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Scan 321
Die violine und ihre meister, 1904
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1Zerrissenheit, welche gern durch Trennen zusammengehöriger Phrasen, Hervorheben unwichtiger Noten, selbst durch willkürliche Behandlung des Taktes bedeutend und originell erscheinen wollte und so vielleicht die Quelle einer späteren Vortragsweise wurde, die man kurz die „affektirte“ nennen kann,“ und fügt dann hinzu: „Diesen scharfen Beigeschmack dürfte Sch.8 Vortrag erst in späteren Jahren bekommen haben.“
3Unter den Schülern Schuppanzighs sind vor allen Joseph Mayfeder und Joseph Strauß zu nennen, die man in dem folgenden Abschnitte über das deutsche Violinspiel näher kennen lernen wird.
5Die rege Förderung, welche dem Violinspiel während des 18. Jahrhunderts in den Hauptstädten Deutschlands zuteil wurde, fand ihre Ergänzung durch dasjenige, was in dieser Beziehung gleichzeitig an den kleineren Höfen, so wie sonst in kunstfrohen Städten geschah. Eine nicht geringe Anzahl trefflicher Violinisten erhielt dadurch Gelegenheit, hier und da für die Kunst zu wirken, und dieselbe auch außerhalb der großen Zentralknöpfe des nationalen Geisteslebens heimisch zu machen. Nachstehend folgen Mitteilungen über die bemerkenswertesten dieser Künstler, soweit das vorhandene Material dafür ergiebig ist.
7In seiner Arbeit „Zur Geschichte der Musik am Hofe von Darmstadt“ (Monatshefte f. Mus.-Gesch. 1900) hat Nagel neben einer Reihe belangloser Fiedler und Geiger geringer Qualität (Neupert, Arnold, Baumann, Möller, Schmied, Cotta1), Braun, der vom Backmeister und Futterschreiber zum Kapellmitglied aufstieg, Deuter, der 1758 erster Violinist und stellvertretender Kapellmeister war, Metsch u. a. m.) auch einen tüchtigen Geiger wieder ans Licht gezogen: Wilh. Gottfried Enderle. Über ihn berichtet Gerber (den Fétis wiederholt): „Er wurde geboren zu Bayreuth am 21. Mai 1722, bei verschiedenen Meistern in Nürnberg, dann in Berlin gebildet, erhielt 1748 eine
91) Er wurde in Paris auf Kosten des Landgrafen ausgebildet (um 1680), wie es heißt, von einem Mitglied der „petits violons“.
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