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Scan 29
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1gamentmanuscript, bekannt unter dem Namen „Mater verborum“, aus der Zeit 1202—1212 herrührend, aufbewahrt. Unter den für die damalige Zeit außergewöhnlich sein und künstlich ausgeführten Miniaturmalereien befindet sich ein Engel, welcher im Arm eine Geige hält. Auf einem andern Pergamentmanuscripte, der Bibel von Jaromèr aus dem Jahr 1529, finden sich gleichfalls mehrere Figuren, welche Geigen spielen.
3In der rechten Nische des gotischen Portals der Kapelle St. Julien des Ménétriers, ehemals in der rue St. Martin, befand sich eine Statue, einen Mann mit faltigem Unter- und Oberkleid, mit Mantel und einer Art von Kappe darstellend, welcher auf einer Violine spielt, die ganz die Gestalt und Größe der noch gegenwärtig gebrauchten besitzt, und selbst f-förmige Schalllöcher hat. Der Bogen ist gleichfalls gerade. Die Kapelle gehörte einem Hospitale an, welches von den Minstrels Jaques Grare und Huet, wie es heißt, im Jahr 1330 gestiftet wurde. Eine alte Sage macht den berühmten Minstrel Collin Muset zum Erbauer des Portals. Vom gewöhnlichen Minstrel stieg er unter dem ritterlichen Theobald IV., Grafen von Champagne, gewöhnlich bloß König von Navarra genannt († 1274), zu hohen Ehren. Das oben erwähnte Steinbild soll nun der Sage nach diesen Minstrel verewigen. Da aber in der Nische links am Eingange die Statue des hl. Julian steht, so glaubt St. L. Millin (Antiquités nationales), man könne unmöglich den Heiligen einem ehemaligen Minstrel gegenüber gestellt haben. Er hält ihn deshalb für den hl. Genest, den Patron der Minstrels.
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