Auch im Taufbuche wird er »Hyeronimus de Virchis« genannt, und doch glaube ich, daß sein eigentlicher Familienname Geraldi war, wenn ich dafür auch nur eine Tatsache als Grund angeben kann. Im alten Inventar der Ambrasersammlung von 1596 wird bereits eine noch vorhandene Zitherlaute1) aufgeführt: »Ain Ziter, am Kragen die Lucretia Romana geschnitten . . . 12 Metallsaiten, wo von je zwei dicht nebeneinander gezogen sind. Alles mit schöner Schnitzarbeit verziert, zum Theil gemalt und vergoldet . . . Am Griffblatte der Name Hieronimus Brixensis. Auf der Rückseite das tyrolische und erzherzogliche Wappen.« 2) An anderer Stelle wird dann one of two readings
31Sohn des Maestro Bernardino di V. In seiner Steuererklärung von 1563 nennt er sich selbst »Maestro de instrumenti de Musica«, in der von 1568 »citeraro«. Er war der Freund und vielleicht der Lehrer Gasparo da Salòs, dem er am 23. März 1565 den erstgeborenen Sohn Francesco aus der Taufe hob. Auch im Taufbuche wird er »Hyeronimus de Virchis« genannt, und doch glaube ich, daß sein eigentlicher Familienname Geraldi war, wenn ich dafür auch nur eine Tatsache als Grund angeben kann. Im alten Inventar der Ambrasersammlung von 1596 wird bereits eine noch vorhandene Zitherlaute1) aufgeführt: »Ain Ziter, am Kragen die Lucretia Romana geschnitten . . . 12 Metallsaiten, wo von je zwei dicht nebeneinander gezogen sind. Alles mit schöner Schnitzarbeit verziert, zum Theil gemalt und vergoldet . . . Am Griffblatte der Name Hieronimus Brixiensis. Auf der Rückseite das tyrolische und erzherzogliche Wappen.« 2) An anderer Stelle wird dann one of two readings
331) Diese sechsschörige Zither trägt die Inventarnummer 4059 und ist das berühmteste Stück der Sammlung. Sie ist aus Palisanderholz, hat einen goldbraunen Bernsteinlack und ein durchbrochenes, bemaltes und vergoldetes Schallloch. Am Ansatz des Griffbrettes nackte weibliche Figürchen, Mascarons und Ornamente. Auf der Rückseite das Wappen des Erzherzogs Ferdinand von Tirol. Der Kragen ist nach rückwärts in eine langnasige Fratze geschnitten, das vordere Ende bildet das Brustbild der sich tötenden Lucrezia, mit Perlenohrgehängen. Auf dem Griffbrett die eingebrannte Marke: in einem Kreis ein geteiltes Wappen, oben ein Adler (?), unten drei schwarze Rechtschrägen, ringsherum als Legende: »Hieron(mus)Brixiensis.« Rechts und links vom Wappen I V (vielleicht Jerolamo Virchi?). Länge 735 mm. — Die hier beschriebene Zither sieht einem gleichen Instrument von G. P. Maggini im Museo Modena sehr ähnlich.
352) Das auf Bestellung des Erzherzogs gemalte Tiroler Wappen auf dem Boden der Lautenzither ist schuld, daß F. Trautmann und andere die Bezeichnung »Brixensis« mit »aus Brixen (in Tirol)« deuten zu müssen glaubten; komisch aber wirkt es, wenn Miß Stainer die Ortsangabe »Bresa« (im Deutsch des 16. Jahrhunderts »Pressa«) mit »Bresa in Silesia« deutet und dabei wohl an Breslau denkt. one of two readings
362) Das auf Bestellung des Erzherzogs gemalte Tiroler Wappen auf dem Boden der Lautenzither ist schuld, daß F. Trautmann und andere die Bezeichnung »Brixiensis« mit »aus Brixen (in Tirol)« deuten zu müssen glaubten; komisch aber wirkt es, wenn Miß Stainer die Ortsangabe »Bresa« (im Deutsch des 16. Jahrhunderts »Pressa«) mit »Bresa in Silesia« deutet und dabei wohl an Breslau denkt. one of two readings
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