Scan 66
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Brugère, Charles-Malakoff. — Marseille. Geb. 1857, † 1894 in Mirecourt
2Ältester Sohn von François B., arbeitete lange Zeit bei Hel in Lille und ließ sich dann in Marseille nieder, wo er über 100 gute Geigen baute, deren Wert vor dem Kriege auf durchschnittlich 200 fr. geschätzt wurde.
3Geigenzettel: Abb. 62.
5Brugère, François. — Mirecourt. Geb. 1822, † 1874 in Mirecourt
6Bruder von Charles-Joseph Br. Nachdem er unter Pierre Silvestre und unter Daniel in Marseille gearbeitet hatte, kehrte er nach Mirecourt zurück, wo er hauptsächlich für Derazey tätig war. Er hatte drei Söhne, die sämtlich Geigenmacher wurden, aber nur Charles-Malakoff B. machte sich selbständig.
8Brugère, Joseph-Napoléon. — Mirecourt. Geb. um 1859
9Zweiter Sohn von François Br. Gilt als sehr gesuchter Baßmacher.
11Brugère, Michel. — Paris. Geb. 1864 in Mirecourt
12Dritter Sohn von Franç. B. und seit 1893 Werkführer bei Charles-Georges Br., ein besonders tüchtiger Reparateur.
14Brugger, Michael. — Salzburg. 1822. 1824
15Er war eigentlich kein Geigenmacher, sondern Tischler. Ob er neue Geigen gebaut hat, ist nicht bekannt, wohl aber war er als Reparateur viel beschäftigt, da zu seiner Zeit kein Geigenmacher in Salzburg ansässig war. Eines der Instrumente im städtischen Museum Carolino-Augusteum in Salzburg trägt einen Reparaturzettel von ihm aus dem Jahre 1824.
17Brunner, Franz. — Wien. Anfang des 19. Jahrhunderts
18Der Erfinder der sog. »Harpe amphionique«, einer kleinen Pedalharfe, die man auf dem Schoß halten konnte. — Eine Harfe von ihm besitzt das k. k. österreichische Museum für Kunst und Industrie in Wien. Er hat auch Gitarren, schwerlich aber Geigen gemacht.
20Brunner, J. — Dübendorf (K. Zürich). Gegr. 1860. 1895
21Streichinstrumentenhandlung und -fabrikation.
23Brunner, Martin. — Olmütz. Geb. 1724, † 26. Febr. 1801
24Ein guter Meister, der wahrscheinlich bei J. Strobl gelernt hatte und sorgfältig nach der Form baute. Hohe Stainer-Wölbung und gelber Spirituslack sind für ihn charakteristisch. Der Ton seiner Geigen ist recht ansprechend. Statt der Schnecke brachte er am Wirbelkasten gerne einen schön geschnitzten Hundekopf an. Er brachte es trotzdem zu keinem Vermögen und starb im Hause Nr. 565 in bitterster Armut. Ein Kontrabass von ihm befindet sich als Inventarstück auf dem Chor der Pfarre St. Moritz in Olmütz.
25Geigenzettel: Martin Bruner, Lauten- und Geigenmacher in Ollmütz 1771 (gedruckt).
27Bruno, Carlo Colombo. — Turin. Geb. 16. Mai 1872 in Caltanissetta (Sizilien)
28Er kam frühzeitig nach Turin, wo er lernte und 15 Jahre lang als Gehilfe arbeitete, worauf er seine eigene Werkstatt eröffnete. Er baut vorzugsweise Geigen und Violoncelli nach Stradivari, die er mit einem fetten, rotbraunen Öllack verseht, ferner auch gute Mandolinen. Seine Geigen sind sauber gearbeitet und gut im Ton. Er erhielt in Turin 1898 eine goldene und 1900 in Paris eine Bronzemedaille und in Marseille einen großen Preis.
29Geigenzettel: Abb. 33 und 60.
31Bruno, Nicola. — Bologna. 1727
32In einigen Geigen findet sich der Name dieses auch von Valdrighi (4052) erwähnten Meisters.
34Brunskill, J. — Newcastle-on-Tyne. 1900
35Geigenmacher, -lehrer und -händler der Gegenwart.
37Brustgrün, M. C. — Flensburg. 1862
38Ein Holzblasinstrumentenmacher, der auch Geigen repariert hat.
40Brynildsrud, Lars Larsen. — Kongsvinger. Moß (Norwegen). Geb. 4. Juli 1859 auf dem Hofe Brynildsrud im Amte Hedemarken (Norwegen)
41Schüler von Lars Grinager, bei dem er von 1887—1889 arbeitete. Er ließ sich darauf in Kongsvinger als Geigenmacher nieder und stellte ein von ihm gebautes Quartett in Paris aus. Von der Regierung erhielt er dann ein Reisestipendium, arbeitete nach seiner Rückkehr in einer Orgelfabrik in Christiania und ließ sich 1895 als Orgelbauer in Moß nieder. Bis dahin führte er nur den Namen nach dem Taufnamen des Vaters, also Lars Larsen, und legte sich nun noch den Namen seiner Geburtsstätte zu. Er hat ziemlich viele Streichinstrumente gebaut und beschäftigt sich noch immer eifrig mit dem Studium des Geigenbaus, wenn seine Haupttätigkeit jetzt auch der Orgel gewidmet ist.
43Bubenik, Joh. Bapt. — Prag. Geb. 21. Juni 1800 in Hrusic bei Mnichovic, † 19. Jan. 1836 in Prag
44Schüler von Caspar Strnad, dessen Werkstatt er nach dem Tode des Meisters übernahm. Er war mit Karoline, der Tochter des Musikers Scharoch, mit der er am 17. Mai 1826 in der Kirche Maria Schnee getraut wurde, verheiratet und wohnte in der (jetzigen) Ferdinandsstraße (Ferdinandová třída) Nr. 949. Er arbeitete nach den Modellen Strnads; nur nahm er die Wölbung in der Mitte der Decke runder; da er aber verhältnismäßig jung starb, hat er nicht allzuviel Geigen gebaut.
45Geigenzettel: Johann Bubenik / Fecit Pragae Anno 1829 (gedruckt).
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