Books › Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864 › scan 125
Scan 125
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
4 lines. Read by computer on 1 October 2026. No printed page number was found. See the scan on archive.org.
1Der Verfall des Geigenbaues manifestierte sich nach zwei Richtungen, die einander schmierstracks entgegengesetzt sind.
3Die einen wollten es besser machen, als die Cremoneser, und wichen von den guten Regeln dieser Schule ab. Stainer, das Vorbild der meisten deutschen Instrumentenmacher, gab selbst den Impuls dazu. Er baute den Kasten in der Brust und im Boden sehr hoch. Eine hohe Wölbung verträgt aber nicht bloß, sondern erfordert sogar eine geringere Stärke der Decke. Stainer sah dies recht gut ein und baute daher die Decke wie den Boden schwächer, als wir sie an den flach gemollten Stradivarii's antreffen. Er beging aber einen Fehler anderer Art, indem er die hohe Wölbung nicht allmählig genug gegen den Rand zu sich verlaufen ließ, wodurch längs desselben eine, bez. vollen und gleichmässigen Vibration nicht förderliche Vertiefung entstand. Daher kommt es wohl, daß der Ton seiner Instrumente nicht den Schmelz und die Runbung der italienischen besitzt; und sich mehr dem scharfen, spitzigen Charakter nähert, den den späteren deutschen Instrumenten vorwaltend eigen ist. Vielleicht war es aber gerade diese Töne farbe, welche den Stainer'schen Erzeugnissen lange Zeit eine so große Beliebtheit verschaffte. Auffallender traten jedoch diese Mängel hervor, als man bald diese, bald jene Seite der Stainer'schen Bauart herausgriff, ohne Rücksicht, ob sie zum Ganzen paßte oder nicht. So hielt man die Vertiefung in den Decken längs des Randes, welche Vertiefung bei Stainer lediglich eine Folge der ausnehmend hohen Wölbung war, für etwas Wesentliches, vergrößerte sie zu einer formlichen Höhlchle, und
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.