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Scan 273
Handlexikon der Tonkunst, 1873
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1seinen Kindern den ersten Unterricht in der Musik und machte dann mit ihnen Reisen durch Deutschland, Russland und Polen.
3Piris, Friedrich Wilhelm, geb. 1786 zu Mannheim, älterer Sohn des Vorigen, ausgezeichneter Violinist, Schüler von Viotti und in der Theorie von Albrechtsberger, starb als Professor des Violinenspiels am Conservatorium und als Orchesterdirector am ständischen Theater, sowie als Director der Tonkünstlergesellschaft zu Prag am 20. October 1842.
5Piris, Johann Peter, der jüngere Sohn, geb. 1788 zu Mannheim, Komponist und Pianist, lebte zu Paris und dann in Baden-Baden. P. war ebenso, wie sein Bruder, auch Schüler von Albrechtsberger in Wien. Eine Oper von ihm: „Bibiani“, wurde in Paris 1831 aufgeführt, doch ohne großen Erfolg; auch seine zahlreichen anderen Compositionen sind mehr oder weniger der Vergessenheit anheimgefallen.
7Piris, Francilla, geb. zu Lichtenthal bei Baden-Baden um 1816, deren Name eigentlich Göhringer war, wurde von Peter Piris in Paris zur Sängerin gebildet und fand in Deutschland und Italien viel Beifall. Sie hat sich nach 1840 mit einem italienischen Cavalier verheirathet.
9Piris, Theodor, der Sohn des Prager Violinprofessors Friedrich Wilhelm P., geb. am 15. April 1831 zu Prag, war Schüler des Prager Conservatoriums und daselbst speciell von Prof. Mildner, ging nach 3 Jahren zu seinem Onkel nach Baden-Baden und mit diesem nach Paris, wo er in Concerten gefeiert wurde. Nachdem er noch in Cannstadt den Unterricht von Bieuxtemps genossen, machte er Kunstreisen durch Deutschland, überall gerechtes Aufsehen erregend, und wurde dann 1850 in Köln Lehrer des Violinenspiels an der rheinischen Musikschule und Concertmeister. Von hier aus ging er noch nach Holland und Frankreich und starb, den Ruhm eines bedeutenden Violinvirtuosen hinterlassend, den 1. Aug. 1856.
11Pizzati, Joseph, war ein italienischer Gelehrter des 18. Jahrh., der eine Harmonielehre geschrieben hat.
13Pizzicato (ital.), gekneipt, geschnellt; kommt bloss für Bogeninstrumente vor, wenn die Noten nicht mit dem Bogen gespielt, sondern mit den Fingern durch Kneipen oder Reissen der Saiten hervorgebracht werden sollen. Paganini hat diese Manier zuerst ausgebracht.
15Pizzoli, Cola Mar., ein Contrapunktfist des 16. Jahrhunderts.
17Pizzoni, Eleazar, Franziskanermönch, geb. in Parma 1620, war Capellmeister in der Kirche seines Ordens.
19Plach, Franz, Instrumentenmacher zu Schoenbach in Böhmen, lebte gegen 1788.
21Plachy, Wenzeslaus, geb. zu Clopotowiz in Mähren den 4. Septbr. 1785, seit 1811 Organist in der Kirche des Piaristen-Collegiums in Wien und gestorben zu Prag den 7. Juli 1858, hat Claviersachen herausgegeben.
23Placido (Vortragsbez.), rubig, freundlich, gefällig.
25Plagalisch (vom griech. πλαγιος — abhängig, anlehnd) heißen die Octavgattungen der Kirchentöne und Tonarten des 16. Jahrh., wenn ihr Ambitus nicht vom Grundtone zur Octav, sondern von der Unterquart zur Oberquint ausgelibt (die Octav nicht harmonisch, sondern arithmetisch getheilt) wird.
27Plagiaulos, bei den Griechen eine trumme Pfeife oder Flöte.
29Plagis Proti, Deuteri, Triti, Tetrardi, die Plagalen der vier alten authentischen Kirchentöne.
31Plaidy, L., geb. den 28. Nov. 1810 in Wernsdorf, ging nach Dresden und war Schüler vom Concertmeister Haase und von A. Bechwell. Später wurde er Musillehrer beim Grafen Solms, ging dann nach Grimma, wurde daselbst Orchesterspieler, wirkte 1831 in Leipzig bei dem Wunderlich'schen Chor
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