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Scan 316
Die violine und ihre meister, 1904
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1neuen Lehrer (Trani) bekommen hatte. So altväterisch diese Sonaten zu jetziger Zeit klingen möchten, so will ich sie doch jedem angehenden Schüler auf der Violine nicht zum Produciren, sondern zum Exerciren, bestens empfohlen haben. Er wird bei Erlernung derselben große Progressen im Fingersatz, in verschiedenen Strichen, Arpeggio's, Doppelgriffen u. s. w. machen". Weiter berichtet Dittersdorf, daß er Zuccharinische, Tartinische und Ferrarische Kompositionen studieren müßte. Aber nicht nur mittelbar, sondern auch unmittelbar durch persönliche Berührung wurde das italienische Violinspiel für Wien maßgebend. Dittersdorf berichtet, daß Trani bei Ferraris Anwesenheit in Wien dessen Busenfreund wurde, und bemerkt dazu: „Überall, wo Ferrari sich hören ließ, mußte er (Trani) accompagniren. Dies wirkte so auf ihn, daß er sich Ferrari's Methode, Fingersatz, Strich und Vortrag ganz zu eigen machte. Zur Dankbarkeit für das vielfältige Accompanieren erlaubte Ferrari ihm, seine schönsten Konzerte und Sonaten abschreiben zu dürfen. Ungeachtet Trani schon einige Jahre nicht mehr Solo spielte, hatte er doch die Gabe, seinen Schülern das beizubringen, was er selbst nicht mehr auszuüben vermochte. So kam es denn, daß ich die Ferrarischen Stücke ganz nach dem Geschmack ihres Schöpfers spielen lernte, weshalb mich manche Wiener im Scherz Ferrari's kleinen Affen nannten."
3Dittersdorf war, wie noch erwähnt sei, schon mit dem zwölften Lebensjahre bei der Privatkapelle des k. k. Feldmarschalls Joseph von Hildburghausen als Violinist tätig. Er mußte sich „bereit halten, bei jeder Akademie, die der Prinz den ganzen Winter hindurch alle Freitage dem hohen Adel zu geben gewöhnt war, mit einem Solo aufzuwarten".
5Weiterhin wurde Dittersdorf Kapellmeister des Bischofs von Großwardein, 1769 dasselbe bei dem Fürstbischof von Breslau, Graf Schaffgotsch. 1773 wurde er geadelt. Nach dem Tode des Fürstbischofs (1795) verlebte er seine letzten Lebensjahre auf dem Ignaz v. Stillfried gehörenden Schloß Rothlhotta.
7Gewiß war Dittersdorf ein für seine Zeit sehr tüchtiger Violinspieler. Auch in reiferen Jahren ließ er sich gelegentlich noch hören; so in Bologna. Er war dort in Gesellschaft Glucks, und hörte in
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