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Scan 180
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1ausgefüttert werden. Diese Reparatur erfordert aber ebensowohl großen Fleiß als enormes Geschick: denn soll sie nützen, so muß das aufzulegende Holz so genau an die Stelle passen, daß kein Leim dazwischen bleibt.
3Will der Geigenbauer weber nach diesem von Vagatella vorgeschriebenen Verfahren noch nach einem selbstständigen Plane arbeiten, so kann er — und das ist doch wohl das Beste — sich an ein Muster halten, von dessen Reichheit und Unvervorenheit er aber vollkommen versichert sein muß. In unserer Zeit wird Stradivario billig allen andern Meistern vorgezogen, da ein umsichtiger und kennnisreicher Meister mit dieser flachen Form am ehesten den unserer heutigen Musik zugesagten vollen und kräftigen Ton erzielt.
5Es muß aber hier nochmal wiederholt werden, daß Kenntnis und Auswahl des Holzes von höchster Bedeutung sind und bleiben. Ohne diese nützen alle Regeln, alle Muster nichts, und der fleißigste und geschickteste Arbeiter wird ohne seine Holzkenntnis nie Vorzügliches leisten. Unsere größten Meister sind auch nicht etwa bloß durch das äußere Gepräge ihrer Arbeiten, sondern zu allermeist durch die Wahl des Holzes kennlich, und sie verschwendeten ihre Kunst nie an geringes Material. Freilich erlaubten ihnen die Umstände wählerisch zu sein. Die Instrumente der Italiener waren gesucht und, wie wir bei Stradivario schon bemerkt haben, gut bezahlt. Dadurch gründeten sie sich eine Wohlhabenheit, die sie in den Stand setzte, sich das beste Material zu verschaffen. Von guter Hand wird uns in diesem Betreff geschrieben: "Duillaume macht große Reisen fast alljährlich nach der Schweiz,
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