Scan 99
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1her war er von 1888—1889 in Preßburg ansässig. Er besitzt noch Werkzeuge, die sein Großvater von Mich. Stadlmann geerbt hatte. Im Jahre 1902 verließ er wieder seine Heimat, ging nach Deutschland und arbeitete 1906 in Barmen usw.
2Geigenzettel: Carl Daum / Musik-Instrumenten-Erzeuger / Preßburg Schöndorfergaße 6. (gedruckt).
4Daum, Mathias. — Wiener-Neustadt. Geb. 24. Febr. 1789 in Kaidling (Herrschaft Pöltenberg in Mähren), † 10. Dez. 1855 (am Schlagfluß) in Wiener-Neustadt
5Sohn eines Schullehrers und Schüler von Franz Jos. Wassermann in Znaim. Von 1809—1811 arbeitete er bei Johann Ertl in Wien und von 1812—1813 bei Michael Stadlmann, bei dem er bis zu dessen Tode blieb. Stadlmann versprach ihm »als dem einzigen Subjekte, welches ihm das Geschäft während der Krankheit führte und bis ans Ende bei ihm aus- harrte«, sein Geigenmacherwerkzeug und die Gewölbe-(Laden-)einrichtung samt Holzvorräten, die Daum auch wirklich erbe. Damals hatte Magnus Eberle seine Werkstatt in Wiener-Neustadt aufgegeben, weshalb Daum am 3. Juni 1813 bat, ihm dessen Gewerbe obrigkeitlich zu verleihen, was ihm bereits am 11. Juni be- willigt wurde. Am 14. Febr. 1814 legte er den Bürger- eid ab und heiratete am 17. Juni 1821 die Bürgerstochter Anna Pfleger, von der er sechs Kinder bekam. Er war ein tüchtiger Meister und den besten Wienern ebenbürtig. Geigen von ihm zeichnen sich durch kräftigen, gleichmäßigen Ton und schöne Form aus. — Sein Name kommt auch »Thaum« geschrieben vor.
7D’Avenia, Carlo. — Neapel. 1788
8Vielleicht ein Schüler von Al. Gagliano. Prof. Dr. A. Bensande in Lissabon besitzt ein Violoncello von ihm mit geschriebenem Zettel.
10D’Avenia, L. — Neapel. 1888
11War auf der Musikausstellung zu Bologna mit zwei außergewöhnlich fein durchgeführten Mandolinen ver- treten; die dabei zu lesende Bemerkung: »Di materie chimiche« gibt allerdings ein Rätsel auf.
13David. — Paris. 1730
14Nach Vidal u. a. ein Zeitgenosse von Pierray; Grillet erwähnt nur den Namen und das Jahr; nach Hart »Hoflautenmacher Louis’ XVI.«, nach anderen »Lieferant der Hofmusik«. Übereinstimmend wird seine Arbeit als gewöhnlich bezeichnet. Da die Quelle nicht angegeben wird, aus der diese Angaben geschöpft sind, und da mir nie Arbeiten von der Hand dieses David vor- gekommen sind, liegt möglicherweise eine mißverständ- liche Auffassung der Firma »Au roy David«, die ja vielfach gebraucht wurde, vor. »Au roy« wurde vielleicht auf Louis XVI. bezogen und »David« als Name gelesen.
16David, Claude-Joseph. — Dijon. 1851
17Kleiner Geigenmacher, der hauptsächlich von Wieder- herstellungsarbeiten lebte.
19Davidson, Hay. — Huntley. 1870
20Wenig hervorragender Geigenmacher aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts.
22Davidson, Peter. — Forres (Schottland). Geb. 1834 in Speyside. 1886
23Er war Steuerbeamter und ist 1886 nach Louisville (Georgia, Am.) ausgewandert. In seinen freien Stunden machte er viele Violinen nach den Modellen von Stradi- vari und Guarneri, die er mit einem roten Öllack versah. Er veröffentlichte auch eine Schrift über den Geigen- bau, die 1895 in Amerika in 3. Auflage erschien.
25Davidson, William. — Edinburgh. Geb. 1827 in Muckhart, Perthshire
26Er machte aus Liebhaberei über 30 Geigen usw. und erhielt in Glasgow 1890 hierfür ein Diplom zweiter Klasse.
27Geigenzettel: William Davidson / Edinburgh. 1890. (geschrieben).
29Davies, Thomas. — Birmingham. 1900
30Englischer Streichinstrumentenmacher der Gegenwart.
32Davini, Giusto. — Lucca
33Unbedeutender Geigenmacher des 19. Jahrhunderts.
35Davis, Charles John. — Milford Haven. 1895
36Erfinder eines Bogens mit wellenförmigen Einschnitten und tellerförmigen Warzen zur Erzielung einer richtigen Fingerlagerung.
38Davis (Davies), Richard. — London. Geb. um 1790 in Bussage bei Stroud, † daselbst April 1836
39Er begann seine Laufbahn als Geigenmacher bei Norris & Barness und übernahm nach Norris’ Tod 1818 das Geschäft. Er hat nur sehr wenig gearbeitet und war zeitlebens mehr Händler als Geigenmacher. Mit seinem Neffen William zusammen fertigte er auch viele Gi- tarren an.
41Davis, William. — London. 1836. 1846
42Gleich seinem Oheim Richard D., dessen Geschäft er 1836 übernahm, fast nur Händler und Reparateur. Er wohnte Coventry Street. Die neuen Geigen, die er bauen ließ, waren Maucôtels Arbeit. Im Dezember 1846 verkaufte er das Geschäft an Edward Withers und zog sich in seinen Heimatort Bussage zurück.
44Davoux, Claude. — Mirecourt. 1761
45Arbeiten von ihm sind noch nicht zum Vorschein ge- kommen.
47Day, John Dr. — London. 1887
48Ursprünglich Violinvirtuose, Schüler von Ch. Bériot und Mitglied der königl. Hauskapelle, verwendete er jahrelanges Studium auf den Geigenbau und brachte es darin zu so seltener Meisterschaft, daß seinen Geigen, die er jedoch nie für den Handel bestimmt und nie ver- kauft hat, u. a. von John Broadhouse (Violins, old & new) nachgerühmt wird, daß sie den besten Stradivari- Geigen an Tonschönheit gleich kämen (?).
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