Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 260

Die violine und ihre meister, 1904

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1voller Blüte. Manche Musiker, die später zu Bedeutung gelangten, machten in ihnen die erste Lehre durch. So auch z. B. der berühmte Flötist Quantz. „Er war in der Lehre beim Stadtmusikus Fleischhack zu Merseburg, der selbst als guter Geiger galt. Dort lernte er zuerst die Violine. Bald nachher ergriff er noch die Hoboe und Trompete, gab sich auch während seiner Lehrjahre, außer der Violine, am meisten mit diesen beiden Instrumenten ab. Da aber ein kunstgerechter Stadtpfeifer geselle in Deutschland auf allen Instrumenten musste mitmachen können, so wurde er auch mit den andern, als Zinken, Posaune, Waldhorn, Flöte à bec, deutscher Bassgeige, Viola de Gambe, und der Himmel weiss mit wieviel mehreren, nicht verschont. Quantz hatte immer die Violine als sein Hauptinstrument am fleißigsten geübt. Die Solos von Biber, Walther, Albicastro1), hernach von Corelli und Telemann, waren seine Schule. Quantz war lange als Violinspieler tätig, namentlich als Gehilfe bei Stadtmusikern; das gedankenlose Tanzspielen war ihm aber beschwerlich.“
3Im Gegensatz zu den Stadtpfeifereien fand das Violinspiel die höhere künstlerische Pflege vorzugsweise an den fürstlichen Höfen, deren Häupter durch ihre Vorliebe für theatralische und musikalische Genüsse hervorragenden Talenten des In- und Auslandes Gelegenheit zu angemessener und für die Entwicklung der Kunst einflussreicher Tätigkeit gaben. Nicht selten nahmen die regierenden Fürsten persönlich in der einen oder andern Weise tätigen Anteil an der Kunstübung, und in diesen Fällen hatte das von ihnen ausgeübte Mäcenatentum seine besonders erfreuliche Seite. Aber auch selbst da, wo Prachtliebe, Verschwendung und Eitelkeit an die Stelle echten Kunstsinnes traten, konnte der Gewinn für die Sache nicht ausbleiben, und es ist unwiderleglich, daß die deutschen Höfe des 18. Jahrhunderts sich um die Kunst und deren Förderung ein unvergängliches
52) Albicastro, eigentlich Weissenburg (Heinrich), ein Dilettant, vortrefflicher Violinist und Komponist für die Violine, geb. in der Schweiz, lebte zu Anfang des 18. Jahrhunderts und starb während des letzten spanischen Successionskrieges als Rittmeister bei der alliierten Armee. Er ließ einige Werke, namentlich Violinsonaten, bei Roger in Amsterdam stehen, auf welchen statt seines Namens, D. H. W. Cavaliere steht. (Gerbers neues Tonkünstlerlexikon.)

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