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Scan 144
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1nung übergeht, ob allmälig, wie in der schönen Welle eines ruhigen Wasserspiegels, oder in zähem Absturz, wie in einer brandenden Woge, ob ebenmälig oder in unregelmälig wechselnder Weise. Je regelmässiger die Tonwelle, desto reiner und schöner der Ton; je mehr Unregelmässigkeiten bei jener hinzutreten, desto eher zeigt sich am Tone das, was sich im Zischen der Fähte, im Krazen oder Schnarren der Streichinstrumente, im Schmettern der Trompete dem Ohre bemerkbar macht.
3Die Güte des Tones hängt aber nicht allein von dessen Stärke ab, sondern von seiner Tiefe. Es ist hier ebenso wie bei der Singstimme. Der Charakter mancher Tonstücke fordert einen tieferen, ernsthafteren Ton. In großen Vocalen gilt freilich vor Allem die Stärke des Tones.
5Stärke und Klangfarbe des Tones werden aber nicht wie die Tonhöhe allein von der Beschaffenheit der Saite, sondern von der Mitwirkung des Resonanzkörper (der Violine) bedingt. Wenn aber der Resonanzkörper in constructiver und anderer Hinsicht auch die besten Eigenschaften in sich vereint, so wird eine man- gelhafte Besaitung diese Vorzüge dennoch nicht zur Geltung kommen lassen, und so umgekehrt.
7Vor allem ist nebst passender Stärke und elastischer Widerstandsfähigkeit vollkommene Gleichheit der Saite nötig, um durch sie einen reinen und schönen Ton erzielen zu können. Es mag deshalb von Interesse sein, das sorgsame Verfahren, welches bei Anfertigung der Violinsaiten beobachtet wird, näher kennen zu lernen.
9In der Fabrikation der Violinsaiten stehen die Italiener obenan, weshalb wir das von denselben
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