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Scan 320
Die violine und ihre meister, 1904
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1Kunstgenüssen der Kaiserstadt gehörten. Lange Zeit war er auch bei der Hausmusik des Fürsten Rasumowsky als Führer derselben tätig. 1824 erhielt er eine feste Anstellung in der kaiserl. Kapelle, und 1828 übernahm er das Dirigentenamt an der deutschen Oper zu Wien. Doch genoss er die Früchte desselben nicht lange, denn schon sechs Jahre später, am 2. März 1830 starb er in Wien. Geboren wurde er dort 1776.
3Reichardt sagt von ihm (Vertraute Briefe aus Wien, Bd. 1, S. 333), daß sein „ausgezeichnetes Talent sich nirgend bestimmter und vollkommener ausspricht, als im Vortrag der Beethovenschen Sachen.“ Sonsthin charakterisiert er sein Spiel (ebendas. Bd. 1, S. 206 f.) folgendermaßen: „Herr Schuppanzigh hat eine eigene pitante Manier, die sehr wohl zu den humoristischen Quartetts von Haydn, Mozart und Beethoven paßt; oder wohl vielmehr aus dem angemessenen launigen Vortrag dieser Meisterwerke hervorgegangen ist. Er trägt die größten Schwierigkeiten deutlich vor, wiewohl nicht immer mit vollkommener Reinheit, worüber sich die hiesigen Virtuosen überhaupt oft wegzusetzen scheinen 1); er accentuirt auch sehr richtig und bedeutend. Auch sein Cantabile ist oft recht singend und rührend. Er führt seine wohlgewählten, in den Sinn des Componisten recht gut eingehenden Nebenmänner auch gut an, nur störte er mich oft durch die hier allgemein eingeführte verwünschte Art, mit dem Füße Takt zu schlagen, selbst wo es gar nicht Noth thut, oft nur aus leidiger Gewohnheit, oft auch nur, um das Forte zu verstärken. Überhaupt hört man hier selten ein Forte oder gar Fortissime, ohne daß der Anführer ungestüm mit dem Füße drein schlägt. Dies stört mir aber allen freien, reinen Genuß, und jeder solcher Schlag unterbricht mir die übereinstimmende, vollendete Ausführung, die er erzeugen helfen soll, und die ich von jeder öffentlichen Producirung erwarte.“
5E. Hanslick berichtet a. a. O. über diesen Künstler: „Schuppanzighs Vortrag wird uns von sachkundigen Zeitgenossen als energisch und geistvoll geschildert, nicht frei jedoch von einer gewissen absichtlichen
71) Vergl. hierzu Allgem. musik. Ztg., Jahrg. III, 24, und IV, 534.
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