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Scan 202
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1Letternholz, auch Schlangenholz genannt, dem Fernambuck vorziehen zu müssen geglaubt; allein es ist zu schwer und verliert bei dünnerer Ausarbeitung die nötige Spannkraft. Außer diesem ist das Bollertrie- oder Pferdeleitschholz, über Holland kommend, zu Geigenbogen zu verwenden. Nicht so gut ist das Campe- cheholz, auch Blauholz genannt: Indess werben vorzüglich in Norddeutschland die meisten bessern Bogen daraus versiertigt. Nur die Contrabassbogen werden aus Buchenholz gemacht. Zu Fröschen nimmt man Ebenholz, auch Buchs, bei geringern Fabrikaten Birkenholz.
3Von großer Wichtigkeit ist der Bezug des Bogens, wo zu bei Violin- und Cellobogen weisse, bei Contrabassbogen schwarze Pferdehaare genommen werden. Die Pferdehaare sind in ihrer Qualität sehr verschieden. Die Schweifshaare der Hengste sind stärker, dauerhafter, und zwar ist dies bei den schwarzen Haaren in höherm Grade der Fall als bei den weissen. Die Haare der Stuten sind nicht nur feiner und beim Spiele weniger dauerhaft, sondern auch fettiger und ungleichmässiger, weshalb man sie zu guten Bogen nicht verwenden soll.
5Wenn zwischen zwei Fingern ein einzelnes Roßhaar von der Haarwurzel gegen die Haarspüte zu durchgezogen wird, so empfindet man fast gar keinen Widerstand; dagegen werden merkliche Rauheiten fühlbar, wenn man das Haar in der entgegengesetzten Richtung durch die Finger gleiten läßt. Mikroskopische Untersuchungen haben diese Erscheinung aufgeklärt. Das Roßhaar stelle, mikroskopisch betrachtet, einen Cylinder dar, dessen Querschnitt eine Ellipse ist, und die drei
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