Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 303

Die violine und ihre meister, 1904

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1Instrument und hat mehr Feuer, als man bei jemand aus der Tartinischen Schule erwartet, welche sich mehr durch Delikatesse, Ausdruck und sehr feinen Vortrag, als durch Lebhaftigkeit und Abwechslung auszuzeichnen pflegt". Lipowsky bemerkt dagegen, freilich nur vom Hörensagen, über ihn, "daß er zwar Finger und Bogen in seiner Gewalt hatte, die Triller und Doppeltriller gleich gut machte, und die größten Schwierigkeiten mit Leichtigkeit rein ausführte, allein keinen rührenden Ausdruck hervorzubringen, und keinen edlen Geschmack in sein Spiel zu bringen verstand". Von seinen Kompositionen wurde nichts veröffentlicht. Er starb zu München 1779.
3Die Bemühungen der Mannheimer Schule für die Entwicklung eines national deutschen Violinspiels fanden sehr bald auch entsprechende theoretische Ergänzung durch die verdienstlichen Bestrebungen Leopold Mozarts, dessen Name schon allein durch die musterhafte Kunstbildung seines Sohnes Wolfgang Amadeus verewigt ist. Leopold Mozart wurde am 14. November 1719 in Augsburg geboren und starb am 28. Mai 1787 in Salzburg. Nachdem er sich den juristischen Studien gewidmet, trat er in die Dienste des Erzbischofs von Salzburg und versah hier von 1762 bis zu seinem Tode die Funktionen des Konzert- und Vizekapellmeisters. Er war kein musikalisches Genie, aber, was auch unschätzbar ist, ein Mann von tüchtiger Bildung, hellem, scharfem Verstande, tiefer Einsicht in die Forderungen seines Berufs, gewissenhaftester Pflichttreue und von unbestechlichem künstlerischem Ernst. Diese Eigenschaften befähigten ihn in seltenem Maße zur musikalischen Pädagogik, und wie er sie geübt, beweist nächst der Jugendgeschichte seines Sohnes die von ihm vorhandene Violinschule1) (1756). Sie wird allen wesentlichen, an ein derartiges Werk zu stellenden Forderungen gerecht und verbindet Bestimmtheit und Klarheit des Ausdrucks, folgerichtige methodische Führung des Lehrenden und Lernenden durch alle Teile der Violintechnik, soweit dieselbe damals entwickelt war, mit gediegenen, von echt
51) Als wertvolle Ergänzung derselben ist Reichardts "Über die Pflichten des Ripien-Biolinisten" (Berlin und Leipzig bei Decker, 1776) zu betrachten.

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