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Scan 286

Musik-Lexikon, 1884

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1Stellung beim Herzog von Savoyen (Madrigale zu 4 Stimmen 1542, zu 5 Stimmen 1587, einzelne in Pierre Phalèses »Harmonie céleste«, 1593). — 2) Domenico, päpstlicher Kapellänger um dieselbe Zeit, von dem sich Madrigale in verschiedenen Sammelwerken finden. — 3) Constantino, mehrere Jahre in kaiserlichen Diensten zu Wien, gab ein Buch vierstimmiger Ranzonetten heraus (1591). — 4) Alfonso, geboren um 1580 zu Greenwich von italienischen Eltern (für seinen Vater gilt der obengenannte Alfonso F.), gest. 1652; um 1605. Musiklehrer des Prinzen Heinrich, dem er 1609 einen Band »Ayres« widmete, Mitarbeiter an Leightons »Tears« (Lamentationen, 1614), Komponist von Fancies (Phantasien) für Violen.
3Ferranti, i. Zani de Ferranti.
4Ferrari, 1) Benedetto, Dichter und Komponist, geb. 1597 zu Reggio, gest. 22. Okt. 1681 in Modena; erhielt seine musikalische Ausbildung zu Rom und zeichnete sich zuerst als Virtuose auf der Theorbe aus, weshalb er den Beinamen »della Tiorba« erhielt. Nachdem er einige Zeit zu Venedig gelebt und Opern für die dortigen Theater gedichtet und komponiert hatte, erhielt er 1645 Anstellung in der Hofkapelle zu Modena, vertauschte dieselbe aber 1651 mit einer bessern in Wien und brachte dort und in Regensburg Opern heraus; 1653 wurde er als Hofkapellmeister nach Modena zurückberufen, erhielt aber 1662 beim Regierungswechsel seinen Abschied und wurde erst 1674, als Franz II. die Regierung übernahm, wieder als Kapellmeister eingesetzt. Die von F. gedichtete »Andromeda«, komponiert von Manelli, gegeben im Theater San Cassiano zu Venedig 1637, war die erste in einem öffentlichen Theater aufgeführte Oper (die Kosten der Aufführung trug F.); alle früheren Opernaufführungen waren privater Natur. Die erste von F. komponierte (und gedichtete) Oper war »Armida« (1639). Von der Musik von Ferraris Opern ist bis jetzt nichts gefunden; sechs Operntexte erschienen 1644 (u. 1651), die Instrumentaleinleitung eines Balletts: »Dafne«, ist handschriftlich zu Modena erhalten, außerdem existiert noch ein Drud: »Musica varie a voce sola« (1638). — 2) Domenico, bedeutender Violinvirtuose, geboren zu Piacenza, gest. 1780 in Paris; Schüler Tartini, lebte anfangs zu Cremona, trat 1754 mit großem Erfolg zu Paris auf, war einige Jahre Konzertmeister zu Stuttgart. Von ihm existieren sechs Violinsonaten mit Bazz. Sein Bruder — 3) Carlo, vortrefflicher Cellist, geb. 1730 zu Piacenza, gest. 1789 als Mitglied der Hofkapelle in Parma, soll der erste gewesen sein, der in Italien den Daumeneinsatz einführte. Er gab Violoncello soli heraus. — 4) Giacomo Gotifredo, geb. 1759 zu Roveredo (Südtirol), gestorben im Dezember 1842 zu London; erhielt seine erste musikalische Ausbildung im Kloster Mariaberg bei Chur, später durch Latilla zu Neapel, wohin er als Reisebegleiter des Fürsten Liechtenstein gekommen war. Campan, der Haushofmeister von Marie Antoinette, nahm ihn mit nach Paris, wo er Anstellung als Akkompagnist der Königin und später am Feydeautheater erhielt. Die Revolution verschreckte ihn, und nach längern Reisen setzte er sich in London als Musiklehrer fest. Außer vielen Werken für Klavier, Gesang, Harfe, Flöte, 4 Opern, 2 Balletten u. c. publizierte er eine Gesangschule (»Treatise of singing«, 2 Bde.), »Studio di musica pratica e teorica« und Erinnerungen aus seinem Leben (»Anedotti etc.«, 1830, 2 Bde.). — 5) Francesca, geb. 1800 zu Christiania, gest. 5. Okt. 1828 in Groß-Salzbrunn (Schlesien); war eine ausgezeichnete Harfenvirtuosin. — 6) Carlotta, geb. 27. Jan. 1837 zu Lodi, Schülerin von Mazzucato am Mailänder Konservatorium, hat sich durch mehrere Opern (»Ugo«, 1857; »Sofia«, 1866; »Eleonore d'Arborea«, 1871), eine große Festmesse (1868), ein Requiem (1868) und viele Lieder in Italien den Ruf einer bedeutenden Komponistin verschafft und ist zugleich eine sehr produktive Dichterin (auch die Texte ihrer Opern und Lieder sind von ihr). one of two readings
5Ferrari, 1) Benedetto, Dichter und Komponist, geb. 1597 zu Reggio, gest. 22. Okt. 1681 in Modena; erhielt seine musikalische Ausbildung zu Rom und zeichnete sich zuerst als Virtuose auf der Theorbe aus, weshalb er den Beinamen »della Tiorba« erhielt. Nachdem er einige Zeit zu Venedig gelebt und Opern für die dortigen Theater gedichtet und komponiert hatte, erhielt er 1645 Anstellung in der Hofkapelle zu Modena, vertauschte dieselbe aber 1651 mit einer bessern in Wien und brachte dort und in Regensburg Opern heraus; 1653 wurde er als Hofkapellmeister nach Modena zurückberufen, erhielt aber 1662 beim Regierungswechsel seinen Abschied und wurde erst 1674, als Franz II. die Regierung übernahm, wieder als Kapellmeister eingesetzt. Die von F. gedichtete »Andromeda«, komponiert von Manelli, gegeben im Theater San Cassiano zu Venedig 1637, war die erste in einem öffentlichen Theater aufgeführte Oper (die Kosten der Aufführung trug F.); alle früheren Opernaufführungen waren privater Natur. Die erste von F. komponierte (und gedichtete) Oper war »Armida« (1639). Von der Musik von Ferraris Opern ist bis jetzt nichts gefunden; sechs Operntexte erschienen 1644 (u. 1651), die Instrumentaleinleitung eines Balletts: »Dafne«, ist handschriftlich zu Modena erhalten, außerdem existiert noch ein Drud: »Musica varie a voce sola« (1638). — 2) Domenico, bedeutender Violinvirtuose, geboren zu Piacenza, gest. 1780 in Paris; Schüler Tartini, lebte anfangs zu Cremona, trat 1754 mit großem Erfolg zu Paris auf, war einige Jahre Konzertmeister zu Stuttgart. Von ihm existieren sechs Violinsonaten mit Bazz. Sein Bruder — 3) Carlo, vortrefflicher Cellist, geb. 1730 zu Piacenza, gest. 1789 als Mitglied der Hofkapelle in Parma, soll der erste gewesen sein, der in Italien den Daumeneinsatz einführte. Er gab Violoncello-Soli heraus. — 4) Giacomo Gotifredo, geb. 1759 zu Roveredo (Südtirol), gestorben im Dezember 1842 zu London; erhielt seine erste musikalische Ausbildung im Kloster Mariaberg bei Chur, später durch Latilla zu Neapel, wohin er als Reisebegleiter des Fürsten Liechtenstein gekommen war. Campan, der Haushofmeister von Marie Antoinette, nahm ihn mit nach Paris, wo er Anstellung als Akkompagnist der Königin und später am Feydeautheater erhielt. Die Revolution verschreckte ihn, und nach längern Reisen setzte er sich in London als Musiklehrer fest. Außer vielen Werken für Klavier, Gesang, Harfe, Flöte, 4 Opern, 2 Balletten u. c. publizierte er eine Gesangschule (»Treatise of singing«, 2 Bde.), »Studio di musica pratica e teorica« und Erinnerungen aus seinem Leben (»Anedotti etc.«, 1830, 2 Bde.). — 5) Francesca, geb. 1800 zu Christiania, gest. 5. Okt. 1828 in Groß-Salzbrunn (Schlesien); war eine ausgezeichnete Harfenvirtuosin. — 6) Carlotta, geb. 27. Jan. 1837 zu Lodi, Schülerin von Mazzucato am Mailänder Konservatorium, hat sich durch mehrere Opern (»Ugo«, 1857; »Sofia«, 1866; »Eleonore d'Arborea«, 1871), eine große Festmesse (1868), ein Requiem (1868) und viele Lieder in Italien den Ruf einer bedeutenden Komponistin verschafft und ist zugleich eine sehr produktive Dichterin (auch die Texte ihrer Opern und Lieder sind von ihr). one of two readings
7Ferreira da Costa, Rodrigo, portugies. Theoretiker, Doktor der Rechte und

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