Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 61

Musical Courier 1894-11-21: Vol 29 Iss 767, 1894

42 lines. Read by computer on 20 September 2026. Printed page 54. See the scan on archive.org.

1solche Täuschungen hineinfallen. Das Schlimmste an der Sache ist aber, dass unser Strafgesetz kaum eine Handhabe bietet, die Fälscher zur Rechenschaft zu ziehen und zu bestrafen." Unter dem Ausdrucke "Fälscher" mögen wir allerdings nur diejenigen verstehen, die solche Falsificate wissenschaftlich als echte Meistergeigen an den Mann zu bringen suchen. Die Herstellung der sogenannten "Meistergeigen" geschieht in der Weise, dass man den altgelblichen oder bräunlichen Farbeton des alten Holzes durch Beizen mit Lakritzenwasser, Kaffeextrakt, Cichorienwasser und Holzzessig erzielt. Künstliche Risse und Sprünge, eingebohrte Wurmlöcher, scheinbare Abnutzung des Lackes durch das Kinn, aufgetragene Kolophoniumschichten, etc., geben den Instrumenten patriarchalisches Aussehen und sind in Verbindung mit einem weiteren Kunstgriffe, dem sogenannten Präparieren des Holzes wohl geeignet Täuschungen hervorzurufen. Unter letzterem ist ein Verfahren zu verstehen, das dem Holze veraltetes Aussehen gibt und den ihm eigenen, dumpfen Klang beseitigt. Die rohen Hölzer werden dabei einer sehr hohen Temperatur ausgesetzt und dann mit Pikrinsäure und Antipyrogen behandelt.
3DIE SAECHSISCHE INDUSTRIE UND DER EXPORTVEREIN FUER DAS KOENIGREICH SACHSEN
5könnten Grosses schaffen, wenn die erstere die Bestrebungen des letzteren besser unterstützen. Leider ist dem nicht so. Kleinliche Anschauungen, falschgebrachte Sparsamkeit, etc., der Industriellen machen dem Exportverein das Vorwärtsdringen mitunter recht schwer. So sendet der Exportverein demnächst einen bewährten Geschäftsreisenden nach dem Süden und Südosten von Afrika zum zweiten Male hinaus, um die bereits geschaffenen Verbindungen zu befestigen, sowie weitere Verbindungen anzuknüpfen. Der Reisende, der schon bei der ersten Geschäftstour auf ganz bedeutende Erfolge zurückblicken konnte, wird diesmal folgende Plätze besuchen: Cape Town, Kimberley, Vryburg, Mafeking, Cradock, Port Elizabeth, Graf Reinet, Grahamstown, East London, King Williams Town, Queenstown, Molteno, Aliwal North, Bloemfontein, Pretoria, Johannesburg, Barberton, Pieter Maritzburg, Durban, Lorenzo Marques, Beira; also places in Mashonaland. Der Reisebetrag beträgt für jede Firma genau so viel, als wenn sie einen ihrer Leute einen Monat in Deutschland reisen lässt. Hier sollte die sächsische Industrie alles aufbieten um sich diese Absatzgebiete zu sichern. Wie wir hören, verlässt der Reisende mit seinen Mustern schon in aller kürzester Zeit Sachsen. Prinz Friedrich August bringt dem Handel Sachsens, besonders dem Exporthandel desselben, das lebhafteste Interesse entgegen. Schon seit Jahren besucht er, um nur ein Beispiel anzuführen, in seiner Eigenschaft als Ehrenpräsident des "Exportvereins für das Königreich Sachsen" die Aufsichtsratssitzungen der genannten Vereinigung und bringt dabei das lebhafteste Interesse nicht nur den das Vereinsinteresse berührenden Fragen entgegen, sondern studirt sehr eingehend alle den Export Sachsens betreffenden Angelegenheiten.
7DAS CENTRUM DER SAECHSISCHEN MUSIKINSTRUMENTEN UND SAITEN-FABRIKATION.
9I.—MARKNEUKIRCHEN.
11Musikinstrumente, vorzüglich Blasinstrumente, wurden früher fast ausschliesslich von einzelnen Fabrikanten gefertigt, die in grösseren Städten, namentlich in Wien, Prag, Berlin, Dresden, Leipzig, München, Mainz, Hannover, u. s. w., lebten. Nur mit der Violinfabrikation scheint dies anders gewesen zu sein, da diese schon seit fast 300 Jahren einen Industriezweig gewisser Orte und Gegenden bildete und besonders in Oberitalien, Tyrol, Salzburg und Böhmen heimisch war.
13Bereits um die Mitte des Siebzehnten Jahrhunderts, nach dem dreissigjährigen Krieg, wurde die Kunst des Geigenbaues, d. h. das Verfertigen von Geigen, Bässen, Gamben und Mandolinen durch böhmische Exulanten in das sächsische Vogtland getragen. Die ersten Innungsartikel dieser Geigenmacher sind vom Herzog Moritz von Sachsen unter'm 6. März 1617 bestätigt worden.
15Das obere Vogtland lag bis vor wenigen Jahrzehnten den Verkehrswegen der Handelswelt noch fern. Erst im Jahre 1835 wurde eine Chaussee von Markneukirchen nach Oelsnitz gebaut. Wie schlecht es bis dahin um den Transport ausgesehen haben mag, beweist die noch bis heute in Erinnerung gebliebene, damals gebräuchliche Trostrede: "Wenn wir unsere Waaren nur erst bis Oelsnitz haben, dann kommen sie auch schon nach Amerika." Gegenwärtig freilich geschieht der Versandt der Waaren vom Bahnhofe Markneukirchen aus direct nach allen Gegenden hin.
17Die ersten Geigenhändler mussten sich jedoch in primitivster Art behelfen um Absatz für ihre Waaren zu finden. Mit dem Schiebekarren, dem Ranzen oder sogenannten Reff durchzogen sie das Land weit und breit, kamen sogar auf ihren Handelsreisen bis an die Ufer der Nordsee und besuchten die Messen und Märkte grösserer Städte. Diese ersten Geigenhändler, welche zum Theil den Grund zu manchen jetzt in hoher Blüthe stehenden Geschäftshäusern gelegt haben, waren zugleich die Pioniere für die weitere Entwicklung der vogtländischen Instrumenten-Industrie. Denn um der Nachfrage ihrer Abnehmer vollständig genügen zu können, waren sie genötigt, neben ihren Geigen und Bässen noch andere Musikinstrumente und einschlagende Artikel, welche sie erst von Leipzig, Dresden, Prag, etc., beziehen mussten, bei sich zu führen. Dies führte dann dazu, dass junge Leute von Markneukirchen in die Fremde gingen und an anderen Orten die Fabrikation der Holz- und Messingblasinstrumente zu erlernen suchten. Und was die von Ort zu Ort ziehenden Geigenhändler auf ihren Reisen und bei ihrem Verkehr mit Musikern sahen, was die wandernden Gesellen in fremden Werkstätten erlernten, das suchte man auf heimischen Boden zu verpflanzen und mit der Zeit zu vervollkommnen.
19vice to give the wood an old character and to eliminate its peculiar hollow sound. The raw wood is exposed to a high grade of temperature and then treated with acid of picrine and anti-pyrogen."
21SAXON INDUSTRY.
23Saxon industry and the Export Society for the kingdom of Saxony could accomplish a great deal if the first mentioned gave better support to the latter's endeavors. Unfortunately this is not so. Narrow views, false economy, &c., on the part of the manufacturers make the forging ahead of the society a hard task. The Export Society is about to send for a second time a traveling agent to the south and southeast of Africa in order to strengthen business relations already made or to create new markets. The agent, who already, after a first tour, could boast of remarkably good results, will visit on this occasion, Capetown, Kimberley, Vryburg, Mafeking, Cradock, Port Elizabeth. Graaf-Reinet, Grahamstown, East London, King Williams Town, Queenstown, Molteno, Aliwal-North, Bloemfontein, Pretoria, Johannesburg, Barberton, Pieter-Maritzburg, Durban, Lorenzo-Marques, Beira; also places in Mashonaland. The traveling expenses for each firm is exactly what it would cost to have one of their own people travel one month in Germany. In this direction the manufacturers ought to do every possible thing to secure these markets. We learn that this agent is shortly to leave Saxony with his samples on his trip southward.
25Prince Friederich August shows great interest in Saxony's trade, and especially its exportations. For years as honorary president of the Export Society he has attended the meetings of the executive council, giving evidence of his interest in matters of the society as well as on all matters relating to Saxony's exportations.
27THE CENTRE OF SAXONY'S MUSICAL INSTRUMENT AND STRING MANUFACTURE.
29I.—MARKNEUKIRCHEN.
31Musical instruments, especially wind instruments, were formerly manufactured exclusively by individual manufacturers, who lived in the large cities, such as Vienna, Prague, Berlin, Dresden, Leipsic, Munich, Mayence, Hanover, &c. It was only in the production of violins that this was different, as for over 300 years certain localities, especially in Upper Italy, Tyrol, Salzburg and Bohemia were noted for violin making. It was during the middle of the seventeenth century, after the Thirty Years War, that the art of violin making, respectively violins, basses, gambas and mandolins, was introduced in the Saxon Vogtland by Bohemian workmen. The first charter given the guild of these violin makers was confirmed by Duc Moritz of Saxony, March 6, 1617.
33The Upper Vogtland was up to several decades ago almost excluded from the trade centres. It was only in 1835 that the first wagon road was built which connected Markneukirchen with Oelsnitz. To illustrate how wretched the condition of the roads were previously to that time it was a common saying, "If we get our goods as far as Oelsnitz, then there are hopes that they will reach America." Of course to-day goods are shipped from the Markneukirchen railway station direct to all countries.
35The first violin makers had to use the most primitive means to find their way to a market. With wheelbarrow, knapsack or the so-called Reff they traveled over the country, often as far as the shores of the North Sea, visiting village and city fairs. These violin makers—many of whom had thus laid the foundations of present flourishing factories—proved at the same time the pioneers for the development of the Vogtland instrument industry. In order to cater to their customers they had to carry, besides violins and basses, other musical instruments and articles that were in demand, which they had to obtain first from Leipsic, Dresden, Prague, &c. Owing to this, young people of Markneukirchen would go to places where they found factories where they could learn the making of wood and brass instruments. What these wandering violin makers learned in their intercourse with musicians and what the young people learned in the foreign shops was later transplanted to the Vogtland, and in time was improved upon. In this way, little by little, the manufacture of every instrument had taken root in the district. These goods were sent formerly to Switzerland, Tyrol, France, Holland, England, Germany, Denmark, Norway, Sweden, Russia and Poland; then through express or freight offices to Spain, Portugal, Turkey, and across the Atlantic Ocean.
37Vogtland instruments were shipped to America as early as the middle of last century; not direct, however, but through Nuremberg and Sonneberg merchants, who passed the goods as from Nuremberg and Sonneberg.
39About the year 1805 a shoemaker, Gottlieb Paulus, of Markneukirchen, left for America, where he joined the Quakers at Bethlehem. He opened a small place for the sale of musical instruments, which had been sent to him direct from home. In 1826 he sent for his nephew, Heinrich Gütter, who joined him. These and George and August Klemm, two brothers, and others who arrived about that time from the same place gave a stimulus to the Markneukirchen musical instrument trade. It was especially from New York and Philadelphia that the imported goods were sent still further south as far as Brazil, which brought about at a later date direct communications, so that at the present time goods are shipped direct from Markneukirchen to all parts of the globe.
41In Germany, in fact all over Europe, the Vogtland trade has steadily gained in influence, not being affected by important competition which tried to bar the way on all sides. It is a fact that "Vogtland goods" had to combat—and even up to date—with a prejudice as not being substantial. The cause for this is

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.