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Scan 437
Musik-Lexikon, 1884
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1vier, Violine und Cello, die »Zehn Gebote« (auch als »Die zehn Gesetze der Kunst«, Gesangskanons) und weitere Duette und drei- bis vierstimmige Gesänge. H. war besonders in jüngern Jahren sehr unbehümmert um die Verlagsangelegenheiten seiner Werke, und vieles erschien ohne sein Zuthun im Druck; so erklärt es sich, daß auch, besonders im Ausland, Werke unter seinem Namen erscheinen konnten, die gar nicht von ihm herrührten. — Haydns Leben und Werke haben beschrieben: S. Mayr, »Brevi notizie storiche della vita e delle opere di Gius. H.« (1809); A. R. Dies, »Haydns Biographie« (1810); G. A. Griesinger, »Biographische Notizen über Joseph H.« (1810); G. Carpani, »Le Haydine« (1812 und 1823); Th. G. Karajan, »J. H. in London 1791 und 1792« (1861); R. F. Pohl, »Mozart und H. in London« (1867). Die erste umfassende Biographie des Meisters lieferte R. F. Pohl (»Joseph H.«, 1875, Bd. 1). one of two readings
2vier, Violine und Cello, die »Zehn Gebote« (auch als »Die zehn Gesetze der Kunst«, Gesangskanons) und weitere Duette und drei- bis vierstimmige Gesänge. H. war besonders in jüngern Jahren sehr unbehüllmert um die Verlagsangelegenheiten seiner Werke, und vieles erschien ohne sein Zuthun im Druck; so erklärt es sich, daß auch, besonders im Ausland, Werke unter seinem Namen erscheinen konnten, die gar nicht von ihm herrührten. — Haydns Leben und Werke haben beschrieben: S. Mayr, »Brevi notizie storiche della vita e delle opere di Gius. H.« (1809); A. R. Dies, »Haydns Biographie« (1810); G. A. Griesinger, »Biographische Notizen über Joseph H.« (1810); G. Carpani, »Le Haydine« (1812 und 1823); Th. G. Karajan, »J. H. in London 1791 und 1792« (1861); R. F. Pohl, »Mozart und H. in London« (1867). Die erste umfassende Biographie des Meisters lieferte R. F. Pohl (»Joseph H.«, 1875, Bd. 1). one of two readings
32) Johann Michael, Bruder des vorigen, geb. 14. Sept. 1737 zu Rohrau, gest. 10. Aug. 1806 in Salzburg; 1745 bis 1755 Kapellnabe, resp. Solosopranist am Stephansdom zu Wien, 1757 bishöflicher Kapellmeister zu Großwardein, 1762 erzbischöflicher Orchesterdirektor zu Salzburg, später Konzertmeister und Domorganist daselbst. Diese sehr ehrenvolle Stellung behielt er bis zu seinem Tod und schlug alle anderweitigen Öfferten aus. Er war sehr glücklich verheiratet mit Maria Magdalena, der Tochter des Domkapellmeisters Lipp, einer vortrefflichen Sopransängerin, und hatte an dem Pfarrer Rettensteiner einen treuen, innigen Freund; so verbrachte er in Salzburg, hochgeachtet als Komponist, 44 glückliche Jahre. Michael H. hat sich besonders auf dem Gebiet der Kirchenmusik hervorgethan, schrieb 24 lateinische und 4 deutsche Messen, 2 Requiem, 114 Gradualien, 67 Öffertorien sowie viele Responsorien, Vespern, Litanien &c., ferner 6 vier- bis fünfstimmige Kanons, Lieber, Chorlieder, Kantaten, Oratorien und mehrere Opern. An Instrumentalwerken (die aber hinter denen seines Bruders erheblich zurückstehen) sind von ihm erhalten: 30 Symphonien, einige Serenaden, Märsche, Menuette, 3 Streichquartette, ein Sextett, mehrere Partiten und 50 Präludien für Orgel. Einige von seinen Kompositionen erschienen unter dem Namen seines Bruders Joseph. Übrigens sträubte er sich durchaus gegen die Drucklegung seiner Werke und gab selbst Breitkopf u. Härtel eine abschlägige Antwort, so daß das meiste Manuskript geblieben ist. 1833 veröffentlichte der Salzburger Benediktiner Martin Bischoffreiter unter dem Namen: »Partitur-Fundament« eine Sammlung Generalbasübungen, die M. H. für seine Schüler geschrieben. Zu M. Haydns Schülern gehören K. M. v. Weber und Reicha. one of two readings
42) Johann Michael, Bruder des vorigen, geb. 14. Sept. 1737 zu Rohrau, gest. 10. Aug. 1806 in Salzburg; 1745 bis 1755 Kapellnabe, resp. Solosopranist am Stephansdom zu Wien, 1757 bishöflicher Kapellmeister zu Großwardein, 1762 erzbischöflicher Orchesterdirektor zu Salzburg, später Konzertmeister und Domorganist daselbst. Diese sehr ehrenvolle Stellung behielt er bis zu seinem Tod und schlug alle anderweitigen Öfferten aus. Er war sehr glücklich verheiratet mit Maria Magdalena, der Tochter des Domkapellmeisters Lipp, einer vortrefflichen Sopransängerin, und hatte an dem Pfarrer Rettensteiner einen treuen, innigen Freund; so verbrachte er in Salzburg, hochgeachtet als Komponist, 44 glückliche Jahre. Michael H. hat sich besonders auf dem Gebiet der Kirchenmusik hervorgethan, schrieb 24 lateinische und 4 deutsche Messen, 2 Requiem, 114 Gradualien, 67 Öffertorien sowie viele Responsorien, Vespern, Litanien etc., ferner 6 vier- bis fünfstimmige Kanons, Lieber, Chorlieder, Kantaten, Oratorien und mehrere Opern. An Instrumentalwerken (die aber hinter denen seines Bruders erheblich zurückstehen) sind von ihm erhalten: 30 Symphonien, einige Serenaden, Märsche, Menuette, 3 Streichquartette, ein Sextett, mehrere Partiten und 50 Präludien für Orgel. Einige von seinen Kompositionen erschienen unter dem Namen seines Bruders Joseph. Übrigens sträubte er sich durchaus gegen die Drucklegung seiner Werke und gab selbst Breitkopf u. Härtel eine abschlägige Antwort, so daß das meiste Manuskript geblieben ist. 1833 veröffentlichte der Salzburger Benediktiner Martin Bischoffreiter unter dem Namen: »Partitur-Fundament« eine Sammlung Generalbasübungen, die M. H. für seine Schüler geschrieben. Zu M. Haydns Schülern gehören K. M. v. Weber und Reicha. one of two readings
5Hayes (spr. hehs), 1) William, geb. 1707 zu Gloucester, gest. 30. Juni 1777 in Orford; war zuerst Organist zu Shrewsbury, 1731 an der Kathedrale zu Worcester, 1734 Organist und Chormeister am Magdalenenkolleg zu Orford, 1735 Baccalaureus der Musik, 1742 Nachfolger Goodsons in der Orforder Musikprofessur und wurde 1749 zum Doktor der Musik erwählt. H. komponierte Psalmen, Glees, Catches, Kanons (mehrfach preisgekrönt vom Catchklub), war Mitherausgeber von Boyces »Cathedral music« und schrieb: »Remarks on Mr. Avison's Essay on musical expression« (1762) und »Anecdotes of the five music-meetings« (1768). — 2) Philip, Sohn des vorigen, geboren im April 1738 zu Orford, gest. 27. März 1797 in London; wurde 1763 Baccalaureus der Musik, 1767 Mittalsied der Chapel Royal (königl. Vokalkapelle von St. James), 1777 Nachfolger seines Vaters als Organist und Professor und gleichzeitig zum Doktor freiert, starb zu London, wohin er sich zu einem Musikfest begeben hatte, und wurde mit großem Pomp in der Paulskirche beigesetzt. Er komponierte Anthems, Psalmen, ein Oratorium: »Prophecy«, eine Cäcilien-Ode, ein Maskenspiel: »Telemachus«, »Harmonia Wiccamica« (gesungen beim Wiccamisten-Meeting), gab ein Sammelwerk von Kirchenmusiken heraus und beendete die von Lewis begonnenen Memoiren des Herzogs von Gloucester.
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