Scan 59
Musical Courier 1895-02-27: Vol 30 Iss 781, 1895
29 lines. Read by computer on 20 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 60. See the scan on archive.org.
1lich polnischen und kurfürstlich-sächsischen Hof-Instrumenten- und Lautenmachers ausgezeichnet. Durch seine freundschaftlichen Beziehungen zu Johann Sebastian Bach ist er auch weit über die Grenzen des Gewerbes bekannt geworden. Nach ihm galten als geschätzte Meister: Christ. Friedr. Hunger und Joh. Sam. Fritzche. Vidal schreibt begeistert über Ersteren: „Ses violons et ses violon-celles sont construits dans le style italien et peuvent être placés parmi les meilleures productions de ce genre en Allemagne.“ Namen von gutem Klang unter den Blasinstrumentenmachern sind u. A. Sattler, Pörschmann und der Flötist Trommlitz. Die Orgelbaumeister Zach, Hildebrand, Joh. Scheibe und Chr. Immanuel Schweinefleisch brachten die Leipziger Kirchenmusik zu hohen Ehren und sind mit Bach's Namen eng verknüpft. Diese Blüthezeit war aber für Leipzig's Musikinstrumentenindustrie von kurzer Dauer. Ein Rückschlag trat mit den Napoleonsichen Kriegen ein. Dies wird dadurch bewiesen, dass, als es sich darum handelte, die in der Schutzverwandtschaft stehenden musikalischen Instrumentenmacher zu den städtischen Abgaben heranzuziehen, Widerspruch seitens der Gewerbetreibenden erfolgte. „Unser Geschäft“—heisst es in einer Eingabe—„das einen nicht unbedeutenden Theil des Luxus mit einnimmt, ist durch den in manchen Zweigen sehr gesunkenen Wohlstand unserer Stadt, sowie durch die in der Beschränkung des Landes bedingte erschwerte Versendung, unberührt der gesunkenen Preise unserer Produkte, wesentlich zurückgekommen.“ Nur wenige Meister blieben infolgedessen in Leipzig wohnen; die Blas- und Saiteninstrumentenfabrikation hatte dadurch einen grossen Schlag erlitten. Anders verhält es sich mit einem Industriezweige, der damals noch in den Kinderschuhen war: der Tätigkeit der Klavierbauer. Die kleineren Tasteninstrumente fertigten gewöhnlich die Orgelbauer. Es wurde nicht für lohnend gehalten, aus der Klavierfabrikation einen besonderen Berufszweig zu machen. Die Namen der bekannten Meister: Hildebrand, Scheibe und Schweinefleisch werden deshalb auch zitiert, wenn von den besten deutschen Klavierbauern zu Ende des 18. Jahrhunderts die Rede ist. In der Kategorie der Instrumenten- und Pfeifenmacher waren zudem Mehrere, welche sich auf den Bau von Klavieren und Pianofortes verstanden. Das Leipziger Adressbuch von 1782 vermerkt dies ausdrücklich bei Einzelnen. Auch in den Tischlerakten und im Preisverzeichniss über „die Clavieres, Pianofortes, etc.“ des Instrumentenmachers F. G. Schulze aus dem Jahre 1794 ist dies ersichtlich. Es handelte sich bei den damaligen Klavieren weniger um Originale, als um mehr oder minder geschickte Nachbildungen der Silbermann'schen Mechanik. one of two readings
2lich polnischen und kurfürstlich-sächsischen Hof-Instrumenten- und Lautenmachers ausgezeichnet. Durch seine freundschaftlichen Beziehungen zu Johann Sebastian Bach ist er auch weit über die Grenzen des Gewerbes bekannt geworden. Nach ihm galten als geschätzte Meister: Christ. Friedr. Hunger und Joh. Sam. Fritzche. Vidal schreibt begeistert über Ersteren: „Ses violons et ses violon-celles sont construits dans le style italien et peuvent être placés parmi les meilleures productions de ce genre en Allemagne.“ Namen von gutem Klang unter den Blasinstrumentenmachern sind u. A. Sattler, Pörschmann und der Flötist Trommlitz. Die Orgelbaumeister Zach, Hildebrand, Joh. Scheibe und Chr. Immanuel Schweinefleisch brachten die Leipziger Kirchenmusik zu hohen Ehren und sind mit Bach's Namen eng verknüpft. Diese Blüthezeit war aber für Leipzig's Musikinstrumentenindustrie von kurzer Dauer. Ein Rückschlag trat mit den Napoleonsichen Kriegen ein. Dies wird dadurch bewiesen, dass, als es sich darum handelte, die in der Schutzverwandtschaft stehenden musikalischen Instrumentenmacher zu den städtischen Abgaben heranzuziehen, Widerspruch seitens der Gewerbetreibenden erfolgte. „Unser Geschäft“—heisst es in einer Eingabe—„das einen nicht unbedeutenden Theil des Luxus mit einnimmt, ist durch den in manchen Zweigen sehr gesunkenen Wohlstand unserer Stadt, sowie durch die in der Beschränkung des Landes bedingte erschwerte Versendung, unberührt der gesunkenen Preise unserer Produkte, wesentlich zurückgekommen.“ Nur wenige Meister blieben infolgedessen in Leipzig wohnen; die Blas- und Saiteninstrumentenfabrikation hatte dadurch einen grossen Schlag erlitten. Anders verhält es sich mit einem Industriezweige, der damals noch in den Kinderschuhen war: der Tätigkeit der Klavierbauer. Die kleineren Tasteninstrumente fertigten gewöhnlich die Orgelbauer. Es wurde nicht für lohnend gehalten, aus der Klavierfabrikation einen besonderen Berufszweig zu machen. Die Namen der bekannten Meister: Hildebrand, Scheibe und Schweinefleisch werden deshalb auch zitiert, wenn von den besten deutschen Klavierbauern zu Ende des 18. Jahrhunderts die Rede ist. In der Kategorie der Instrumenten- und Pfeifenmacher waren zudem Mehrere, welche sich auf den Bau von Klavieren und Pianofortes verstanden. Das Leipziger Adressbuch von 1782 vermerkt dies ausdrücklich bei Einzelnen. Auch in den Tischlerakten und im Preisverzeichniss über „die Clavieres, Pianofortes, etc.“ des Instrumentenmachers F. G. Schulze aus dem Jahre 1794 ist dies ersichtlich. Es handelte sich bei den damaligen Klavieren weniger um Originales, als um mehr oder minder geschickte Nachbildungen der Silbermann'schen Mechanik. one of two readings
4Die Erfindung des Pianoforte war im zweiten Decennium des Jahrhunderts gemacht worden. Sie beruhte, um Stärke und Schwäche des Tones hervorzu bringen, auf der mechanischen Verbindung von (Hackbrett) Hämmerchen mit den claves der gewöhnlichen Tasteninstrumente (Clavecin, Clavichord, Spinett, Virginal, etc.), deren Besaitung durch Messingstifte oder Federkiele angerissen, d. h. in Schwingung gebracht wurde. Diese Erfindung des Organisten Johann Gottlieb Schröter wurde von dem Hof- und Landorgelbauer Gottfried Silbermann in Freiberg i. S. zum ersten Male praktisch verwertet. Die weiteren technischen Fortschritte vollzogen sich aber im südlichen Deutschland und in Wien. Leipzig war so gut wie gar nicht daran betheiligt. Das Klaviergeschäft beschränkte sich meistens auf Zwischenhandel mit österreichischen Instrumenten. Zu den bedeutendsten Händlern gehörte damals die noch heute bestehende Firma Breitkopf & Härtel. Sie hatte in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zu ihren sonstigen Geschäftszweigen den Musikalienhandel hinzugefügt und war damit veranlasst worden, auch musikalische Instrumente, besonders Klaviere, zu führen. Ihr Klaviergeschäft hob sich vom Jahre 1789 derartig, dass im Jahre 1805 nicht weniger als 88 Instrumente um rund 18,904 Thaler verkauft wurden. Der damalige Besitzer und Leiter der Firma, Gottfried Christof Härtel, kam durch dieses glänzende Resultat auf den Gedanken, importance in the history of German piano making. For Leipsic especially it was the beginning and the basis of all other similar undertakings.
6To be Concluded.
8MISCELLANEOUS.
10The Preliminary Fair for sample goods and sample collections, heretofore held apart from the regular Easter Fair of Leipsic, will open this spring for the first time from March 4 until March 16. For the present only the following will be exhibited: Porcelain, majolica, stoneware, crystal glass, bronze, cast iron and zinc wares, aluminium, alfenide, nickel and other metal ware, illuminating articles, leather goods, photographic albums, woodenware, paper articles, jewelry, Japan and China goods, artificial flowers, dolls and toys of all kinds, ironware, house and kitchen ware, wire goods, musical instruments, optical goods, soap and perfumery, cans, whips, articles of luxury, notions.
12All those firms that deal now with England will shortly experience a disagreeable surprise. The attempt which was made to have the London agents of firms doing business with England pay the English income tax on their sales has been successful. The English Government will doubtless shortly extend this to all foreign firms doing business in England through local agents. This is the result of an agitation gotten up some years ago by English manufacturers to protect them against foreign competition, especially that from Germany.
14A certain Paul Israel, London, E. C., Basinghale street, has lately sent a circular among German manufacturing houses asking them to take part in a permanent international sample exhibition, which is supposed to open in London the first part of this year, demanding a cash advance of 25 per cent. of the yearly rent of space. It has been learned that Israel is financially irresponsible and that the exposition is not a fact by any means, as no ground has as yet been acquired for the exposition buildings, nor is the guarantee fund which Israel tried to get sufficient. Therefore it will be best to be cautious for the present in promising assistance to that undertaking.
16The new rules for foreign traveling salesmen in Russia have now received the signature of the Russian Minister of Finance. The following are the salient points of the order: Foreign traveling salesmen, on arriving at the Russian frontier, have to apply at the Custom House for a first-class trade license. At the same time they have to pay the regulation fee. The license must be handed for registry to the inspector of customs in the district where the traveler wishes to be active. Finland is at present excepted from this rule and trading there is free from duty. Dutiable goods when taken into the country as samples are free, provided they are returned six months from the day of entry. Foreign Jews who are traveling for firms will have to show the Russian consuls their credentials from the firms employing them and receive the consular indorsement on the passports, the number of the card of identification and the name of the place where it was issued and the date. During the validity of the passport, or if no time is stated, foreign Jewish commercial travelers may repeatedly cross the frontier, on complying with the usual regulations.
18It is announced from St. Petersburg: The project of a world's fair in St. Petersburg in 1903 begins to occupy the attention of the Russian press. It is the generally expressed opinion that Petersburg would in doing this only celebrate in a worthy manner its two centuries of existence. Ten years after the world's fair in Chicago, three years after that of Paris in 1900, would be the right time. However, if Paris is already at the present moment preparing for its exposition, still five years distant, it were best that Petersburg should begin to organize without a moment's delay.
20PERSONAL AND BUSINESS NEWS.
22I. B. Westermair, musical instrument dealer in Munich, failed December 28. It is said that a forced comprise may be effected.
24The German Emperor has appointed the merchant N. Persson consul at Helsingborg, Sweden, in place of the former Consul Olssen. Also the merchant Gustav Volkmann as consul at Bucamaranga, Colombia, in place of Consul Lorent, voluntarily retired.
26EXPORT TRADE AND CUSTOMS.
28It is officially given out under date of January 1, 1895, in reference to the commercial relations of Germany and foreign countries, that Germany has made commercial treaties with customs privileges and the most favored nation clause with Belgium, Greece, Italy, Austro-Hungary, Rumania, Russia, Switzerland and Servia. All these treaties run until the end of the year 1903; after that, one year from time of notification of abrogation. Only the treaty with Greece ends in March, 1895, one year after that from date of notice. Treaties in which Germany is mentioned only as a most favored nation are in force with Egypt, Argentine Republic, Bulgaria, Chili, Colombian republic, Costa Rica, Denmark, Sto. Domingo, Ecuador, France, Great Britain and colonies and foreign possessions, Guatemala, Hawaii, Honduras, Liberia, Mad-
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.