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Scan 146
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1als daß sie gute Quinten geben könnten. Der Gründer der neapolitanischen Saitenfabrikation Angelo Angelucci hatte über 100 Leute in seinem Dienste, vier allein in Neapel, welche täglich in der Stadt bei allen Capretari, welche Lämmer und Ziegen schlachten, einsprachen und ihnen die Eingeweide von jedem Stücke für einen Groschen abkaufsten. Es ist notwendig, daß diese Därme rasch gereinigt werden, sonst nehmen sie eine dunkle Farbe an.
3Während dieser Operation geht viel verloren, weil die Gedärme in diesem Zustande leicht zerreissen. Man teilt diese Eingeweide in neun Sorten von verschiedener Güte und Stärke, und wählt sich für die besten Saiten überhaupt nur die feinsten, schmalsten Stücke. Die dicken, starken Enden der oft 50 Fuß langen Eingeweide werden stets abgeschnitten.
5Die Hauptaufgabe ist nun, die Eingeweide von allen fremdartigen Bestandtheilen, den Schleimhäuten und andern Anhängseln zu befreien. Dies kann nur durch eine Art eingelegter Faulnis oder Maceration geschehen, weshalb eine etwas gleichförmig höhere Temperatur vonnöthen ist. In Italien ist die Zeit von Ostern bis Oktober die günstigste zur Saitenfabrikation. Da die Verarbeitung der Därme zu Saiten, wie eben angedeutet wurde, durch eine Art Gährung geschieht, so ist ein bestimmter, gleichförmiger Grad der Temperatur von höherer Wichtigkeit, als man bisher glaubte, und selbst in Italien mislingt die Operation bei häufigerem Wechsel der Temperatur.
7Man vereinigt die Därme von einerlei Sorte mit ihren schmalen Enden und legt sie vierundzwanzig
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