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Scan 72
Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864
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1jener Zeit von einem Instrumentenmacher verlangte, war, daß er seinen Erzeugnissen einen farbigen, milden, angenehmen Ton zu geben verstehe. Und diese Geschicklichkeit muß man dem Chef der Familie der Amati in vollstem Maße widerfahren lassen: seine Geigen, seine Violon und seine Oboe lassen in dieser Beziehung nichts zu wünschen übrig.
3Obwohl Andreas Amati viele Instrumente gemacht hat, ist sind doch von denselben wenige auf und gekommen. Diejenigen, die er auf Bestellung Karl IX. von Frankreich gemacht hatte, befanden sich in einer gewissen Anzahl noch unmittelbar vor der ersten Revolution (1789) unter dem Modell der Egl. Kapelle. Nach den Lagen des 5. und 6. Oktober 1790 verschwanden in Versailles alle diese Instrumente. Cortier fand einige Jahre später zwei dieser Geigen wieder, und es laucht sein Urtheil über dieselben dahin, daß sie wenig Stärke, aber einen Lonzcharakter "voller Streize" gehabt hätten und die Arbeit sei von einer merkwürdigen Vollkommenheit gewesen.
5Die Zeit des Todes von A. Amati ist unbestimmt; aber wahrscheinlich ist, daß er gegen 1690 starb; denn die mit dem Namen Amati nach dieser Zeit bezeichneten Instrumente sind von seinen Söhnen.
7Hieronymus et Antonius. Beide Brüder betrieben ihr Geschäft bis zu der Verheirathung des Hieronymus gemeinsam unter der Firma: Hieronymus et Antonius Amati, Andreae Filii.
9Antonio, geboren zu Cremona 1650, befolgte die Principien seines Vaters, wählte aber bei seinen Geigen viel öfter das kleine, selten das größere Patron.
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