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Scan 137
Handlexikon der Tonkunst, 1873
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1Miltitz, Heinrich von, ein deutscher Dichter, stammte aus dem Meißnischen und war um's Jahr 1536 Amtshauptmann in Barten. Seine Bekanntschaft mit Luther und Paul Sperat, der ihn in der evangelischen Religion unterwies, mögen ihn veranlaßt haben, ein Werk zu schreiben, welches auf der tgl. Schloßbibliothek in Königsberg im Manuscript aufbewahrt wurde. Dies enthielt 116 geistliche Lieder auf die Fasttage und die Passionswoche, desgleichen Uebersetzungen vieler Psalmen, bei denen auch die Melodie in Noten angegeben war.
3Miltitz, Carl Borromäus Alexander Stephan von, Dichter, Componist und musikalischer Schriftsteller, geb. am 9. Nov. 1781 zu Dresden. Während seines Militärdienstes von 1797—1811 nahm er bei Weinlig und Schuster Compositionsunterricht. Seine Zurückgezogenheit auf Scharffenberg bei Meissen wurde aber 1812 durch den Befreiungskampf, an dem er sich als Rittmeister in einem österreichischen Dragoner-Regimente betheiligte, gestört. Nach Beendigung des Krieges kehrte er zurück, arbeitete mit Fleiß und unternahm 1820 zu seiner Bervollkommnung eine Reise nach Italien, der seine Orangenblätter zu verdanken sind. Er starb in Dresden als Oberhofmeister des Prinzen Johann von Sachsen am 19. Jan. 1845. Als Componist hat er sich durch eine Messe, eine Ouverture, die Opern Saul und Czerny Georg, vieler Lieder u. s. w. bekannt gemacht und ist schließlich noch als geistreicher Mitarbeiter verschiedener musikalischer Zeitschriften zu nennen.
5Milton, John, der Vater, geb. zu Milton in Oxfordischen, starb als Notar im hohen Alter 1647. Obgleich er sich nur nebenbei mit Musik beschäftigte, so wird von allen damaligen Schriftstellern gesagt, daß seine Musikgelehrtheit und seine Werke denen der größten Meister seiner Zeit gleichzustellen seien.
7Milton, John, der Sohn, jener große Dichter und Schriftsteller, beschäftigte sich auch mit der Tonkunst. Geboren wurde er zu London am 9. Dec. 1608 und starb ebendaselbst am 10. Nov. 1674. Seine von Händel in Musik gesetzten poetischen Werke sind: Sinfon, l'Allegro und il Penseroso. Seine Compositionen sind leider verloren gegangen. Auf dem Clavier und der Orgel soll er Meister gewesen sein.
9Mimnermus, ein altgriechischer Poet (soll Erfinder des Pentameter sein) und ausgezeichnete Flötenspieler um 630 vor Chr. Geb., aus Kolophon gebürtig. Von ihm war ein Lied für die Flöte, Eradiaß genannt, bekannt, welches häufig bei Prozessionen in Athen gespielt wurde.
11Minacevole, minaciosso, Vortragsbez. = drohend, weist auf einen accentuerten Vortrag hin.
13Minageghinim, s. Maanim.
15Minde, Franciscus de, ein vorzüglicher Sänger, geb. in Brabant um 1640. Er war als Knabe schon wegen seiner schönen Distanstimme ein Liebling des Königs von Dänemark, Friedrich's III., später des Königs von Schweden, zu dem er durch Gefangenschaft gekommen war. Als Altist erregte er in Lübeck Aufsehen, noch vielmehr aber in Hamburg, als er sich in der Vesper zu St. Michaelis hörten ließ. Er blieb daselbst und wirkte als Sänger in den Kirchenmusiken und Concerten, die damals unter Bernhard's Leitung standen. Hier starb er auch.
17Miné, Jacques Claude Adolphe, geb. zu Paris am 4. Nov. 1796, studirte seit 1811 auf dem dortigen Conservatorium Harmonie und Violoncell, war dann als Organist thätig zuerst an der Kirche St. Roch zu Paris, später an der Cathedrale von Chartres, wo er 1854 starb. Seine Compositionen bestehen aus Fanfaren, Sonaten, Pianoforte-, Orgel-, Violoncell-, Violinstücken, einer Contrabass-Écule u. s. w.
19Minelli, Giambattista, geb. zu Bologna, war Castrat und Contra-Altist, und blühte vorzüglich um 1715 zu Rom. Er stammt aus der berühmten Schule des Pistocchi.
21Paul, Handlexikon der Tonkunst. II.
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