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Scan 319
Die violine und ihre meister, 1904
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1Außer Schuppanzigh, als Führer derselben, waren dabei zunächst beteiligt: dessen Schüler Mayseber (Violine II), sodann Schreiber, fürstl. Lobkowitzscher Kammermusikus (Viola) und Anton Krafft (Violoncello). Dieser Verband löste sich auf, nachdem Schuppanzigh in die Dienste des Grafen und späteren Fürsten Rasumowsky getreten war 1). Schindler berichtet darüber in seiner Beethoven-Biographie: „Das schon in jener Zeit ausgezeichnete Quartett: Schuppanzigh — I. Violin, Sina — II. Violin, Weiß — Bratsche, Kraft (Vater) abwechselnd mit Linke — Violoncello, — das späterhin unter dem allgemeinen Namen das Rasumowsky'sche Quartett 2) die ausgebretetste und wohlverdiente Celebrität erlangte — dieses Quartett verherrlichte die musikalischen Zirkel des Fürsten Lichnowsky, und diesen vier echten Künstlerseelen hauchte Beethoven nach und nach seinen erhabenen Geist ein.“ (l. c. Seite 39.)
3„Dieser Quartettverein, für dessen musikalisch reine Sitten Beethoven nie aufhörte Sorgfalt zu tragen, galt mit Recht für die einzig wahre Schule, die Quartettmusik Beethovens, diese neue Welt voll erhabener Bilder und Offenbarungen, kennen zu lernen.“
5Aber nicht nur die Beethovenschen Quartette reproduzierten diese Künstler im Geiste ihres Autors, sie hatten auch durch den persönlichen Verkehr mit Haydn für dessen Werke volles Verständnis gewonnen, und in betreff der Mozartschen Quartette waren ihnen Hofrat Mosel und Abbé Stadler als anerkannte Autoritäten fördernd zur Hand gewesen.
7Ignaz Schuppanzigh war der Sohn eines Professors an der Realschule in Wien, und bildete sich zunächst als Liebhaber im Viola-spiel aus. Gegen 1796 ging er indessen zur Violine und zugleich ganz zur Musik über, und brachte es bald soweit, daß er 1797 schon eigene Musikakademien im großen Saale des Wiener Augartens veranstalten konnte, die während der schönen Jahreszeit, morgens von 7—9 stattfanden, und jahrelang zu den beliebtesten und gesuchtesten
91) E. Hanslick: Geschichte des Konzertweijens in Wien. S. 203.
102) Fürst Rasumowsky war zu jener Zeit f. russischer Gesandter am Wiener Hofe und ein großer Kunstfreund. Ihm widmete Beethoven die 3 Streichquartette op. 59.
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