Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 138

Handlexikon der Tonkunst, 1873

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1Minengänge, heißen diejenigen Windrinnen im Pfeifeustocke einer Orgel, welche den aus der Windlade erhaltenen Wind den außerhalb der letztern auf einer Bank oder einem Brett stehenden Pfeifen zuführen.
2Minerva, bei den Griechen Athene, Pallas Athene, soll die Erfinderin der Flöte, nach Andern der Leyer gewesen sein.
3Minerva, Paulus, soll ein vorzüglicher Tonkünstler gewesen sein, welcher 1645 zu Neapel starb, 1582 aber als Siegel-Bewahrer zu Mailand mehrere gelehrte Werke herausgab.
4Mingoni, Luca, ein berühmter italienischer Sänger, stand um 1710 in Diensten des Herzogs von Modena.
5Mingotti, Regina (und nicht Katharina), eine der größten Sängerinnen des vorigen Jahrhunderts, wurde zu Neapel 1728 von deutschen Eltern, Namens Valentini, geboren. Sie erhielt ihre Erziehung in einem Ursulinerinnenkloster, verheirathete sich aber bald nach ihrem Austritt, weil sie der üblen Behandlung im Hause ihres Cheins entgehen wollte, mit dem bejahrten Venetianer Mingotti, welcher Unternehmer der Oper in Dresden war. Dieser ließ ihr Unterricht ertheilen vom Capellmeister Porpora und brachte sie dann auf's Theater, wo sie solchen Beifall errang, daß selbst die berühmte Faustina auf ihre Erfolge eifersüchtig wurde. Sie liess sich außer in Dresden noch 1748 in Neapel, in Madrid, Paris, London, München u. s. w. hören. 1787 ging sie nach Neuburg an der Donau zu ihrem Sohn, dem dasigen Forstinspector und starb daselbst 1807. Ein Bild von ihr befindet sich auf der Dresdner Bildergallerie.
6Minguet, Pablo, ein spanischer Tonkünstler zu Madrid zu Ende des 18. Jahrhunderts, gab vielleicht um 1774 heraus: Quadernillo nuevo, que en ocho Laminas finas demuestran y explican el arte de la Musica etc.
7Minim, s. Minnim.
8Minima ist in der Meusuralmusik eine halbe Tattnote.
9Miniovalchi, Guilelmo, ist der Componist von: Miserere mei Deus à 3 voci und Arie, Benedig 1627. Er lebte zu Anfang des 17. Jahrh.
10Ministrale waren und sind noch in einigen katholischen Kirchen die Sänger, die beim Gottesdienst, namentlich bei den Altarverrichtungen, mitzuwirken haben.
11Minnelieder waren lyrische Gedichte, welche die hohe und reine Liebe (Minne) besangen und von den Dichtern der schwäbischen Schule im 12. und 13. Jahrh. (Minnesänger) gedichtet und vorgetragen wurden
12Minnesänger oder Minnesinger hießen die deutschen Kunstlyriker im 12. und 13. Jahrh. deswegen, weil der überwiegende Inhalt ihrer Lieder der Feier weiblicher Jugend, Schönheit und Minne galt. Trotzdem gab es auch viele lyrische Gedichte, die einen religiösen und politischen Charakter tragen. Am meisten blühte der Minnegesang im 13. Jahrhundert in Schwaben und wurde vorzüglich von den Hohenstaufischen Kaisern, den österreichischen Herzögen zu Wien und den thüringischen Landgrafen zu Eisenach begünstigt; später wurde er auch in Dänemark, Pommern, Böhmen, Brandenburg und Schlesien geläbt. Die berühmtesten Lyriker sind: Reinmar von Hagenau (gest. 1210), Walther von der Vogelweide, Hartmann von Aue, Gottfried von Straßburg, Wolfram von Eschenbach, Otto von Botenlauben, Ulrich von Singenburg, Christian von Hamle, Hildebold von Schwanegau, Rudolph von Rothenburg, Ulrich von Winterstetten, Walther von Metz, Ulrich von Lichtenstein. Aus der höfischen Lyrik wurde zu Ende des 13. Jahrh. eine volksmäßige Lyrik von Neithart begründet. Aber auch diese verliert sich bald und wird von den Meistersingern wieder aufgenommen. Ausführlicher siehe von der Hagen: die Minnesänger, Leipzig 1838. 4 Bände. Im Frankreich hießen die Minnesänger Troubadours, deren Compositionen von den Jongleurs ausgeführt wurden.

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