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Scan 168
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1Ausnahmen von dieser Regel finden sich jedoch nicht selten, und man trifft vorzügliche Instrumente mit Decken von sehr klarjährigem und ebenso von sehr grobjährigem Holze. In solchen Fällen zeigen sich die gründlichen Holzkenntnisse der alten Meister am entschiedensten. Es ist schon erwähnt worden, daß Stradivario sehr klarjähriges Holz verarbeitete; dagegen kennen wir ein vorzügliches Instrument von M. Albani, an welchem die übrigens sehr kräftig und massig hervortretenden Jahrringe mitunter 7–8 mm aus einander liegen.
3Während man zu Decken von jecher das Fichtenholz jedem andern vorzog, herrschte in der Wahl des Holzes zu Boden und Zargen nicht immer dieselbe Übereinstimmung. Zwar sind an der weit überwiegenden Mehrzahl der italienischen Instrumente diese Bestandtheile aus Ahornholz gemacht, und insbesondere ist dies bei den Werken der bedeutenden Meister fast durchgehends der Fall; indess gibt es auch hier Ausnahmen. So kennt man z. B. ein Violoncell, angeblich von J. Guarneri del Gesù, das einen weichen Boden hat. Bei den Meistern zweiten und dritten Ranges aus dem 17. Jahrhundert kommt es häufiger vor, daß der Boden aus Fichtenholz, Tannen- oder Lindenholz besteht. In dem Besitz des Dr. Schebek befindet sich ein Violoncell aus dem Jahre 1659, an welchem der Boden aus Lindenholz und die Zargen aus Buchenholz sind. — Es mag aber unter Lindenholz und Lindenholz auch ein großer Unterschied seyn. In der an uns gerichteten brieflichen Mittheilung eines großen Instrumentenkenners, der im Besitz eines Violoncello's von G. B. Ruggieri ist, das ebenfalls einen Boden aus einer Art
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