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Scan 445
Musik-Lexikon, 1884
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1nur der Tonbestimmung diente und nicht der praktischen Musikübung. — 3) Ein neues, besonders bei der Militärmusik eingeschriebenes Blechblasinstrument von größten Dimensionen (in Kontra-F oder Kontra-Es) und weiter Mensur (Ganzinstrument), kreisrund gewunden, über die Schulter zu tragen.
3Heller, Stephen, geb. 15. Mai 1814 zu Pest, gab frühzeitig Beweise besonderer musikalischer Begabung und wurde daher 1824 von seinem Vater nach Wien zu Anton Halm gebracht, der als Klavierlehrer sehr angesehen war. 1827 war er so weit, daß er mehrmals in Wien als Pianist konzertieren konnte, und 1829 unternahm er mit seinem Vater eine große Konzerttour durch Deutschland bis nach Hamburg, erkrankte aber auf der Rückreise in Augsburg, wo er, von einigen kunstfertigen Familien ausgezeichnet aufgenommen, dauernd seinen Aufenthalt nahm, um es erst 1838 als Mann von gereiften Anschauungen und respektablen Können zu verlassen. Seit dieser Zeit lebt H. in Paris, wo er bald mit den pianistischen Berühmtheiten in freundschaftlichen Verkehr trat (Chopin, Liszt, auch Berlioz zc.) und als Konzertspieler und Lehrer zu großem Ansehen gelangte; seine Kompositionen vermochten dagegen nur langsam durchzubringen, obgleich schon Schumann in der »Neuen Zeitschrift für Musik« für dieselben eingetreten war, als H. noch in Augsburg war. Hellers Werke (im ganzen 149 Opus, fast ausnahmslos für Pianoforte) nehmen in der modernen Klavierliteratur eine bedeutende und ganz eigenartige Stellung ein; niemals hat sich H. dem Geschmack der Menge anbequemt oder für den Verleger geschrieben; diese Hunderte von einzelnen Stücken sind ebenso viele Gedichte voll echter, wahrer Poesie. Hinter Schumann steht H. an Leidenschaftlichkeit und Kühnheit der Kombination zurück, dagegen erhebt er sich über Mendelssohn durch die Gewähltheit, Originalität und Charakteristik der Ideen; von Chopin unterscheidet ihn die größere harmonische Klarheit und rhythmische Prägnanz; sein Eigenstes ist eine seltene Grazie und Eleganz, er ist ein Tonpoet von Distinktion. Ein fast vollständiges Verzeichnis seiner Werke gibt das Supplement zu Fétis' »Biographie universelle«; die Mehrzahl sind kürzere Stücke von einer oder wenigen Seiten mit charakteristischen Titeln, wie: »Im Walde« (Op. 86 und 128), »Blumen-, Frucht- und Dornenstücke« (»Nuits blanches«, Op. 82), »Lauersstunde« (»Promenades d'un solitaire«, Op. 78, 80, 89), »Kinderszenen« (Op. 124) x.; ferner mehrere »Tarantellen« (Op. 53, 61, 85, 137), ausgezeichnete »Études« (zu deutsch besser »Studien« als »Etüden«), vier Klaviersonaten, drei Sontinen, Scherzi, Kapricen, Nocturnen, Balladen, Walzer, Ländler, Mazurken zc. Eine biographische Skizze Hellers schrieb H. Barbabette (1876).
5Hellmesberger, 1) Georg (Vater), ausgezeichneter Violinlehrer, geb. 24. April 1800 zu Wien, gest. 16. Aug. 1873 in Neuwaldegg bei Wien; erhielt die erste musikalische Erziehung als Sopranist der kaiserlichen Hofkapelle, war 1820 Schüler des Konservatoriums der Musikfreunde unter Böhm (Violine), 1821 Hilfslehrer (Violine), 1825 Titular- und 1833 wirklicher Professor (Lehrer von H. Ernst, M. Hauser, J. Joachim, L. Auer und seinen Söhnen Georg und Joseph), 1829 Dirigent der Hofoper, 1830 Mitglied der Hofkapelle, 1867 pensioniert. Er gab heraus: ein Streichquartett, zwei Violinkonzerte und einige Variationenwerke sowie Solostücke für Violine (und Klavier, resp. Streichquartett oder Orchester). — 2) Georg (Sohn), geb. 1828 zu Wien, gest. 12. Nov. 1852 als Konzertmeister in Hannover; brachte zwei Opern: »Die Bürgschaft« und »Die beiden Königinnen«, in Hannover heraus und hinterließ zahlreiche Manuskripte. — 3) Joseph (Vater), Bruder des vorigen, geb. 3. Nov. 1829 zu Wien, wurde 1851 artistischer Direktor der Gesellschaft der Musikfreunde, d. h. Dirigent der Gesellschaftskonzerte und Direktor des Konservatoriums; als 1859 beide Funktionen getrennt wurden, behielt H. die Direktion des Konservatoriums, während Herber (vorher Chorleiter) Konzertdirigent (artistischer Di- one of two readings
6Hellmesberger, 1) Georg (Vater), ausgezeichneter Violinlehrer, geb. 24. April 1800 zu Wien, gest. 16. Aug. 1873 in Neuwaldegg bei Wien; erhielt die erste musikalische Erziehung als Sopranist der kaiserlichen Hofkapelle, war 1820 Schüler des Konservatoriums der Musikfreunde unter Böhm (Violine), 1821 Hilfslehrer (Violine), 1825 Titular- und 1833 wirklicher Professor (Lehrer von H. Ernst, M. Hauser, J. Joachim, L. Auer und seinen Söhnen Georg und Joseph), 1829 Dirigent der Hofoper, 1830 Mitglied der Hofkapelle, 1867 pensioniert. Er gab heraus: ein Streichquartett, zwei Violinkonzerte und einige Variationenwerke sowie Solostücke für Violine (und Klavier, resp. Streichquartett oder Orchester). — 2) Georg (Sohn), geb. 1828 zu Wien, gest. 12. Nov. 1852 als Konzertmeister in Hannover; brachte zwei Opern: »Die Bürgschaft« und »Die beiden Königinnen«, in Hannover heraus und hinterließ zahlreiche Manuskripte. — 3) Joseph (Vater), Bruder des vorigen, geb. 3. Nov. 1829 zu Wien, wurde 1851 artistischer Direktor der Gesellschaft der Musikfreunde, d. h. Dirigent der Gesellschaftskonzerte und Direktor des Konservatoriums; als 1859 beide Funktionen getrennt wurden, behielt H. die Direktion des Konservatoriums, während Herbeck (vorher Chorleiter) Konzertdirigent (artistischer Di- one of two readings
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