Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 574

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

24 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 570. See the scan on archive.org.

1Geigenmacher seiner Zeit; seine Geigen sind nach Stradivari und Guarneri gebaut, das Holz ist gut gewählt, der Lack schön, wenn auch etwas wachsartig und nicht sehr haltbar.
2Geigenzettel: Abb. 846.
4Zachar (Zachat, Zacher), Maximilian. — Breslau. 1730. 1770
5Er verwendete ein großes, hochgewölbtes Modell mit tiefer Hohlkehle und meistens gelben Lack. Eine sehr große Viola d’amore mit acht Spiel- und acht Aliquot-saiten (Korpuslänge 43 cm, 27,8 cm Breite) von musterhafter Arbeit und mit einem Frauenköpfchen am Wirbelkasten besitzt Fritz Wildhagen in Halensee b. Berlin. Eine gute Viola von ihm aus dem Jahre 1735 besitzt Rob. Leibbrand in Berlin. Eine Viola d’amore aus dem Jahre 1730 mit hübsch geschnitztem Knabenkopf am Wirbelkasten befindet sich in Berlin in der staatl. Sammlung alter Musikinstrumente (Nr. 864), ein gleiches Instrument von 1745 im Schl. Museum für Kunstgewerbe in Breslau (Nr. 124: 05). Eine jetzt auf vier Saiten reduzierte Viola d’amore von ihm besitzt Rechnungsrat Friederich in Posen, eine Viola von 1737 Pfarrer Greulich in derselben Stadt.
6Geigenzettel: Maximilian Zachat fecit / Vratisl. 17. (gedruckt) und Abb. 853.
8Zacher, Antonius. — Eichstätt. 1706. 1726
9Sohn von Franz Z. Die Familie Zacher ist in den Kirchenbüchern von Eichstätt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts nachweisbar; der Name Anton kommt jedoch nicht vor. Er kann daher in Eichstätt weder geboren noch gestorben sein. Nur daß er in dem Pfarrbezirk St. Wallburg wohnte, geht daraus hervor, daß in der Trauungsmatrikel dieser Pfarrei seine in Rennertshofen bei Neuburg a. D. am 20. Oktober 1722 vollzogene Trauung eingetragen ist. Rennertshofen war der Wohnort seiner Braut Margarethe Pfister, deren Vater als Schreiber und Goldschmied bezeichnet erscheint1). Zacher war damals Witwer. Auch seine erste Frau Sybilla Vogel heiratete er in Rennertshofen am 29. Oktober 1706. In der Matrikel wird er ausdrücklich als Sohn des Franz Z., »chelista« in Ingolstadt, bezeichnet. In den Magistratsakten wird er dagegen 1720 ausdrücklich als Geigen- und Lautenmacher erwähnt. Ein Altquinton mit einer Schnecke statt Köpfchen am Wirbelkasten besitzt die staatl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin (Nr. 874). Eine Viola, die am Wirbelkasten das Köpfchen der Justitia zeigte und 100 cm lang war, wurde 1890 durch Heberle in Köln versteigert.
10Geigenzettel: Antonj Zacher Hochfürstl / Hoflauten- und Geigenmacher / in Eichstätt Ao. 1725 (gedruckt).
12Zacher, Franz. — Ingolstadt. 1700. 1706
13Der Vater von Antonius Z. Seine Geigen haben hohe Wölbung, stark ausladende Ecken und meistens dunkelroten oder rotbraunen Lack. Die Arbeit ist ziemlich sauber, das Holz oft recht gut. Eine große, hochgewölbte Viola von ihm aus dem Jahre 1700 mit originellen, an Stainer erinnernden F-Löchern, rotbraunem Lack und gemalten Linien statt der Einlage besitzt X. Kerschensteiner in Regensburg. Sie hat einen geschriebenen Zettel: Franz Zacher Lauttenmacher / in Ingolstadt 1700 (geschrieben). — Frantz Zacher / Lauthen-/macher in ingolstatt / 1706 (gedruckt).
15Zaenker s. Zenker
16Zafferri. — ? 1784
17Kammermusikus Rüdel in Berlin besitzt eine vorzügliche Violine mit dem geschriebenen Zettel: Zafferri Physicus perfecit / legibus artis anno 1784. Arbeiten dieses Zafferri, der sich einen Physikus nennt, sind mir sonst nicht vorgekommen. Die Geige verrät eine kunstgeübte Hand und ist sorgfältig durchgeführt; auch die Zargen sind eingelegt. Die F-Löcher sind klein und eigenartig, der Lack hellgelb, der Ton voll und edel.
19Zaiser, Eugen. — Bregenz. Geb. 27. Mai 1868 in Bregenz
20Als Stiefsohn des städtischen Musikdirektors A. Jaksch erhielt er eine gründliche musikalische Ausbildung im Geigen- und Klavierspiel und ist auch schon als Komponist mit Erfolg aufgetreten. Er beschäftigte sich sehr frühzeitig mit dem Geigenbau und wurde dann im Jahre 1892 von Joseph A. Haff, der damals in Lindau wohnte, unterrichtet. Bis 1909 hatte er 55 Violinen gebaut. Während er anfangs das Stainermodell nachahmte, baut er jetzt fast ausschließlich nach Stradivari. Seine besten Arbeiten sind die, die eine Nummer von 55 an tragen. Besondere Sorgfalt verwendet er auf das Lackieren, und es ist ihm nach 18 Jahre langen Versuchen wirklich gelungen, einen Lack herzustellen, der viele Eigenschaften des alten Cremoneser Lackes aufweist, den er nach Belieben auch so weich machen kann, daß ein Fingerabdruck darauf sichtbar wird. Er wählt die Farbe je nach dem Holze, das er verarbeitet. Zwei Violinen, die ich von ihm in Händen hatte, entsprachen sowohl im Ton wie im Aussehen hochgespannten Anforderungen, was auch von verschiedenen Professoren der Konservatorien in Basel und Zürich beim Vergleichsspiel mit echten, alten Instrumenten anerkannt wurde. Als weitere Anerkennung seiner künstlerischen Leistungen darf er die Tatsache betrachten, daß die Akademie für Musik in Wien seine Stiftung einer Konzertgeige, die jährlich dem ersten, mit dem Staatspreis ausgezeichneten Violinisten verliehen werden sollte, angenommen wurde, da hierbei Voraussetzung war, daß es sich um ein wirkliches Meisterinstrument handeln müsse, da nur ein solches als Praemium verliehen werden kann. Nach jahrelangen Versuchen ist es ihm auch gelungen, ein neues Geigenmodell zu konstruieren, das die heute so gesteigerten Anforderungen der Violintechnik wesentlich erleichtert und zugleich die Tonschönheit erhöht. Da er alles an seinen Geigen selbst macht und jede Mitarbeit von Gehilfen ablehnt, sind sie einheitlich durchgeführte Kunstwerke von ausgesprochener Eigenart. — Daß Zaiser ein erfindungsreicher Kopf ist und allerlei wertvolle Erfindungen auch auf anderen Gebieten gemacht hat, sei nur nebenbei erwähnt.
21Geigenzettel: Eugen Zaiser, Bregenz. / No. 55. 1909 (gedruckt).
231) Mitteilung von Prof. Romstoeck in Eichstätt.

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