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Scan 132
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1Besaitung sind, jedes für sich betrachtet, sehr verschiedene Dinge; verschieden in ihrer Bestimmung und noch mehr verschieden in den Graden der Anforderungen, welche sie an die Kunst des Erbauers oder Verfertigers stellen. Es wird heutzutage dem Violinisten nicht schwer, sich eine gute Besaitung zu verschaffen, unschwer ist es auch dem Instrumentenmacher, einer Geige die fehlende Stimme oder den Bassballen und selbst einen neuen Boden wieder zu geben, oder Defekte der Zargen auszugleichen; schwer aber wird es ihm, oder selbst unmöglich, einer guten Geige die Decke in der Weise wieder zu ersetzen, daß sie keinen Verlust erlitt.
3Wenn man daraus den Schluß ziehen wollte, als ob einer dieser Theile wichtiger wäre als der andere, oder daß sie nicht alle mit der gleichen Umsicht und Sorgfalt gearbeitet sein müßten, so wäre das ein Irrthum; denn auch ein einziger dieser Theile, gleichviel welcher es wäre, würde, wenn einmal untauglich zu seinem Zwecke, die gute Wirkung aller andern, wenn auch noch so vorzüglich hergestellten Theile aufheben.
5Man kann also wohl sagen, die Anfertigung dieses oder jenes wesentlichen Bestandtheiles der Geige sei mühsamer, schwieriger und künstlicher als die eines andern; als Bedingungen zur Hervorbringung des guten Tones aber sind sie alle gleich wichtig, und darin eben liegt das Wunderbare in dem Organismus der Violine.
7Die folgende Darstellung hat nun den Zweck, die Tätigkeit des Instrumentenmachers im Einzelnen zu beleuchten, und die Gesetze zu entwickeln, unter welchen sich ein harmonisches Zusammenwirken der genannten Theile gestaltet.
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