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Scan 302
Handlexikon der Tonkunst, 1873
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11845 zum Ritter der Ehrenlegion ernannt, wurde er 1850 auch Vicepräsident des Comité de l'Association des artistes musiciens. Gedruckt erschienen von ihm zahlreiche Fantasien, Rondo's und Variationen für die Harfe.
3Prynne, William, englischer Rechtsgelehrter, geb. in Swanswick 1600, gest. den 24. Oct. 1665, schrieb eine Unmasse historischer, politischer und theologischer Schriften, darunter eine betitelt: Histrio mastix, worin er die Musik, besonders aber die Vocalmusik, mit Heftigkeit angreift.
5Przibil, …, ein böhmischer Componist, lebte in der 2. Hälfte des 17. Jahrh. und war Chordirector an der Kirche von Raudnitz, wo man von ihm noch Kirchen- sachen vorfindet.
7Psallettes, Maitrises, die alten Singschulen oder Cantorate in Frankreich, in denen schon seit den Zeiten des Franco von Köln der Discantus gelehrt und aus- gelübt wurde.
9Psalms, franz. Psaume, von ψαλλειν (griech.) — ein Instrument spielen, bedeutet im Allgemeinen ein religiöses Lied, welches mit Instrumentalbegleitung gesungen wird. Näher bezeichnet bedeuten Psalmen die religiösen Lieder der Hebräer, welche im alten Testament enthalten sind. Als Loutstuck nennt man den Psalm mit der Motette oder der Kirchencantate zusammen.
11Psalmit, Psalmsänger.
13Psalmodie, bezeichnet zuvorderst sowohl das Singen des Psalmen mit Musik- begleitung, als die Melodie des Psalmengesanges selbst; auch wohl den Psalm an und für sich, inwiefern er gesungen wird, hat man schon eine Psalmodie genannt. Dann versteht man unter Psalmodie einen Gesang, der wegen der Einförmigkeit seiner Melodie mit der natürlichen Rede gar viel Ähnliches hat. Dieser Art ist noch der Collectengesang der Prediger, z. B. der Herr sei mit Euch. Der Singechor beantwortet diesen Satz mit denselben Tönen auf die Worte: Und mit Deinem Geist. Ziemlich alle liturgischen Gesänge können als Psalmodien angesehen werden. Und so nannten auch manche alte Kirchencomponisten Sammlungen von Ton- sätzen mit dem Namen Psalmodie.
15Psalmmelobicon, ein vom Schuhmacher Weinreich zu Heiligenstadt in Thüringen 1828 erfundenes Blasinstrument mit 25 Klappen und 8 Tonlöchern. 1832 wurde es von E. L. Schmidt daselbst verbessert und Apollo-Lyra genannt. Man erzählte Wunderdinge von dem Instrumente, welche aber durch das schnelle Verschwinden desselben in etwas zweifelhaftem Lichte erscheinen.
17Psalter, lat. Psalterium, nannte man die ganze Sammlung von Psalmen, welche sich in der Bibel vorfindet. Dann gab es im Alterthum ein Instrument, Namens Psalter, das in zwei verschiedenen Dimensionen angefertigt wurde. Man hatte einen großen und einen kleinen Psalter; der große hieß Magadis. der kleine Pectis und war ein harfenartiges Saiteninstrument in einem dreieckigen Rahmen, in dem die Saiten, etwa 10 an Zahl, ausgespannt waren.
19Psaltries, oder Psalliren, so viel wie Psalmen singen.
21Psaltrias, oder Sambucistriae, nannten die Römer die Sängerinnen oder Saitenspielerinnen, welche bei ihren Gastmahlen die Gesellschaft mit verschiedenen Arten von Gesang und Saitenspiel zu unterhalten suchten. Den Namen Sambucistriae hatten diese Frauen von dem Instrumente Sambuke erhalten.
23Ptellus, Michael, griechischer Gelehrter des Mittelalters, geb. zu Constantinopel, war besonders thätig in der Zeit von 1050—1070 n. Chr. unter Constantin Ducas, war erst Hofmeister des kaiserl. Prinzen Michael, wurde dann Mönch und schrieb Bücher. Er lehrt in einem derselben auch die Theorie der Musik nach Pythagoräischen Grundsätzen und nennt dies darauf bezügliche Wert: Quadrivium, ein Wert, dessen musikalischer Theil vielfach übersetzt ist.
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