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Scan 486
Musik-Lexikon, 1884
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1Janssen — Jelensperger.
3bete sich zum Violinisten aus, wurde 1824 Mitglied des Hoforchesters, 1834 Universitätsmusikdirektor und veranstaltete regelmäßige Quartettsoireen. 1849 wirkte er in London in einem Konzert zum Besten der verbannten ungarischen Aufständischen und wurde infolgedessen selbst aus Wien ausgewiesen. Bis 1868 blieb er in London als geschätzter Violinlehrer, kehrte dann, amnestiert, nach Wien zurück und erhielt eine Gnadenpension. J. komponierte zahlreiche Violinwerke (Phantasien, Variationen, Rondos, auch mehrere Konzerte, Sonaten, Streichquartette, Streichtrios, Violinduette, ein Rondeau concertant für zwei Violinen mit Orchester und einige wenige Kirchenwerke [Ouvertüren für Tenorsolo mit Solovioline, Chor und Orchester]).
5Janssen, 1) R. A., Organist zu Löwen, vorübergehend Kartäusermönch, schrieb: »Les vrais principes du chant grégorien« (1845; deutsch von Smedding als »Wahre Grundregeln des Gregorianischen oder Choralgesangs«, 1847). — 2) Julius, geb. 4. Juni 1852 zu Venloo (Holland), Schüler des Kölner Konservatoriums, 1872—76 in Südrussland als Musiklehrer und Pianist, seit 1876 Dirigent des Musikvereins zu Minden, zeigte sich mit Liedern als talentvoller Komponist.
7Janssens, Jean François Joseph, namhafter Komponist, geb. 29. Jan. 1801 zu Antwerpen, gest. 3. Febr. 1835 daselbst; erhielt seine Ausbildung von seinem Vater, der Kirchenmusikdirektor war, und zwei Jahre lang von Lesueur in Paris, studierte dann auf Wunsch seiner Familie die Rechte und wurde 1826 Notar in Hoboken bei Antwerpen, machte daneben durch Aufführung größerer Werke Aufsehen und wurde zum Dirigenten eines Musikvereins ernannt. 1829 wurde er Notar zu Berchem, 1831 zu Antwerpen. Die Belagerung Antwerpens (1832) verschreckte ihn nach Deutschland, und in Köln wurden durch den Brand des Hotels, in welchem er logierte, seine Manuskripte und sonstigen Wertsachen vernichtet. Schreck und Verdruss darüber störten seinen Geist und führten nach längerem Sichtum seinen Tod herbei. J. war einer der bedeutenden belgischen Komponisten. Seine Hauptwerke sind: fünf vierstimmige Orchestermeisen, ein Tebeum, Motetten, Psalmen, Hymnen &c. mit Orchester, mehrere Kantaten (»Missolonghi«, »Le roi«), eine bei einer Konkurrenz zu Gent preisgekrönte Symphonie, eine andre: »Le lever du soleil«, zwei romische Opern (»Le père rival«, »La jolie fiancée«), Phantasien für Harmoniemusik u. Lieder.
9Japha, 1) Georg Joseph, geb. 28. Aug. 1835 zu Königsberg, 1850—53 Schüler des Leipziger Konservatoriums, speziell von Ferd. David, Raim. Dreysschok (Violine), 1853 von Edmund Singer, der sich vorübergehend in Königsberg aufhielt, und danach von Alard in Paris weiter ausgebildet, war 1855—57 Mitglied des Leipziger Gewandhausorchesters, trat wiederholt in Konzerten als Violinvirtuose auf, machte im Winter 1857—58 eine Konzertreise nach Russland, lebte 1858—63 als Privatlehrer zu Königsberg, wo er regelmäßige Kammermusikabende ins Leben rief (1863 mit Adolf Zensen), trat 1863 mit Erfolg in London als Konzert- und Quartettgeiger auf und wurde 1863 als Konzertmeister der Gürzenichkonzerte und Lehrer an der Rheinischen Musikschule zu Köln angestellt. — 2) Luise, seit 1858 mit W. Langhans (s. d.) verheiratet, vortreffliche Pianistin, auch Komponistin von Klavierstücken, Streichquartetten, Liedern &c., geb. 2. Febr. 1826 zu Hamburg, wo sie ihre erste musikalische Ausbildung erhielt. 1853 studierte sie unter Robert und Klara Schumann zu Düsseldorf das höhere Klavierspiel und Komposition und brachte es so weit, daß sie in der Folgezeit (1863—69) in Paris als eine der hervorragendsten Spielerinnen galt. Seit fünf Jahren lebt sie als Musiklehrerin in Wiessbaden. one of two readings
10Japha, 1) Georg Joseph, geb. 28. Aug. 1835 zu Königsberg, 1850—53 Schüler des Leipziger Konservatoriums, speziell von Ferd. David, Raim. Dreschok (Violine), 1853 von Edmund Singer, der sich vorübergehend in Königsberg aufhielt, und danach von Alard in Paris weiter ausgebildet, war 1855—57 Mitglied des Leipziger Gewandhausorchesters, trat wiederholt in Konzerten als Violinvirtuose auf, machte im Winter 1857—58 eine Konzertreise nach Russland, lebte 1858—63 als Privatlehrer zu Königsberg, wo er regelmäßige Kammermusikabende ins Leben rief (1863 mit Adolf Zensen), trat 1863 mit Erfolg in London als Konzert- und Quartettgeiger auf und wurde 1863 als Konzertmeister der Gürzenichkonzerte und Lehrer an der Rheinischen Musikschule zu Köln angestellt. — 2) Luise, seit 1858 mit W. Langhans (s. d.) verheiratet, vortreffliche Pianistin, auch Komponistin von Klavierstücken, Streichquartetten, Liedern &c., geb. 2. Febr. 1826 zu Hamburg, wo sie ihre erste musikalische Ausbildung erhielt. 1853 studierte sie unter Robert und Klara Schumann zu Düsseldorf das höhere Klavierspiel und Komposition und brachte es so weit, daß sie in der Folgezeit (1863—69) in Paris als eine der hervorragendsten Spielerinnen galt. Seit fünf Jahren lebt sie als Musiklehrerin in Wiessbaden. one of two readings
12Jaquet, s. Buus.
14Jelensperger, Daniel, geb. 1797 bei Mülhausen im Elsaß, gest. 31. Mai 1831 daselbst; kam als Kopist für lithographischen Notendruck nach Paris, studierte dort unter Reicha Theorie, wurde dessen Repetitor und schließlich Hilfsprofessor. 1820 übernahm er die Geschäftsführung eines von mehreren Konservatoriumspro-
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