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Scan 171
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1Verhältnissen der einzelnen Theile gegeneinander, wenn man auch das beste Holz verwendet, als bei diesem scheinbar so einfachen Instrumente. So ist die Dicke der Decke und des Bodens von der allergrößten Wichtigkeit, und eine geringe Veränderung darin hebt oder zerstört den Ton der Geige beinahe gänzlich. Ist das Holz der Geige zu dick, so wird der Ton schwach und langlos sein; ist es zu dünn, so wird der Ton hohl, pausend, oder, wie die Instrumentenmacher sagen, bullrig.
3Durch die Wölbung wird die Elasticität der Resonanzdecke vermehrt. Je gewölbter sie ist, desto größer wird dadurch ihre Widerstandsfähigkeit sein und um so weniger Holzstärke wird sie haben müssen; dagegen erfordert eine flacher gebaute Geige mehr Holzstärke. Wegen ihrer flachen Bauart (½ Zoll Wölbungshöhe) sind die Violinen des Stradivario viel stärker im Holze als jene der Amati.
5Auch die Vertheilung der Holzmasse in der Decke ist von der allergrößten Wichtigkeit. Hierin nun folgten die größten Geigenmacher ebensowohl verschiedenen Principien, wie in der Wölbung, was wieder auf die Qualität des Tonens großen Einfuß hatte.
7Die größte Stärke des Holzes ist bei allen Instrumenten stets an jener Stelle der Geigenwölbung, welche etwas unter der Mitte des Körpers liegt, gegen die breiteren Backen zu über den Ecken. Eine kreisförmige (oder elliptische) Scheibe von höchstens 2 Zoll Durchmesser oder der Breite des Steges bleibt gleich dick im Holze. Sie wird der kleine Schallpunkt genannt. Die Dicke des Holzes darf hier im Durchschnitte 4 mm nicht übersteigen. Bei den ältesten Geigen sinkt jedoch diese
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