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Scan 208
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1leicht ansprechen. Ein Instrument muß Jahre lang und gut gespielt werden, um diese Eigenschaften zu verlieren. Man behauptet, daß die Geige ihre schönste Klangfülle unter der eben gemachten Voraussetzung erst nach 30—40 Jahren erreiche.
3In neuerer Zeit sucht sich die Meinung zu verbreiten, daß — die beste und sorgfältigste Behandlung des Instrumentes vorausgesetzt — die Geige dem Schicke alles Organischen unterworfen, nur eine begrenzte Blüthezeit habe, daß sich ihre guten Eigenschaften mit der Zeit unverhinderlich abschwächen. Doch läßt sich keine Stimme darüber vernehmen, wie lange wohl diese Blüthezeit dauern möge, ebenso wenig ist diese Behauptung bisher mit stichhaltigen physikalischen Gründen bewährt worden. Vorläufig dürfte nach dieser Richtung der Umstand einige Beruhigung einflößen, daß ein Künstler wie Dieu temps auf einer Maggini Solo spiele.
5Es konnte nicht, wie man ebenfalls behaupten will, bloße Sache der Mode gewesen sein, daß man früher von Amatis, den Stainer einen Vorzug gab, den sie nun gegenüber den Stradivarios und Guarnerios nicht mehr haben, sondern es waltete hierin, wie schon mehrfach angedeutet wurde, das Bedürfniß der Zeit.
7Unter den Instrumenten mit der größten Tonfülle reichen die Stradivario's am weitesten in's 18. Jahrhundert herein. Gewiß fanden sich nach diesen Jahren Instrumente von vorzüglichen Geigenmachern (man denke an Spohrs Lupot-Geige), welche erst später ihren vollen Glanz und Ton, und wenn das Glück
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