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Scan 45
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1Wunder nehmen können, ruft er aus, daß Steine, Wälder, Berg und Thal dem Orpheus nachgesprungen seien, er habe der Fabel auch gar nicht sich schämen können, da er diese Töne vernommen „so lieblich und sein.“ Freilich haben wir diese Lobpreisung kaum für mehr zu achten, als poetische Redeblumen; seinen Worten:
3„Denn wahrlich, solche Musik kann
4Aufmuntern beide, Weib und Mann,"
6fügt er treuherzig hinzu:
8„Und sonderlich, wenn Brot und Wein
9Und gute Bisslein allda seyn,
10Wie man allda viel auffrug,
11Ganz fürstlich und hofmännlich gnug" u. s. w.
13Hier fanden denn auch die Virtuosenkünste ihre Stelle, in dem sogenannten „Diminuiren und Coloriren“, einem Tonspiele, das die einfachen Gänge melodisch hervorragender Stellen, zumal die Tonfälle, umgaukelte. Ein besonderer Styl der Begleitung in manigfachen Wendungen zierlichen oder bedeutamen Spieles hatte sich damals noch nicht ausgebildet; er lag auch nicht in der Richtung der Zeit. Denn dieser stand kunstreicher, mehrstimmiger Gesang in der Mitte der gesammten Tonkunst und übertrug seine Formen auch auf das Instrumentalspiel. Sollte durch dieses allein — in stiller Musik, — wie man damals sich ausbrückte — ein dem Gesange ursprünglich bestimmter Tonfall ausgeführt werden, so bedurfte er in den meisten Fällen nicht erst einer besonderen Anbequemung. Die Auffrischsten der Mehrzahl damals gedruckter Gesangswerke enthalten die Bemerkung, daß ihr Inhalt auch „für die Instrument dienstlich“, oder „auf jeder Art von Instrumenten zu gebrauchen“ sei.
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