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Scan 279
Die violine und ihre meister, 1904
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1Künstlern, welche die Traditionen seiner Lehre auch über Berlin hinaus und bis ins 19. Jahrhundert hineintrugen, noch zu Zöblingen: Christian Heinrich Körbitz, Mitglied der Kapelle des Markgrafen in Bayreuth; Johann August Bodinus, erster Violinist in Schwarzburg-Rudolstädtischen Diensten; Ludwig Pitscher und Johann Wilhelm Mathees, Mitglieder der Kapelle des Prinzen Heinrich von Preußen; Adam Feichtner 1), Konzertmeister des damals regierenden Herzogs von Kurland; Leop. Aug. Abel, geb. 1720 in Köthen, tätig in Braunschweig, Sondershausen, Schwedt und Schwerin, C. W. Ramnitz in Diensten des Prinzen Wilhelm von Braunschweig; L. F. Raab und dessen Sohn Ernst Heinrich; Carl Haack und Friedrich Wilhelm Rust.
3Friedrich Wilhelm Rust war, wenigstens als Violinkomponist, der bedeutendste Sprößling dieser Schule. Geboren am 6. Juli 1739 in Wörlitz bei Dessau, gest. 28. März 1796 in Dessau, studierte er zunächst Jura in Leipzig, folgte aber bald seiner inneren Neigung zur Musik. Sein Fürst, Leopold III. von Anhalt-Dessau, ließ ihn zunächst bei einem Violinisten Höch in Zerbst, sodann aber 1763 durch Benda ausbilden. Auch nahm er ihn in den Jahren 1765—66 nach Italien mit, wo Rust des öfteren Verwunderung durch sein treffliches Lautenspiel erregt haben soll. 1775 machte ihn Leopold zu seinem Musikdirektor. Die 3 von ihm im Druck vorhandenen Violinsonaten zeichnen sich durch Gediegenheit, sowie ebenso tüchtigen als wirksamen Instrumentalsatz aus und gehören unstreitig zu dem Besten, was von deutschen Violinisten im Bereich der Violinsonate hervorgebracht worden ist.
5Leopold Friedrich Raab, geb. 1721 zu Glogau, studierte einige Jahre hindurch im Breslauer Jesuitenkloster und wirkte zugleich dort als Kirchensänger. Nachdem er dann bei dem Geiger Rau die Anfangsgründe des Violinspiels gelernt hatte, begab er sich nach Berlin und vervollkommnete sich in dieser Kunst unter Bendas Leitung. Später wurde er Konzertmeister in der Kapelle des Prinzen
71) Über Feichtner (Beichtner) finden sich Nachrichten in Reichardts Autobiographie (Verl. Musik-Ztg. v. J. 1805, S. 313 ff.).
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