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Scan 432

Musik-Lexikon, 1884

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1Hauptmanual — Hauser.
3(herausgeg. von F. Hiller, 1876). Den Kern von Hauptmanns theoretischem System bildet die Aufstellung des polaren Gegensatzes zwischen der Durkonzonanz und der Mollkonzonanz. Den freilich schon 300 Jahre früher von Jacino (1558) aufgestellten (oder gar schon von noch älteren Theoretikern überkommenen) Gedanken, daß die Mollkonzonanz die Verhältnisse der Durkonzonanz in der Umkehrung aufweist (s. Kläng), stellte H., wie wohl nicht zu bezweifeln ist, völlig selbständig wieder auf, ohne jedoch den für seine weitere Fruchtbarmachung nötigen Schritt zu wagen, den Mollakkord nach dem obersten Ton des Molldreiklangs zu benennen. In seiner Stellung als Lehrer der Theorie an dem angesehensten Musikinstitut Deutschlands scherte er vor allem, was wie eine Umwälzung des zu Recht Bestehenden aussah, zurück, vernichtete jedoch damit den konsequenten Ausbau seines harmonischen Systems und geriet besonders in der Lehre von der Louart, Tonartverwandtschaft und Modulation in Widersprüche und Verlegenheiten, aus denen eben auf diese Weise nicht herauszukommen war. Den notwendigen Schritt in Hauptmanns Sinn über H. selbst hinaus hat auch keiner von seinen persönlichen Schülern gewagt, vielleicht aus ähnlichen Rücksichten; derselbe mußte aber gemacht werden und ist gemacht worden durch L. v. Oettingen (»Harmoniesystem in dualer Entwicklung«, 1866), dem sich unter andern der Herausgeber dieses Lexikons mit einer Reihe theoretischer Schriften angeschlossen hat.
5Hauptmanual heißt in der Orgel dasjenige für das Spiel mit den Händen bestimmte Klavier, zu welchem die meisten und kräftigsten Stimmen, besonders stark intonierte Principale und Mixturen, gehören.
7Hauptner, Thuiskon, geb. 1825 zu Berlin, Schüler der Kompositionsklasse der königlichen Akademie baselbst, sodann längere Zeit Theaterkapellmeister, in welcher Eigenschaft er viele Liederspiele, Operetten, Bossen &c. schrieb, 1854—58 zu Paris mit dem Studium der Gesangunterrichtsmethode beschäftigt, danach wie-
9der zu Berlin, wo er eine »Deutsche Gesangschule« (1861) herausgab, wurde 1863 Gesanglehrer an der Musikschule zu Basel und ist seit einer Reihe von Jahren in Potsdam als Gesanglehrer und Dirigent der Singakademie thätig.
11Hauptton, 1) im Akkord nach allgemeiner Terminologie s. v. w. Grundton. Vgl. Dreitlang. Doch ist nach neuerer Auffassung im Mollbreitlang der oberste Ton H. (s. Kläng). — 2) In der Tonart s. v. w. Tonika (s. d.). — 3) In der Melodiebildung der Gegensatz von Nebentönen oder Hilfstönen (Hauptnote), besonders bei Verzierungen und Vorhalten (die ja in älterer Schreibweise auch zu den Verzierungen gehören); der H. ist jederzeit der mit einer gewöhnlich großen Rote ausgedrückte, während die Nebentöne durch kleine Nötchen oder durch Zeichen (tr., ∞, ~ &c.) gefordert werden.
13Hauschla, Vinzenz, geb. 21. Jan. 1766 zu Mies in Böhmen, gest. 1833 als Rechnungsrat der k. k. Familiengüterverwaltung zu Wien; war ein ausgezeichneter Cellist und Baritonspieler und machte mehrfache Konzertreisen. Von seinen zahlreichen Kompositionen (für Cello, Bariton &c.) wurden nur neun Sonaten für Cello mit Bäz und ein Hest dreistimmiger Gesangskanon veröffenlicht.
15Hauser, 1) Franz, geb. 12. Jan. 1794 zu Krasowitz bei Prag, gest. 14. Aug. 1870 zu Freiburg i. Br.; Schüler von Tomaczek, war längere Jahre ein hochgeschätzter Opernsänger (Bassbariton) zu Prag (1817), Kassel, Dresden, Wien (1828), London (1832, mit der Schröder-Devrient &c.), Berlin (1835) und Breslau (1836). 1837 entsagte er der Bühne, lebte nach einer längern Reise durch Italien zu Wien als Gesanglehrer und wurde 1846 als Direktor des erst zu organisierenden Konservatoriums nach München berufen, leitete dasselbe bis 1864, zugleich als Gesanglehrer fungierend und zahlreiche Schüler bildend. 1865 wurde er bei der Reform des Münchener Konservatoriums (das seitdem Königliche Musikschule heißt) pensioniert, zog zunächst nach Karlsruhe und lebte seit 1867 in Freiburg. Seine gesangspädagogi-

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