Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 76

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

49 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 72. See the scan on archive.org.

1trocken und von rotbrauner Farbe und der Ton ansprechend. Nur seine F-Löcher sind oft zu groß und zu weit offen. Seine Geigen haben aber fast immer noch ein italienisches Aussehen und werden geschätzt. Er wohnte bis 1744, wie sein Vater, in einem Anbau des Hôtel de Soissons, zog dann nach der Rue des Prouvaires und schrieb von da an seinen Namen Castagnery. Auch seine Violoncelli dürfen hervorgehoben werden, dagegen sind seine Versuche, Geigen mit ganz flacher Decke zu bauen, als mißglückt zu bezeichnen. Eine Geige von ihm bewahrt die Sammlung Snoeck (jetzt in Berlin).
2Geigenzettel: Castagnery rue des Prouvaires / Parigi 1747 (gedruckt). — Abb. 128 und 137.
4Castagneri, Gian Paolo. — Paris. 1638. 1665
5Ein Italiener, angeblich sogar ein Cremoneser, der sich in Paris niederließ. Wenn auch unbedeutend, darf er doch als einer der besten unter den damaligen Pariser Geigenmachern gelten. Vidal erwähnt ihn nicht einmal, Fétis dagegen kennt Geigen von ihm aus den Jahren 1639 und 1662 und lobt ihren Silberklang, wenn er auch den Mangel an Tonfülle beklagt. De Piccolellis gibt seinen Zettel: Castagneri Gian Paolo / nel palazzo di Soissons / in Pariggi (gedruckt).
7Castagnino, Giuseppe. — Chiavari. 1920
8Schüler von G. Fiorini, bei dem er in München seit 1913 lernte.
10Castaro, Antonio. — Rom. Um 1615
11Ein geschickter Lautenmacher, dessen Name nach Baron »Cortaro« lauten soll; s. d.
13Castellani, Bartolomeo. — Florenz. 1806. † um 1820
14Er wohnte Via da S. Trinità. Seine Geigen, die nur selten vorkommen, sind nicht hervorragend, dagegen baute er sehr gute Gitarren.
15Geigenzettel: Bartolomeo Castellani / fece in Firenze, l’anno / 1816 in Via S. Trinità (gedruckt).
17Castellani e Figlio. — Florenz. 1900
18Inhaber des Geschäftes ist jetzt P. Ballerini.
20Castellani, Luigi. — Florenz Geb. 1809, † 1884
21Sohn und Schüler von Pietro C. Tüchtiger Kontrabassist. Er baute selbst keine Geigen, war aber ein vor trefflicher Reparateur und berühmt wegen seiner ausgezeichneten Gitarren. Er wohnte Via Calimaruzza, 1866 verband er sich mit G. Scarampella. Wegen seiner Kennerschaft und Geschicklichkeit im Wiederherstellen ernannte ihn das Florentiner Konservatorium zum Kon servator der Instrumentensammlung. Nach seinem Tode ging sein Geschäft auf P. Ballerini über.
23Castellani, Pietro. — Florenz. 1780. † 1820
24Von ihm kennt man ziemlich gute Geigen und besonders Gitarren und Mandolinen.
26Castelli, Tomaso. — Brescia. 1623
27Ein bisher nicht bekannter Brescianer, von dem Fritz Wildhagen in Halensee eine Violine mit ausgeschweif ten Korpusumrissen, C-Löchern und einem schön geschnitzten Mädchenkopf am Wirbelkasten besitzt.
28Geigenzettel: Tomaso Castelli / fecit a Brescia 1623 (geschrieben).
30Castello, Paolo. — Genua. 1750. 1780
31Seine Arbeit ist äußerlich sehr schön, erinnert an die der Gagliani und geht auf das Amatimodell zurück. Im allgemeinen ist er trotz alledem nicht sehr geschätzt, da er oft nur mittelmäßiges Holz verwendete. Sein gelber Lack ist dagegen nicht schlecht. Eine seiner schönsten Geigen, ein wahres Prachtexemplar aus der Spätzeit des italienischen Geigenbaues, ist aus der Sammlung Snoeck (Nr. 508) in die staatl. Sammlung in Berlin übergegangen.
32Geigenzettel: Abb. 129.
34Castendorfer, Melchior. — Nördlingen. 15. Jahrhundert
35Er wird als Lautenmacher bezeichnet und war ein Sohn des Stephan C. Sein Name kommt aber weder in der Nördlingischen Geschlechtshistorie (gedruckt 1801) noch im Bürgerbuche vor, so daß als sicher angenommen werden kann, daß er nur vorübergehend — vielleicht als Gehilfe des Vaters — in Nördlingen ansässig war.
37Castendorfer, Michel. — Erfurt. 15. Jahrh.
38Sohn des Stephan C., Lautenmacher. — Bedauerlicherweise ließ sich auch in Erfurt über diesen Meister nichts ermitteln.
40Castendorfer, Stephan. — Nürnberg, Breslau, Nördlingen usw. 1464. 1499
41Von ihm weiß ich wohl, daß er 1460 in Nürnberg als Orgelbauer tätig war und dort als »Stephanus de Bratislavia« in Urkunden erscheint, dann wieder in Breslau lebte, die alte Orgel in der Georgskirche in Nördlingen von 1466—1486 erbaut hat und 1496—1499 in Schweidnitz arbeitete. Ob er je Lauten und Geigen machte, steht nicht fest, ist aber wahrscheinlich, da seine Söhne als Lautenmacher bezeichnet werden. Er ist identisch mit dem in dem Werke: Scriptores rerum Silesiacarum III, S. 134 genannten Orgelmacher Stephan Kaschendorf. An der Stelle der Breslauer »Libri Signaturarum«, an der die in den »Script. rer. Sil.« erwähnte Eintragung von 1464 steht, kann man ebensogut Kaschendorf als Kasthendorf lesen.
43Castorino, Lorenzo. — Aci Reale (Sizilien)
44Sizilianischer Geigenmacher des 19. Jahrhunderts, der nicht ungeschickt war.
45Geigenzettel: Lorenzo Castorino / Abitante in Aci Reale (gedruckt).
47Castro. — Venedig. 1680. 1720
48Er hatte meist nur ein schlechtes Modell, nahm aber gutes Holz; im übrigen ist seine Arbeit handwerksmäßig, die F-Löcher häßlich in der Zeichnung und rohgeschnitten, der Lack von roter Farbe, aber sehr armselig. Einzelne Geigen hat er nach Stradivari gebaut. Am besten sind seine Bässe. Ein Kontrabaß von ihm, der seines edlen Tons wegen sehr geschätzt wird, befindet sich in der Dresdener Hofkapelle.

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