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Scan 104
Musik-Lexikon, 1884
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1Beethoven.
3Erläuterung im Dezember d. J. warf ihn aufs Krankenlager; nach einer schmerzlichen Operation seiner Wassersucht nahmen seine Kräfte mehr und mehr ab, und 26. März 1827, früh 6 Uhr, verschied er.
5Wir verehren in B. den größten Meister der modernen Instrumentalmusik, der aber zugleich einige Vokalwerke von der selben Höhe der Bedeutung geschrieben hat (»Fidelio« und »Missa solemnis«). Wenn das religiöse Empfinden in den Werken Bachs seinen schönsten Ausdruck gefunden hat, so ist es dagegen in denen Beethovens das rein Menschliche, Freud' und Leid, das mit der Sprache der Leidenschaft zu uns redet. Die allmächtig in den Vordergrund tretende Subjektivität, das charakteristische Agens unserer Zeit, ist in B. versöhnert, aber zum Klassizismus abgeflacht durch die Schönheit der Form. Das Epigonentum Beethovens durchbricht auch diese Schranke und fordert völlige Freiheit für die musikalischen Ergüsse der Empfindung (Romantiker). Dasselbe tritt direkt an die letzten Werke des Meisters selbst an. Der »letzte B.« batte ungefähr seit der Zeit, wo er seinen Reisen aufnahm (1815) und seine ganze Lebensweise veränderte, ein eigenes Hausmeister einrichtete etc. Dieser Zeit entstammen die fünf letzten Klaviersonaten (Op. 101, 106, 109, 110 und 111), die großen Streichquartette Op. 127 (Es dur), Op. 130 (B dur), Op. 131 (Cis moll), Op. 132 (A moll) und Op. 135 (F dur), die große Quartettfuge Op. 133, die neunte Symphonie, »Missa solemnis« und die Ouvertüren Op. 115 und Op. 124.
7Die Zahl der Werke Beethovens ist, verglichen mit denen anderer Meister, nicht mehr; er schrieb: 2 Messen (C dur, Op. 86, und die »Missa solemnis« in D dur, Op. 123), 1 Oper (»Fidelio«), 1 Oratorium (»Christus am Ölberg«), 9 Symphonien (I. C dur, Op. 21, II. D dur, Op. 36, III. Es dur [Eroica], Op. 55, IV. B dur, Op. 60, V. C moll, Op. 67, VI. F dur [Pastorale], Op. 68, VIII. A dur, Op. 92, VIII. F dur, Op. 93, IX. D moll, Op. 125, mit Chor: Schillers »An die Freude«), »Die Schlacht von Vittoria« (Orchesterphantasie), Musiken zu »Prometheus« und »Egmont«, »Die Ruinen von Athen« (Ouvertüre und Marsch mit Chor), 7 weitere Ouvertüren (»Coriolan«, 3 »Leonoren«-Ouvertüren, »König Stephan«, »Namenfeier« Op. 115, und »Zur Weihe des Hauses« Op. 124), 1 Violinkonzert (D dur, Op. 61), 5 Klavierkonzerte (C dur, Op. 15, B dur, Op. 19, C moll, Op. 37, G dur, Op. 58, Es dur, Op. 73, dazu das Arrangement des Violinkonzerts), 1 Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester, 1 Phantasie für Pianoforte, Orchester und Chor, 1 Rondo für Klavier und Orchester, 2 Romanzen für Violine und Orchester, 1 Violinkonzertfragment, 1 Allegretto für Orchester, 2 Märsche, 12 Menuette, 12 deutsche Tänze und 12 Konzerttänze für Orchester; »Der glorreiche Augenblick« (Kantate), »Meeresstille und glückliche Fahrt« (4 Solostimmen und Orchester), »Ah perfido« (Sopransolo mit Orchester), »Opferlied« (dessgleichen), »Tremato empj« (Sopran, Tenor und Bass mit Orchester), »Bundeslied« (zwei Solostimmen, dreistimmiger Chor, 2 Klarinetten, 2 Hörner und 2 Fagotte), »Elegischer Gesang« (Quartett mit Streichorchester), 66 Lieder und 1 Duett mit Pianoforte, 18 Kanons für Singstimmen, »Gesang der Mönche« (dreistimmig a capella), 7 Hefte englischer, schottischer, irischer und walisischer Lieder mit Klavier, Violine und Cello; 38 Klaviersonaten, 10 Violinsonaten, 1 Rondo und 1 Variationenwerk für Violine und Klavier, 5 Cellosonaten, 3 Hefte Variationen für Cello und Klavier, 7 Hefte Variationen für Flöte und Klavier, 21 Variationenwerke für Klavier allein, 1 Sonate, 2 Variationenwerke und 3 Märsche für Klavier zu vier Händen; 4 Rondos, 3 Hefte Bagatellen, 3 Präludien, 7 Menuette, 13 Ländler, je ein Andante (F dur), Phantasie (G moll), Polonaise, sämtlich für Klavier allein; 1 Sonate für Horn und Klavier, 8 Trios für Klavier, Violine und Cello, 2 Variationenwerke für Trio, 1 Trio für Klavier, Klarinette und Cello, Bearbeitung der D dur-Symphonie und des Septetts für Trio: Klavier, Klarinette und Cello, 4 Klavierquartette (3 nachgelassene Jugend-
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