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Scan 38
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1Die Fortschritte der Instrumentenbaukunst lassen sich mit einiger Sicherheit, wie schon oben bemerkt wurde, erst im 16. Jahrhundert übersehen, da uns von dieser Zeit an eingehendere Berichte der Schriftsteller zu Gebot stehen. In den früheren und frühesten Zeiten mögen die Streichinstrumente wohl großenteils von den ausübenden Musikern selbst verfertigt worden seyn, wie denn auch noch heutzutage z. B. die norwegischen Bauern ihre fünffellige Geige selbst zu bauen wissen; im Beginne des 16. Jahrhunderts aber beweisen die Abbildungen von Instrumenten, daß zu ihrem Bau schon eine technisch geübte Hand vorausgesetzt werden muß. Wir wollen in dem Nachfolgenden die Nachrichten aus älteren Schriften für unsern Zweck so unverkürzt geben, daß dem Leser der Besitz jener seltenen Werke vollkommen erspart sein dürfte.
3Das älteste bisher gehörige Werk ist die "Musica getutscht" (deutsche Musik) von Sebastian Virbund. Dasselbe ist 1511 zu Basel gedruckt und behandelt auf dem bescheidenen Raume von 24 Quartseiten (das ganze Opus zählt nur 56 Quartblätter) sowohl alle damals gangbaren als auch die damals längst antiquirten Musikinstrumente, und gibt von sämmtlichen ziemlich genaue Abbildungen. In dem Dialog eingangs des Werckens läßt der Verfasser durchblicken, daß er sich, um die Kenntniß aller "gebrauchlichen" Instrumente zu erlangen, weber lange Mühe, noch beschwerliche Reisen habe verdriessen lassen, welcher Umstand unser Vertrauen und den Werth der Schrift zu steigern gewiß geeignet ist. — Wir haben uns indeß bloß auf die von Virbund angeführten Bogeninstrumente zu be-
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