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Scan 89
Musik-Lexikon, 1884
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1Bargiel, Woldemar, Komponist, geb. 3. Okt. 1828 zu Berlin. Sein Vater war der 1841 verstorbene Musiklehrer Adolf B., seine Mutter, Marianne, geborene Tromlitz, war zuerst mit Fr. Wied verheiratet. B. ist daher Stiefbruder von Klara Schumann (s. d.). Zuerst von seinen Eltern unterrichtet, wurde er später Schüler von Hauptmann, Moscheles, Riez und Gade am Leipziger Konservatorium. Nachdem er einige Zeit in Berlin Privatunterricht erteilt hatte, ward er Lehrer an der Rheinischen Musikschule, 1865 Direktor der Institute der Maatschappij tot bevordering van toonkunst zu Amsterdam, 1874 Professor an der Hochschule für Musik in Berlin und 1875 Mitglied des Senats der Akademie der Künste daselbst. B. ist bedeutender Instrumentalkomponist und gehört als solcher der Richtung Robert Schumanns an; mehrere Ouvertüren, eine Symphonie, Sonaten, Trios, Quartette, ein Octett, Suiten &c. besitzen originelle Erfindungsgabe und geistreiche Arbeit. Auch einige Chorlieder und Psalmen für Chor und Orchester hat B. veröffentlicht.
3Bariton (ital. Baritono, Bariton), 1) die schönste aller männlichen Stimmgattungen, welche die Würde und Kraft der Bassstimme mit dem Glanz der Tenorstimme vereinigt, also ein Mittelding zwischen Tenorstimme und Bassstimme; je nachdem sie mehr nach der Höhe oder nach der Tiefe ausgedehnt ist, unterscheidet man einen Tenorbariton und Bassbariton. Der Tenorbariton ist vom Heldentenor schwer oder gar nicht zu unterscheiden, wenigstens sind viele Heldentenore nichts andres als Baritonstimmen, welche nach der Höhe hin besonders ausgebildet worden sind. Der Name B. bedeutet eigentlich »tiefstönend«, ist also offenbar im Hinblick auf den höheren Tenor gewählt. Die Franzosen nennen ihn basse-taille, d. h. tiefer Tenor, was dem völlig entspricht, oder concordant (übereinstimmend), vermutlich, weil er sich sowohl mit den Tenoren als den Bässen hinsichtlich der Stimmlage ungefähr in Übereinstimmung befindet (A—fis', resp. G—g'). In neuerer Zeit schreiben die Opernskomponisten gern für B. Hauptpartien, was gewiß nicht zum kleinsten Teil seinen Grund in der Seltenheit guter und gebilbeter Tenore hat.
52) Ein Streichinstrument, das jetzt veraltet ist, aber im vorigen Jahrhundert sich großer Beliebtheit erfreute (ital. Viola di Bordone oder Bardone). Dasselbe hatte die Größe des Cello (resp. der Gambe) und war seiner Konstruktion nach das Bassinstrument der Viola d'amour, sofern es sieben Saiten hatte, unter denen aber (unterm Griffbrett) noch eine Anzahl anderer (9—24 Stahlsaiten) lagen, welche, wenn das Instrument gespielt wurde, mittönten, auch wohl mit dem Daumen der linken Hand gerissen wurden. Die Stimmung der oberen Saiten war: 'HEAD f h e'. Fürst Nikolaus Esterhazy, Haydns Gönner, war ein großer Liebhaber dieses Instruments, und Haydn hat daher eine große Anzahl von Kompositionen (175) für dasselbe geschrieben (125 Divertissements für B., Bratsche und Cello, 6 Duos für zwei Baritons, 12 Sonaten für B. und Cello, 17 Kassationen &c.). Die Mehrzahl der selben ist durch eine Feuersbrunst zerstört, gebrucht ist nichts davon. Auch mehrere andre zeitgenössische Komponisten haben für B. geschrieben (F. Paer, Weigl, Eyble, Pichel &c.). Das Instrument wurde schon im 17. Jahrh. gebaut, z. B. von A. Stainer (1660). one of two readings
62) Ein Streichinstrument, das jetzt veraltet ist, aber im vorigen Jahrhundert sich großer Beliebtheit erfreute (ital. Viola di Bordone oder Bardone). Dasselbe hatte die Größe des Cello (resp. der Gambe) und war seiner Konstruktion nach das Bassinstrument der Viola d'amour, sofern es sieben Saiten hatte, unter denen aber (unterm Griffbrett) noch eine Anzahl anderer (9—24 Stahlsaiten) lagen, welche, wenn das Instrument gespielt wurde, mittönten, auch wohl mit dem Daumen der linken Hand gerissen wurden. Die Stimmung der oberen Saiten war: H E A d f h e'. Fürst Nikolaus Esterhazy, Haydns Gönner, war ein großer Liebhaber dieses Instruments, und Haydn hat daher eine große Anzahl von Kompositionen (175) für dasselbe geschrieben (125 Divertissements für B., Bratsche und Cello, 6 Duos für zwei Baritons, 12 Sonaten für B. und Cello, 17 Kassationen &c.). Die Mehrzahl der selben ist durch eine Feuersbrunst zerstört, gebrucht ist nichts davon. Auch mehrere andre zeitgenössische Komponisten haben für B. geschrieben (F. Paer, Weigl, Eyble, Pichler &c.). Das Instrument wurde schon im 17. Jahrh. gebaut, z. B. von A. Stainer (1660). one of two readings
83) Ein Blechblasinstrument (Baritonhorn), das seines weichen, vollen Tons wegen auch »Euphonium« genannt wird, hat, wenn es in C steht, einen Umfang vom (großen) C bis zum (eingestrichenen) b' oder, wenn es in B steht (in letzterm Fall auch Tenortuba genannt), vom (Kontra-)B bis zum (eingestrichenen) as'. Das Instrument ist in den deutschen Militärmusiken eingeführt.
104) In Zusammensetzung mit Namen von Instrumenten deutet B. auf die Tonlage derselben, z. B. Baritonhorn, s. oben; Baritonklarinette, s. Klarinette.
12Baritonschlüssel heißt der jetzt ganz außer Gebrauch gekommene F-Schlüssel auf der Mittellinie. Bgl. Chia- vette und Transponieren.
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