Books › Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864 › scan 48
Scan 48
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
8 lines. Read by computer on 1 October 2026. No printed page number was found. See the scan on archive.org.
1Das Instrument ist ziemlich groß und hat folgende Stimmung:
3A, D, G, H, e, a;
5der hakenförmig zurückgebogene Wirbelflaken dient zugleich dazu, die Geige an die linke Schulter zu hängen, wodurch die beiden Arme des Spielers die nötigste Frei-
7findet sich in vierstimmiger Bearbeitung von Ludwig Senfl (1539) in Becker's "Hausmusik". Im 8. Takte ist entweder von Becker selbst oder seinen Gewährsmann durch Einzeichnung eines gis statt g der Mollaccord zum Duraccord umgewandelt. Jedenfalls hat den Mollaccord. Für denjenigen, der die Notierungssarten der damaligen Zeit nicht näher kennt, muß hier bemerkt werden, daß in der Tabulatur das g mit gis zu verwechseln dem fundigen Leser eine hohe Unmöglichkeit ist, da das erstere mit o, das letztere mit t bezeichnet wird; die Componisten vor und lange nach Senfl's Zeit aber, die sich der Notenschrift bedienten, pflegten chromatische Zeichen nur in sehr seltenen Fällen einzugeben, und so kam es, daß die neueren Tonlehrten mit höchst erkennenswerthem Eifer aus zahlreichen Schriften eine Theorie zu der alten Praxis erst zusammenstellen mußten, um bei Anwendung der chromatischen Zeichen mit einiger Sicherheit versahen zu können. Die Lehre von den Gabenzen hat in diese schwierige Theorie das hellste Licht geworfen, ohne aber für alle Fälle volle Sicherheit zu bieten, wie sie denn auch gerade im vorliegenden Falle verhängnisvoll wurde. Becker bezeichnet ausdrücklich den Tenor als die melodieführende Stimme, und geräth, wie man an der bewährten Stelle des Tenors erklärtlich findet, auf eine falsche Fährte. Hätte Becker die Melodie im Distanz gesucht, dem sie nach dem Vergleich mit Judenlünig's Bearbeitung auch gehört so würde er nicht einmal versucht gewesen sein, ein gis zu schreiben. — Zu dieser Abweichung, die man uns verzeihen wolle, hat uns die Absicht verleitet, darauf hinzuweisen, daß Lautenwerke von solchen Meistern, die, wie Judenlünig, in allgemeiner und musikalischer Bildung auf der Höhe ihrer Zeit stehen, wohl geeignet wären, in Betreff der hier in Frage kommenden Materie einen Fingerzeig mit zu geben.
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.