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Scan 397

Musik-Lexikon, 1884

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1b. h. die Durtonleiter ohne Vorzeichen (die Durgrundskala), und:
3d. h. die Molltonleiter ohne Vorzeichen (Mollgrundskala). Wie unter »Molltonleiter« näher nachgewiesen ist, muß jedoch die Molltonleiter, wenn es gilt, sie als Typus aufzustellen, vom Mollhauptton aus notiert werden, in welchem Fall sie als exaktes Gegenbild der Durtonleiter erscheint:
5Sollen die Verhältnisse der Durgrundskala \((2, \frac{1}{2}, 3, \frac{1}{2})\) von einem andern Ton als von c aus konstruiert (auf eine andre Stufe transponiert) werden, so werden Veränderungen einzelner Töne der G. nötig, z. B. für d'—d":
7Ohne die Kreuze würde die Reihenfolge sein: 1, \(\frac{1}{2}\), 3, \(\frac{1}{2}\), 1. Die verschiedenen Transpositionen der G. sind im Art. Tonleiter in Noten mitgeteilt.
9Grundstimme, 1) in der Orgel eine Stimme, welche auf die Taste c auch den Ton c oder eine seiner Oktaven gibt, besonders aber die 8'—und für Pedal die 16'—Stimmen, von denen man die kleineren Oktavstimmen dann als Seitenstimmen unterscheidet. Im weiteren Sinne sind die Grundstimmen den Hilfstimmen entgegengesetzt, d. h. den Quintstimmen, Terzstimmen, Mixturen etc. — 2) In der Kompositionslehre ist G. soviel wie Bassstimme; das Wort auch im Sinne von Fundamentalbass zu gebrauchen, führt nur zu Konfusionen.
11Grundton heißt in der Generalbasslehre derjenige Ton, welcher beim terzenweisen Aufbau des Akkords der tiefste ist, z. B. c in c. e. g oder g in g. h. d. f.
13Lieg der G. im Bass, so erscheint der Akkord in Grundlage; liegt er in einer andern Stimme, so hat man eine Umbewegung vor sich (s. Durakkord, Mollakkord etc.).
15Grupetto (Gruppo, Groppetto, Groppo), s. v. w. Doppelschlag, sowohl wenn die Manier in großen Noten ausgeschrieben, als wenn sie durch \(\approx\) oder kleine Noten angegeben ist.
17Grüzmacher, 1) Friedrich Wilhelm Ludwig, geb. 1. März 1832 zu Dessau, wo sein Vater Kammermusikus war, erhielt von diesem den ersten Musikunterricht und wurde von Karl Drechsler im Cellospiel ausgebildet, während Fr. Schneider ihn in der Theorie unterrichtete. 1848 ging er nach Leipzig als Mitglied eines kleinen Orchesters, wurde aber von David »entdeckt« und 1849 als Nachfolger Tozmanns erster Violoncellist des Gewandhausorchesters und zugleich als Lehrer seines Instruments am Konservatorium angestellt, in welcher Stellung er bis 1860 blieb, wo ihn Kiez nach Dresden zog. Dort wirkt er noch heute mit dem Titel eines königlichen Kammervirtuosen als eine der größten Zierden des Hoforchesters. G. ist nicht nur einer der hervorragendsten Violoncellvirtuosen, sondern auch ein sehr geschätzter und produktiver Komponist für sein Instrument und ein ganz vorzüglicher Lehrer; unter andern sind sein jüngerer Bruder Leopold (s. d.), F. Hilvert, E. Hegar, W. Fizenhagen seine Schüler. Außer Konzerten, Vortrags- und übungsstüden für Cello hat G. auch Orchester- und Kammermusikwerke, Klavierstücke und Lieder geschrieben. — 2) Leopold, Bruder des vorigen, geb. 4. Sept. 1835 zu Dessau, wurde gleichfalls von K. Drechsler im Cellospiel und von F. Schneider in der Theorie unterwiesen, später in Leipzig von seinem Bruder weiter ausgebildet, war einige Zeit Mitglied des Theater- und Gewandhausorchesters zu Leipzig, später erster Violoncellist der Hofkapelle in Schwerin, danach am Landestheater zu Prag, von wo er nach Weggang der jüngern Gebrüder Müller aus Meiningen in die dortige Hofkapelle berufen wurde. Seit 1876 ist er erster Cellist mit dem Titel Kammer-

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