Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 257

Die violine und ihre meister, 1904

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1geführt. Der König von Portugal suchte nämlich für seine Kapelle einen tüchtigen Konzertmeister, weshalb in Amsterdam ein Konkurrenzspiel veranstaltet wurde. Birckenstock beteiligte sich an demselben und errang den Preis vor allen andern Geigern. Doch konnte er sich nicht dazu entschließen, seinen hohen Gönner, dem er die künstlerische Ausbildung verdankte, zu verlassen. So kehrte er denn nach Kassel zurück, und als Anerkennung dafür erfolgte 1725 seine Beförderung zum Hofkonzertmeister. Doch blieb er nur fünf Jahre in dieser Stellung. Denn als der Landgraf 1730 starb, übernahm er die Leitung der herzogl. Kapelle zu Eisenach. Hier wirkte er bis zu seinem Tode, welcher schon nach drei Jahren, am 26. Februar 1733 erfolgte.
3Dass Birckenstock trotz seiner nahen Beziehung zu französischen Violinmeistern die durch Fedeli und Fiorelli empfangenen Eindrücke des italienischen Musikgeistes nicht abgestreift, sondern vielmehr seinem Wesen assimiliert hatte, beweisen unwiderleglich seine Violinsonaten, welche unverkennbar nach dem Vorbilde Corellis geschaffen sind. Ein besonderes Interesse gewähren sie dadurch, daß sie der formellen Anordnung nach zu den frühesten wirklichen Sonaten gehören, welche von Deutschland ausgingen. Ihr musikalischer Gehalt ist nicht bedeutsam und nur von mittlerer Güte. Birckenstock veröffentlichte noch ein zweites Sonatenwerk und außerdem 12 Konzerte.
5Wie entschieden aber auch ohne persönliche Berührung das Beispiel Italiens seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts auf Deutschland wirkte, zeigt der berühmte, am 14. März 1681 in Magdeburg geborene Hamburger Musikdirektor Georg Philipp Telemann, unter dessen zahlreichen Kompositionen sich „Corellische Nachahmungen mit zwei Violinen und Generalbass“ finden, obwohl gerade von ihm gemeldet wird, daß er sich nach dem französischen Stil gebildet habe, welcher im Gegensatz zu dem damals ernsteren, gediegeneren Wesen der italienischen Musik das rhythmisch belebte, elegante Genre repräsentirte. Für seine Violinsonaten und Konzerte war Telemann zur Hauptsache aber jedenfalls auf das Vorbild der gleichzeitigen italienischen Meister hingewiesen. Diese Kompositionen erwecken irgend einen tieferen Anteil nicht. Ihr Hauptvorzug gründet sich auf die

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