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Scan 399

Musik-Lexikon, 1884

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1Guglielmi — Guido von Arezzo.
3Großen Oper über, der sie noch angehört. Ihre Stimme ist ein ausgiebiger Mezzosopran, der ihr neben der Fides auch die Valentine zu singen gestattet. Frau G. war in erster Ehe mit einem Herren Deligne verheiratet.
5Guglielmi (spr. gutje), Pietro, geboren im Mai 1727 zu Massa-Carrara, gest. 19. Nov. 1804 in Rom; zuerst Schüler seines Vaters (Kapellmeister des Herzogs von Modena) und später Durantes am Conservatorio di San Loreto zu Neapel, war eine Zeitlang Italiens gefeierter Opernkomponist, debütierte 1755 in Turin, errang danach auf allen größern italienischen Bühnen Erfolg über Erfolg, ging 1762 nach Dresden, wo er einige Jahre als königlicher Kapellmeister blieb, Johann nach Braunschweig, 1772 nach London, kehrte 1777 nach Italien zurück, wo unterdessen Cimarosa und Paisiello als neue Sterne aufgegangen waren, brachte es aber durch anstrengte Arbeit dahin, daß er sich neben ihnen in der Gunst des Publikums hielt. 1793 erhielt er die Ernennung zum Kapellmeister der Peterskirche in Rom und wandte sich in dieser höchsten Ehrenstelle ganz der kirchlichen Komposition zu. Von seinen 79 Opern (Fettis zählt sie auf) sind »I due gemelli«, »I viaggatori«, »La serva innamorata«, »I fratelli Pappa Morca«, »La pastorella nobile«, »La bella pescatrice«, »La Didone«, »Enea e Lavinio« die bedeutendsten. Außerdem schrieb er die Oratorien: »La morte d’Abele«, »La Betulia liberata«, »La distruzione di Gerusalemme«, »Debora e Sisara« und »Le lagrime di San Pietro«, eine 5-stimmige Orchestermesse, einen 8-stimmigen Psalm, ein 5-stimmiges Miserere, Motetten, 6 Divertissements für Klavier, Violine und Cello, 6 Quartette für Klavier, 2 Violinen und Cello, Klaviersoli &c.
7Gui de Châlis (Guido, Abt des Eistercienserklosters Châlis in Burgund), Musikschriftsteller des ausgehenden 12. Jahrh., von welchem uns ein Traktat über den Cantus planus (»De cantu ecclesiastico«) und eine Anweisung für den Diskantus (»Discantus ascendit duas voces«) erhalten sind. Beide sind durch Coussenaker dem Studium bequem zugänglich gemacht, ersterer in den »Scrip- tores« (II, 163), letzterer in der »His- toire de l’harmonie au moyen-âge« (S. 225) abgedruckt.
9Guida (Führer), s. Fuge.
11Guidetti, Giovanni, geb. 1532 zu Bologna, gest. 30. Nov. 1592 in Rom; Schüler Palestrinas zu Rom und 1575 päpstlicher Kapellänger und Benefiziat, war mit Palestrina beschäftigt, auf Ge- heiz Gregors XIII. eine Neuauflage des Graduals und Antiphonars zu machen, als die Leichtensteinschen zu Venedig erschienen (1580). Er gab daher seiner Arbeit eine andre Richtung und veröf- jentlichte auf Grund der gewonnenen Erfahrungen: »Directorium chori ad usum sacro-sanctae basilicae Vatica- nae« (1582); »Cantus ecclesiasticus passionis Domini nostri Jesu Christi secundum Matthaeum, Marcum, Luca- cam et Johannem« (1586); »Cantus ecclesiasticus officii majoris hebdomadae« (1587) und »Praefationes in cantu firmo« (1588).
13Guido von Arezzo (Aretinus), geboren gegen 990 zu Arezzo (Toscana), ein um die Musiktheorie und musikalische Praxis hochverdienter Mönch des Benediktinerklosters Pomposa bei Ferrara, er- regte durch hervorragende Kenntnisse den Reiz seiner Mitbrüder, die ihn beim Abt (Guido) verleumdeten, so daß er es schließ- lich für gut befand, das Kloster zu ver- lassen. Er scheint sich danach in das Benediktinerkloster seiner Vaterstadt zurügezogen zu haben, von wo aus sich der Ruf seiner Gelehrsamkeit und seiner Erfindungen für die Erleichterung des Singunterrichts verbreitete, so daß er 1026 (1028?) vom Papst Johann XIX. nach Rom berufen wurde, um selbst die- sem seine Methode auseinanderzusetzen. G. überzeugte ihn vollständig von deren Vorzüglichkeit, und es ist kaum zweifel- haft, daß seine Verbesserungen der No- tenschrift schon damals der Kirche all- gemein empfohlen wurden. Obgleich der Abt von Pomposa, der in Rom weilte, sich mit ihm versöhnte und ihn bat, in sein Kloster zurückzukehren, so scheint G.

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