Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 167

Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864

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1Winben geschüften Thälern auf magerm Grunde wächst, ist das beste; es muß hinreichend alt sein, so daß die Nöthren der Holzfasern bereits ausgefüllt und fest sind. Jakob Stainer suchte sich das Holz zu seinen Geigen selbst und wählte nur solches Holz, welches am Gipfel bereits abzusterben anfing. Aller Saft schabt dem Holze; es muß deshalb im Winter gefällt und die Sommerseite abgespalten werden, weil diese, voll Harz und überhaupt zu üppig entwickelt, nicht hinreichende Festigkeit besitzt.
3Ein Brett von 7 mm dicken Resonanzholz aus der gewöhnlichen Tanne läßt sich parallel mit den Jahren beinahe wie feuchtes Leder biegen, während das Holz der Haselfichte der Hand widersteht und sich nicht leicht trümmern läßt.
5In Hinsicht der für die Struktur des Resonanzholzes üblichen Ausdrücke "klarjährig" und "großjährig" ist zu bemerken, daß die erstere Bezeichnung dann gebraucht wird, wenn die Jahresringe sehr eng beisammen liegen, während die letztere das Gegenteil bezeichnet.
7Es ist jedenfalls irrig, wenn man behauptet, das Resonanzholz für Violindecken sey um so besser, je klarjähriger es ist; eben so unrichtig wäre es, wenn man, was indes seltener geschieht, die gewünschten Vorzüge in sehr großjährigem Holze suchen wollte. Als Regel nimmt man an, daß die Jahrringe weder sehr eng noch sehr weit aus einander liegen sollen, da im einen Falle auf ein verkümmeretes, im andern auf ein zu üppiges, in keinem Falle von beiden also auf ein normales Wachsthum des Baumes zu schließen ist.

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