Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 255

Die violine und ihre meister, 1904

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1Aber auch deutsche Violinspieler begannen frühzeitig nach Italien zu ziehen. Einer der ersten war Nicolaus Adam Strungk, geb. im November 1640 in Braunschweig, welcher als Violinist in den Diensten des Kurfürsten Ernst August von Hannover stand.
3Strungk war zunächst Klavierspieler. Schon in seinem zwölften Jahre bekleidete er den Organistenposten an der Martinskirche in Braunschweig. Später, nachdem er sich vorwiegend dem Studium der Violine unter Leitung eines gewissen Schnittelbach, den Gerber einen der „größten Violinisten des 17. Jahrhunderts“ nennt, gewidmet hatte, trat er 1661 als erster Geiger in die Kapelle zu Celle (bis 1665). Dann war er in Hannover tätig, ging von hier als Musikdirektor an das Hamburger Theater, für welches er auch einige Opern setzte, und reiste weiterhin in Begleitung des Herzogs von Hannover einige Jahre lang in Italien. Bei seinem Aufenthalte in Rom besuchte er Corelli. Von diesem befragt, welches Instrument er spiele, antwortete Strungk: das Klavier und ein wenig Geige. Aber, fügte er hinzu, mein größter Wunsch ist, Euch zu hören. Corelli spielte, während Strungk ihm auf dem Klavier akkompagnierte.
5Nun ergriff dieser die Violine, verstimmt sie gleichsam zum Spaß, und fing an, durch die chromatischen Töne hindurch mit solcher Richtigkeit zu präludieren, daß Corelli, ganz erstaunt, in gebrochenem Deutsch zu ihm sagte: Ich heiße Archangelo (Erzengel), aber man kann Euch wohl heißen Archidiavolo (Erzteufel)¹. — Mehrfach spielte er auch in Wien vor dem Kaiser.
7Bei seiner Rückkehr nach Deutschland erhielt Strungk 1688 die Berufung als zweiter Kapellmeister in Dresden. 1693 rückte er hier in die erste Kapellmeisterstelle, welche er bis zum Jahre 1696 inne hatte. Dann zog er sich nach Leipzig zurück. Er starb in Dresden am 23. September 1700.
9Von Strungks Violinkompositionen wird ein 1691 herausgegebenes, doch schwerlich noch existierendes Werk unter folgendem Titel genannt:²) Exercices pour le Violon ou la Basse de Viol
11¹) Allgem. mus. Ztg. vom Jahre 1811, Nr. 25.
12²) Bei Fétis.

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