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Scan 135
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1Eine Saite tont um so tiefer, je länger, dicker und schwerer sie ist, und je weniger Spannung sie hat; im Gegentheile aber wird sie um so höher klingen, je kürzer, dünner und leichter sie ist, und je mehr ihre Elasticität durch Spannung erhöht wird. — Ober kürzer gesagt: die Tonhöhe wird durch die Dimensionen und durch die Spannung der Saite bedingt.
3Durch aufmerksames Beschauen der Streichinstrumente unserer Orchester, durch Beobachtung eines Spielers kann man über alle wesentlichen Momente der Saitenschwingungen Aufschluß erhalten. Die Viola, das Violoncello, der Contrabass sind ähnlich bezogen, wie die Violine; allein die Saiten werden um so länger und schwerer, je tiefer die Tonlage des Instrumentes ist. Da es die Technik des Spielens nicht zulässt, wie etwa weiland bei dem Trumscheit, die Saiten eines jeden einzelnen Instrumentes je nach ihrer Tonhöhe von verschiedener Länge zu wählen, so muß um so mehr ihr Gewicht nach der Tiefe hin zunehmen. Indessen kann man bei gegebener Länge die Dicke einer Saite nicht über ein gewisses Maß wachsen lassen, wenn nicht die Biegsamkeit verloren gehen soll, welche eine ihrer wesentlichsten Eigenthümlichkeiten ausmacht. Das Umspinnen mit Silberdraht, welches bei der tiefsten Saite der Violine und den beiden tiefsten der übrigen Streichinstrumente angewendet wird, erhöht das Gewicht bedeutend, ohne der Biegsamkeit in gleichem Grade Eingriff zu thun.
5Wenn der Violinspieler eine Saite seines Instrumentes höher stimmen will, spannt er sie durch Drehung des Wirbels stärker an, und er läßt auf gleiche Weise
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