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Scan 398
Musik-Lexikon, 1884
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1virtuose zu Weimar. Auch Leopold G. ist fleißiger Komponist für sein Instrument.
3Guarnerius (Guarneri), Name einer der drei berühmtesten Cremoneser Geigembauersfamilien (s. Amati und Stradivari). 1) Andrea, Schüler von Riccolò Amati, arbeitete etwa 1650—95. Seine Instrumente stehen weit hinter denen seines Neffen (s. unten) zurück. — 2) Giuseppe, Sohn des vorigen, arbeitete zwischen 1690—1730; seine teilweise denen Stradivaris, teilweise denen seines gleichnamigen Vetters nachgebildeten Instrumente stehen in Ansehen. — 3) Pietro, Bruder des vorigen, arbeitete zwischen 1690 und 1725 anfänglich zu Cremona, später zu Mantua; seinen Instrumenten, die übrigens geschätzt werden, fehlt das Brillante. — 4) Pietro, Sohn von Giuseppe G., Enkel von Andrea G., arbeitete zwischen 1725—40, baute nach den Musterungen seines Vaters. — 5) Giuseppe Antonio, Niese von Andrea G., genannt G. del Gesù, weil seine Marken vielfach mit dem Zeichen JHS auftritt, geb. 8. Juni 1683 zu Cremona, der berühmteste der Familie, dessen Fabrikate aus der Mitte seiner Schaffensperiode mit den besten Stradivaris konkurrieren (er arbeitete 1725—45), während seine letzten minderwertig sind, was man durch allerlei Legenden aus seinem Leben erklärt. Er soll nämlich einen etwas unordentlichen Lebenswandel geführt, zuletzt stark getrunken haben und im Gefängnis gestorben sein. Die schlechten Instrumente soll er im Gefängnis fabriziert haben, wo ihm naturgemäß nicht das vorzüglichste Material zu Gebote stand. one of two readings
4Guarnerius (Guarneri), Name einer der drei berühmtesten Cremoneser Geigembauersfamilien (s. Amati und Stradivari). 1) Andrea, Schüler von Riccolò Amati, arbeitete etwa 1650—95. Seine Instrumente stehen weit hinter denen seines Neffen (s. unten) zurück. — 2) Giuseppe, Sohn des vorigen, arbeitete zwischen 1690—1730; seine teilweise denen Stradivaris, teilweise denen seines gleichnamigen Vetters nachgebildeten Instrumente stehen in Ansehen. — 3) Pietro, Bruder des vorigen, arbeitete zwischen 1690 und 1725 anfänglich zu Cremona, später zu Mantua; seinen Instrumenten, die übrigens geschätzt werden, fehlt das Brillante. — 4) Pietro, Sohn von Giuseppe G., Enkel von Andrea G., arbeitete zwischen 1725—40, baute nach den Musterungen seines Vaters. — 5) Giuseppe Antonio, Nesse von Andrea G., genannt G. del Gesù, weil seine Marken vielfach mit dem Zeichen JHS auftritt, geb. 8. Juni 1683 zu Cremona, der berühmteste der Familie, dessen Fabrikate aus der Mitte seiner Schaffensperiode mit den besten Stradivaris konkurrieren (er arbeitete 1725—45), während seine letzten minderwertig sind, was man durch allerlei Legenden aus seinem Leben erklärt. Er soll nämlich einen etwas unordentlichen Lebenswandel geführt, zuletzt stark getrunken haben und im Gefängnis gestorben sein. Die schlechten Instrumente soll er im Gefängnis fabriziert haben, wo ihm naturgemäß nicht das vorzüglichste Material zu Gebote stand. one of two readings
6Gubok, russ. Streichinstrument, eine Art Violine mit nur einer Griffsaite und zwei Bordunen; der Klang des Guboks erinnert daher an die Drehleier.
8Guévin (spr. ghenång), Marie Alexandre, geb. 20. Febr. 1744 zu Mauheuge (Nord), gest. 1814; kam 1760 nach Paris, wo er Schüler von Capron (Violine) und Gossac (Komposition) wurde, 1777 Musikintendant des Prinzen Condé, 1778 Mitglied der königlichen Kapelle, 1780—1800 Soloviolinist der Großen Oper, lebte dann in dürftigen Verhältnissen. Er komponierte eine große Zahl Instrumentalwerke, die bei ihrem Erscheinen denen Haydns gleichgestellt wurden, ein Irrtum, den man bald genug einsah, da G. wohl Talent und Routine, aber kein Genie besaß. G. schrieb: 14 Symphonien (2 Violinen, Alto, Bass, 2 Oboen, 2 Hörner; die ersten erschienen 1770), 6 Streichquartette, 18 Violinduette, 6 Sonaten für eine erste und eine begleitende Violine, 1 Bratschenkonzert, 3 Celloduette und 3 Sonaten für Klavier und Violine.
10Guérin (spr. gherin), Emmanuel, geb. 1779 zu Versailles, langjähriger Cellist am Théâtre Feydeau, 1824 pensioniert, gab Sonaten, Duette, Variationen etc. für Cello heraus.
12Guerrero, Francisco, geb. 1528 zu Sevilla, kurze Zeit Schüler des berühmten Morales, 1546 Kapellmeister der Kathedrale in Jaen, 1550 Kapellänger der Kathedrale zu Sevilla, gestorben gegen 1600 daselbst; gab heraus: »Psalmorum 4 voc. liber I, accedit missa defunctorum 4 voc.« (1559, 2. Aufl. mit italienischem Titel 1584); »Canticum beatae Mariae quod magnificat nuncupatur, per octo musicae modos variatum« (1563); »Liber I missarum« (1566); »Libro di motti (!) a 4, 5, 6 e 8 voc.«. Gslava hat in der »Lira Sacro-Hispanae« zwei fünfstimmige Passionen von G. aufgenommen. G. machte 1588 eine Pilgersfahrt nach Jerusalem, über die er berichtete in »El viage de Jerusalem que hiza Francisco G. etc.« (1611).
14Gueymard (spr. ghemär), 1) Louis, vortrefflicher Bühnensänger (Heldentenor), geb. 17. Aug. 1822 zu Chaponay (Isère), gest. 1880 in Torbeil bei Paris; war nach Absolvierung des Konservatoriums zu Paris 1848—68 an der Großen Oper engagiert. — 2) Pauline (geborene Lauters), die Gattin des vorigen, geb. 1. Dez. 1834 zu Brüssel, ist die Tochter eines Malers und Professors an der Brüsseler Academie, erhielt ihre Ausbildung am Brüsseler Konser vatorium, debütierte 1855 am Théâtre lyrique zu Paris und ging 1856 zur
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