Scan 96
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
49 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 92. See the scan on archive.org.
1Daboll, L. Norman. — New London (Conn. Am.). 1894
2Amerikanischer Geigenmacher und -händler aus dem letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts.
4Dąbrowski s. Dombrowski
6Däblitz, J. Gottfried. — Tapiau (Ostpreußen). 1850. † 12. Okt. 1899
7Ein Kapellmeister, der sich auch mit dem Geigenbau beschäftigt hat. Er war mindestens seit dem Ende der siebziger Jahre in Tapiau ansässig und hat viele Geigen repariert. Für einen Dilettanten besaß er ein bemerkenswertes Geschick, und so hat er für seine neuen Geigen allerlei Ausstellungspreise erhalten. Rechnungsrat Friedrich in Posen besitzt eine nach einem länglichen Modell gebaute Viola von ihm, gute Arbeit, gutes Holz, gelbbraun lackiert. Die F-Löcher erinnern an Stainer, die Schnecke ist tief ausgestochen.
8Geigenzettel: J. G. Däblitz / Musiker und Geigenmacher / Tapiau. 1881 (lithographiert).
10Dähn, Christian Friedrich. — Klingenthal. 1737
11Kommt nur im Kassabuch der Innung als Meister vor.
13Dänzel s. Tentzel
15Dagli Instrumenti, Marco. Ferrara. 1541
16Nach den Zahlamtslisten hat er für die Herzöge Alfonso und Alfonsino d’Este sechs Violinen gemacht. Auch ein Domenico dagli Instrumenti kommt vor; der eigentliche Familienname ist aber nicht bekannt.
18D’Agostino, Nicolo. — Palermo. 19. Jahrh.
19Er hatte in der Via Macqueda seine Werkstatt und war am besten als Lautenmacher.
21Dahlström, Joh. Reinhard. — Hamburg. 1788
22Er wurde als »Instrumentenmacher« am 31. Oktober 1788 Bürger; ob er jedoch auch Geigen und Lauten gemacht hat, war nicht nachzuweisen.
24Dal Chitarrino (Gitarino), Biagio. — Ferrara. 1464. 1467
25Modenesischer (?) Lautenmacher, den auch Valdrighi (1248) erwähnt, doch hieß er wahrscheinlich Polverino (s. d.). Auch ein Pietrobono dal Chitarrino kommt 1445—1446 als trefflicher Lautenist vor, von dem jedoch nicht feststeht, ob er auch Lautenmacher war.
27Dalgarno, Thomas. — Aberdeen. 1860. 1870
28Ein Geigenliebhaber, der auf Grundlage der Unterweisungen, die er in Ottos kleiner Schrift fand, etwa 20 Violinen, mehrere Violoncelli und einen großen Baß gemacht hat. Er verwandte einen Spirituslack.
29Geigenzettel: Thomas Dalgarno / Aberdeen 1865 (geschrieben).
31Dalinger (Dallinger), Sebastian. — Wien. 1768. 1809
32Er wohnte im Kärnthner Viertel, Himmelpfortgasse, und legte am 23. Januar 1768 den Bürgereid ab. In den Steuerbüchern kommt er bis 1787 vor. Er war ein mit Thir auf gleicher Stufe stehender, sehr tüchtiger Lauten- und Geigenmacher, von dem namentlich die Violoncelli sehr gesucht sind. Ein solches von 1771 besitzt das Schottenstift in Wien. Er schrieb seinen Namen stets Dalinger, in den Akten liest man dagegen: Tallinger, Tällinger und Dällinger. Sein Holz ist gut, wenn auch nicht ausgesucht schön, die Arbeit sorgfältig. Umrißlinien, Wölbung und F-Löcher sind von schönem Schwung und an das Stainermodell erinnernd. Seine Schnecken oder Löwenköpfchen (die er gerne anbrachte) sind gewöhnlich aus Birnbaumholz geschnitzt. Der Lack ist in der Regel dunkelbraun und ohne Feuer, manchmal aber auch gelb; so besitzt Korecky in Prag ein Violoncello von ihm aus dem Jahre 1803 mit gelblichem Lack. Seine dunkeln Geigen erreichen zwar gute Preise, doch sind tadellos erhaltene Violinen mit gelbem Lack mehr als das Doppelte wert. Er machte auch recht gute Kontrabässe, von denen viele Schlangenlinien als Schalllöcher haben.
33Geigenzettel: Abb. 150 und 160.
35Dalla Corna (Della Corna), Giovan Giacomo — Brescia. Geb. um 1484, † nach 1548
36Er war ein Sohn des Giovan Maria dalla Corna und wohnte in der Contrada del Canto Bombasar. In seiner Steuererklärung vom Jahre 1534 bezeichnet er sich als 50 Jahre alt, wobei seinem Namen der Zusatz »che fa lauti« beigefügt ist. Arbeiten von ihm sind bisher nicht bekannt geworden. In späteren Jahren scheint er die Lautenmacherei aufgegeben zu haben, denn nach seiner Steuererklärung von 1548 zu urteilen handelte er zuletzt mit Waffen usw. De Piccolellis, Vidal, Fenaroli hatten nur Lanfranco als einzige Quelle und geben sowohl die Vornamen als die Jahreszahlen ungenau.
38Dalla Corte, Alfonso. — Neapel. 19. Jahrh.
39Seine Geigen sind gute Nachahmungen der alten Meister, sein gelber Lack zeigt jedoch mehr den Charakter der Mailänder als der Neapolitaner Schule. Übrigens wendet er den Lack in verschiedenen Farben an.
41Dalla Costa, Marco. — Treviso. 1640. 1680
42Vielleicht der Großvater oder auch Vater von Pietro Antonio. Alfred Keil in Lissabon besitzt eine Taschengeige mit drei Saiten von ihm aus dem Jahre 1640.
44Dalla Costa, Pietro Antonio. — Treviso. 1700. 1768
45Der Name wird auch Dalla Caesta gelesen. Er war ein Nachahmer der Brüder Amati, was er ausdrücklich betont, aber auch Stradivaris, und arbeitete recht sauber; namentlich sein prachtvoller rotbrauner oder gelber Lack ist zu loben. Er soll auch in Mantua und Venedig gearbeitet haben; das könnte allerdings nur vorübergehend oder vor 1720 und nach 1757 gewesen sein. Sein Name wurde von Fälschern gern missbraucht1), wodurch sich die ungewöhnlich weit auseinanderliegenden Jahreszahlen, die man neben seinem one of two readings
46Der Name wird auch Dalla Caesta gelesen. Er war ein Nachahmer der Brüder Amati, was er ausdrücklich betont, aber auch Stradivaris, und arbeitete recht sauber; namentlich sein prachtvoller rotbrauner oder gelber Lack ist zu loben. Er soll auch in Mantua und Venedig gearbeitet haben; das könnte allerdings nur vorübergehend oder vor 1720 und nach 1757 gewesen sein. Sein Name wurde von Fälschern gern mißbraucht1), wodurch sich die ungewöhnlich weit auseinanderliegenden Jahreszahlen, die man neben seinem one of two readings
481) Die gefälschten Zettel fallen meist durch ihr fehlerhaftes Latein auf,
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